Hotelprojekt "Skiper" in schiefem Licht

6. Mai 2010, 11:35
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Zeitung: Interne Revisions - und Prüfberichte listeten seit Jahren Mängel auf

Klagenfurt - Die Beteiligung der inzwischen notverstaatlichten Kärntner Hypo Group Alpe Adria an dem Hotelprojekt "Skiper" in Savudrija in Istrien sorgt schon seit Jahren für Spekulationen. Der langjährige Projektmanager Miro Oblak wird von der Staatsanwaltschaft Klagenfurt seit geraumer Zeit als Beschuldigter geführt. Laut Donnerstagausgabe der "Kleinen Zeitung" waren Missstände innerhalb der Bank durch interne Revisions- und Prüfberichte seit langem bekannt.

Insgesamt wurden von der Bank 258 Mio. Euro in die Luxusanlage mit Fünfsternhotel, exklusiven Villen und Appartements am Meer investiert. Prüfer dokumentierten laut "Kleiner Zeitung" seit 2002 "unbegreifliche Mängel und Nachlässigkeiten". Über Jahre hinweg seien Kredite gewährt worden, ohne die Verwendung der Gelder zu prüfen. Im jüngsten Revisionsbericht heißt es wörtlich: "Schwerwiegende Mängel in der Gesamtprojektplanung und Projektabwicklung". Der Fall sei geeignet, die Bank "hinsichtlich ihrer Reputation, Wirtschaftlichkeit und Ertragskraft bzw. ihres Betriebsvermögens nachhaltig zu schädigen".

Grundstücksspekulationen

Weiters hieß es bereits im Jahr 2006, dass Grundstücksspekulationen zulasten des Hotelprojekts "nicht auszuschließen" seien, da ein Quadratmeterpreis von 600 Euro statt der marktüblichen 352 Euro bezahlt worden sei. Weitere Kritik damals: Grobe Mängel in der Projektbeschreibung, unrichtige Darstellung der Ertragssituation, keine Chance zur Tilgung aller Kredite aus den Hausverkäufen. Rund sieben Millionen Euro Verlust seien zu erwarten, ein "transparentes unabhängiges Kostencontrolling" müsse dringend installiert werden.

Exemplarisch erwähnt die "Kleine Zeitung" die Zuzählung eines 12,7-Millionen-Euro-Kredits am 25. Oktober 2005. Zitat aus dem Prüfbericht: "Das Protokoll ist mit handschriftlichen Vermerken versehen. Diese stellen die widmungsfremde Verwendung der Kreditmittel fest." Bewertung der Prüfer: Die "widmungsfremde Verwendung" der Kredite sei unter anderem mit Wissen des damaligen Vorstands Günter Striedinger erfolgt. Striedingers Anwalt Hannes Arneitz war am Donnerstag für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Nun sollen die neuen Hypo-Manager rund um Vorstandschef Gottwald Kranebitter versuchen, die teils mangelhaft gebauten Liegenschaften zu sanieren und bestmöglich abzustoßen. (APA)

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