Christian Ebner neuer BZÖ-Generalsekretär

6. Mai 2010, 12:17
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Unternehmensberater soll die bürgerlichen Wähler ansprechen - Fauland bleibt Bündniskoordinator

Wien - Das BZÖ hat am Donnerstag sein neues Bündnisteam präsentiert. Neuer Generalsekretär wird Christian Ebner (40), Bündniskoordinator bleibt der frühere Nationalratsabgeordnete Markus Fauland. Mit dem Unternehmensberater Ebner wolle man die bürgerliche Wählerschaft ansprechen, so Obmann Josef Bucher bei einer Pressekonferenz.

"Ich bin das, was man einen klassischen Quereinsteiger nennt. Ich war aber nie ein unpolitischer Mensch", beschrieb sich der neue Generalsekretär selbst. Er folgt Stefan Petzner nach, der sich von dieser Position zurückgezogen hat, um sich als geschäftsführender Landesobmann auf Kärnten zu konzentrieren. Faulands Aufgabe wird es laut Bucher sein, die Koordination parteiintern zu optimieren.

Ebner war Mitglied der ÖVP

"Ich werde hart daran arbeiten, mehr desillusionierte Bürgerliche davon zu überzeugen, dass der Weg des BZÖ der richtige ist", erklärte Ebner. Er sei sogar einige Zeit selbst schwarzes Parteimitglied gewesen. "Ich war immer bürgerlich und rechtsliberal, deshalb habe ich mich auch in die Perspektivengruppe der ÖVP eingebracht", so der Neo-Generalsekretär. Die sonstigen politischen Tätigkeiten des gebürtigen Niederösterreichers beschränkten sich bisher auf fleißiges Schreiben von Leserbriefen in verschiedenen österreichischen Zeitungen.

Ebner hat allerdings festgestellt, dass es sich bei der ÖVP um keine bürgerliche, sondern um eine "Wischi-Waschi"-Partei handle. Im Bündnis habe er schließlich "endlich eine bürgerliche rechtsliberale Partei mit einem seriösen Obmann" gefunden und trat im September des Vorjahres den Orangen bei.

Bucher streute seinem neuen Generalsekretär Rosen: "Er ist einer, der weiß, was der Mittelstand braucht, der um die Sorgen der Jungunternehmer weiß und er weiß, wie man es schafft, selbstständig auf eigenen Beinen zu stehen." Ebner sei ein "Signal für den bürgerlichen Wählerstand."

"Wir sind auf dem goldrichtigen Weg"

Der 40-Jährige war seit Oktober 2003 Geschäftsführender Gesellschafter seiner Unternehmensberatung EbnerBiz Consulting GmbH. Da es sich bei seiner neuen Position um einen Vollzeitjob handelt, sei eine Übergangsphase vereinbart. Seine bisherige Tätigkeit in der Firma sollen dann Branchenkollegen übernehmen.

Der Parteichef rückte bei der Team-Präsentation auch seinen Bündniskoordinator in den Vordergrund. Markus Fauland, Direktor der Zukunftsakademie, soll sich künftig verstärkt um die Koordination der Partei, der Akademie und des Parlamentsklubs kümmern. Auch die Länder sollen laut Bucher besser organisiert und weiterentwickelt werden. Fauland möchte sich auch mehr um die Jugend kümmern. "Wir sind auf dem goldrichtigen Weg", mit einer "Drei-Bier-Politik" habe man nichts zu tun, meinte Fauland in Richtung FPÖ.

"Wir sind aus den Startlöchern draußen und gut auf dem Weg in Richtung Nationalratswahl", so Bucher. Nach dem Beschluss des Parteiprogramms am vergangenen Sonntag sei man nun inhaltlich und personell gut aufgestellt: "Ich habe die personelle Auswahl so getroffen, dass sie zur neuen Linie und zum Programm passt." Bis zur nächsten Nationalratswahl soll auch der Posten eines zweiten Generalsekretärs besetzt sein - am liebsten mit einer Frau.(APA)

Zur Person:

Ebner, geboren am 6. Februar 1970 in Krems an der Donau, besuchte zunächst die Handelsakademie I in Wien und studierte dann an der WU Betriebswirtschaft mit den Schwerpunkten Werbung und Marktforschung sowie Wirtschafts- und Verwaltungsführung. Wenig überraschend zeigt Ebners beruflicher Werdegang vor allem verschiedene Jobs bei Unternehmensberaterfirmen oder Investmentunternehmen, meist mit Technik-Schwerpunkt, etwa bei der ECOS Management GmbH. 2003 machte sich Ebner selbstständig und gründete die EbnerBiz Consulting GmbH in Wien, wo er seither als geschäftsführender Gesellschafter Technologieunternehmen dabei unterstützt, "ihre technologischen Stärken in maximalen wirtschaftlichen Erfolg umzumünzen".

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    Ebner (li.), Bucher (mi.) und Fauland.

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    "Ich werde hart daran arbeiten, mehr desillusionierte Bürgerliche davon zu überzeugen, dass der Weg des BZÖ der richtige ist", erklärte Ebner.

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