Buffetts Eisenbahnkauf könnte Nachspiel haben

6. Mai 2010, 12:51
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Die US-Börsenaufsicht nimmt die 26 Milliarden Dollar teure Übernahme der Burlington Northern Santa Fe ins Visier

New York/Omaha - Warren Buffetts größtes Geschäft könnte dem legendären Investor im Nachhinein leichte Kopfschmerzen bereiten. Nach einem Bericht des "Wall Street Journal" (WSJ) vom Donnerstag schaut sich die US-Börsenaufsicht SEC die 26 Mrd. Dollar (20,1 Mrd. Euro) teure Übernahme der Eisenbahn-Gesellschaft Burlington Northern Santa Fe genauer an. Sie geht der Frage nach, ob Buffett die anderen Anteilseigner rechtzeitig über seine Kaufabsichten informiert hat.

Buffetts Holding Berkshire Hathaway gehörten bereits 22,6 Prozent an der Frachteisenbahn-Gesellschaft, als er die Komplettübernahme plante. Nach den Börsenregeln in den USA musste er die anderen Aktionäre binnen weniger Tage darüber informieren. Eine genaue Zeitspanne ist aber nicht festgelegt, was Raum für Interpretationen lässt. Zwischen dem ersten Gespräch mit dem Burlington-Chef und der Bekanntgabe der Übernahme lagen laut der Zeitung elf Tage.

Doch selbst, wenn die SEC ein Fehlverhalten feststellt, drohen Buffett wohl nur marginale Strafen - vor allem im Vergleich zur Größe der Übernahme: Zusammen mit den bereits gehaltenen Anteilen und den Schulden der Gesellschaft hatte das Geschäft einen Wert von 44 Mrd. Dollar. Es gilt als Krönung von Buffetts Lebenswerk.

Eigentlich ist Buffetts Holding mit Sitz in Omaha (Nebraska) stark auf die Finanzbranche ausgerichtet. Neben Aktienpaketen großer Konzerne hat Berkshire Hathaway auch rund 80 eigene Tochterfirmen. Der 79-Jährige ist für unzählige Anleger in Amerika und aller Welt eine Kultfigur. Viele machte er reich. (APA)

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    Warren Buffett kauft sich einen Zug - das Ende der Fahrt ist noch ungewiss, die Börsenaufsicht ermittelt.

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