Aids-Impfstoff auf der Spur

6. Mai 2010, 10:12
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Amerikanische Wissenschaftler lassen auf HIV-Impfung in wenigstens zehn Jahren hoffen

Cambridge - US-amerikanische Wissenschaftler sind laut eigenen Angaben dem Verständnis einen Schritt näher gekommen, warum manche Menschen über einen natürlichen Schutz gegen HIV verfügen. Die Teams des Massachusetts Institute of Technology MIT und der Harvard University  gehen davon aus, dass jene wenigen Menschen bei denen Aids sehr langsam entsteht, über weiße Blutkörperchen verfügen, die das Virus besser bekämpfen können.

Die in Nature veröffentlichten Forschungsergebnisse könnten einen Beitrag zu den internationalen Anstregungen zur Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs gegen Aids leisten. Die Wissenschaftler Arup Chakraborty (MIT) und Bruce Walker (Harvard University) gehen allerdings auch davon aus, dass ein derartiger Impfstoff erst in wenigstens zehn Jahren zu erwarten ist.

Gen steuert Erkrankungsverlauf

Die aktuellen Forschungsergebnisse beziehen sich auf die so genannten Elite- Controller, jene kleine Gruppe von Menschen, die bei einer Infektion nur sehr langsam oder gar nicht an Aids erkranken. In den späten neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde entdeckt, dass diese Menschen - rund einer von 200 Infizierten - mit HLA B57 über ein spezifisches Gen verfügen.

Jetzt wurde herausgefunden, dass dieses Gen dem Körper ermöglicht, stärkere Killer-T-Zellen zu bilden. Dieser Typ weißer Blutkörperchen bekämpft Infektionen. Damit scheint es möglich zu sein, das Virus unter Kontrolle zu halten. Diese Menschen sind allerdings auch anfälliger für Autoimmunerkrankungen.

Impfstoff hemmt Aids-Ausbruch

Die aktuelle Studie basiert auf einem Computer-Modell das zeigt, wie Immunzellen sich im Thymus entwickeln. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass ihre Forschungsergebnisse einen Einfluss auf die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffes haben können. Denkbar sind Impfstoffe, die die gleiche Reaktion wie HIV bei Menschen mit einer natürlichen Immunität auslösen.

Bruce Walker erklärte, dass es von entscheidender Bedeutung sei zu verstehen, wie manche Menschen das Virus selbst kontrollieren können. Die aktuelle Studie bringe die Forschung diesem Verständnis einen Schritt näher. Arup Chakraborty ergänzte, es handle sich um ein weiteres Stück des Puzzles.

Jason Warriner vom Terrence Higgins Trust berichtete, dass HIV die in Großbritannien am stärksten zunehmende schwere Erkrankung bleibe. 83.000 Menschen seien betroffen, daher sei es von entscheidender Bedeutung, dass man sich weiterhin mit Kondomen schütze. (pte)

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