Staatsanleihen unter Druck

6. Mai 2010, 13:54
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Lage an Anleihemärkten von Europas Randländern spitzt sich zu: Portugal-Rendite bei 5,8 Prozent, Spanien bei 4,2 Prozent

Frankfurt - Die Lage an den Anleihemärkten der haushaltspolitisch angeschlagenen Euro-Länder hat sich am Donnerstag weiter zugespitzt. Die Renditen für Staatsanleihen - ein Maß für den Risikoaufschlag, den Investoren für Kredite an die jeweiligen Länder verlangen - legten in Griechenland, Portugal und Spanien weiter zu. Sowohl in den kurzen Laufzeiten als auch im längerfristigen Bereich gingen Nachfrage und Kurse der Papiere spürbar zurück.

Als Grund nannten Händler die Furcht vor einem Übergreifen der Griechenland-Krise auf andere europäische Länder. Zudem wurden Sorgen laut, wonach der rigorose Sparkurs Athens angesichts des großen Widerstands in der Bevölkerung scheitern könnte.

Griechische Renditen steigen wieder

Die Rendite für richtungsweisende zehnjährige Titel stieg in Griechenland am Vormittag auf rund 10,27 Prozent, nachdem sie vor wenigen Tagen noch auf 8,5 Prozent gesunken war. In Portugal lag die Rendite bei knapp 5,8 Prozent und lag damit in der Nähe jüngster Höchststände. Spanische Anleihen rentierten mit rund 4,2 Prozent, ebenfalls ein merklich höheres Niveau als noch vor wenigen Tagen. Im zweijährigen Laufzeitbereich stiegen Athener Staatstitel auf rund 14,9 Prozent. Nach der europäischen Einigung auf ein Rettungspaket für Athen hatte sich die Lage hingegen noch merklich entspannt. Die Rendite für zweijährige Papiere hatte sich entsprechend auf etwa zehn Prozent verringert.

Im Gegenzug profitieren nach wie vor deutsche Staatsanleihen von der Schuldenkrise - ein Ausdruck des großen Zutrauens der Investoren in die Kreditwürdigkeit Deutschlands. So rentiert die zehnjährige Bundesanleihe derzeit bei 2,8 Prozent und damit so tief wie lange nicht mehr. Für zweijährige Titel des deutschen Staats erhalten Investoren derzeit einen Zins von lediglich 0,6 Prozent.

Spanien platziert Staatsanleihen

Spanien hat allerdings am Donnerstag an den Märkten 2,345 Mrd. Euro zu zufriedenstellenden Zinsen aufnehmen können. Die Regierung in Madrid muss für die fünfjährige Anleihe demnach einen mittleren Zinssatz von 3,532 Prozent zahlen. Dies ist zwar deutlich mehr als bei Ausgabe der vorangegangenen Anleihe Anfang März, als die Kreditgeber nur 2,81 Prozent verlangt hatten. In den Kreisen hieß es aber, "wir hätten nicht gedacht, dass das so gut läuft".

Es war die erste Emission von spanischen Anleihen, seit die Agentur Standard & Poor's in der vergangenen Woche die Kreditwürdigkeit Spaniens herabgesetzt hatte. Die Ratingagentur Standard & Poor's hatte die Kreditwürdigkeit Spaniens in der vergangenen Woche von AA+ auf AA herabgestuft. Die heutige Anleihe war laut Finanzministerium in Madrid überzeichnet, geboten wurden 5,522 Mrd. Euro. (APA)

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