Und noch eine Funktion, die die Welt unbedingt brauchte? Eine kleine Usability-Analyse

6. Mai 2010, 09:54
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An anderer Stelle haben meine Mitstreiter ja schon von den verschiedenen mehr oder weniger spannenden & sinnvollen neuen Funktionen des Ford S-Max berichtet. Ich habe in den letzten beiden Tagen auch einige (zumindest für mich) neue Funktionen kennen gelernt, die mir teilweise etwas fragwürdig erschienen:

An anderer Stelle haben meine Mitstreiter ja schon von den verschiedenen mehr oder weniger spannenden & sinnvollen neuen Funktionen des Ford S-Max berichtet. Ich habe in den letzten beiden Tagen auch einige (zumindest für mich) neue Funktionen kennen gelernt, die mir teilweise etwas fragwürdig erschienen:

Mit Schirm oder Scheibenwischer?
Ich bin vorgestern und gestern viel im Regen gefahren und hatte ehrlich gesagt einige Startprobleme, den Scheibenwischer zu verstehen. Es gibt zwar eine Intervallfunktion und eine Verstellmöglichkeit der Geschwindigkeit desselben. Aber: Der Scheibenwischer agierte – nach meinen Eindrücken – eher nach dem Zufallsprinzip: Mal 2 schnelle Bewegungen und eine längere Pause, dann 4 mittelschnelle Bewegungen, wieder eine Pause, ...
Ich habe mich eine Zeit lang mit adaptiven Medienanwendungen auseinandergesetzt. Eine meiner Hauptlehren daraus: Wenn die Benutzer nicht verstehen, was eine Reaktion hervorruft, ist es ihnen eher suspekt ... Als neugierige Wissenschaftlerin habe ich dann die Ursache des Verhaltens aufgespürt: Ein Regensensor an der Windschutzscheibe.

Denk, lieber Autofahrer, denk!
Beim Anfahren hat das Auto heute einmal gepiepst. Mein Bordcomputer hatmich darauf aufmerksam gemacht, dass ich die Handbremse angezogen hatte. Vor Schreck habe ich den Motor gleich mal abgewürgt ...
So nett es ist, darauf aufmerksam gemacht zu werden, frage ich mich schon, wie viel Denken ein Auto dem Fahrer abnehmen sollte? Ich bin schwer dafür, die Autonomie des Fahrers zu erhalten (und daher z.B. auch ein entschiedener Verfechter der manuellen Gangschaltung), aber gleichzeitig auch seine Verantwortung selbst ans Anschnallen, an die Handbremse, etc. zu denken!

Wie viele Knöpfe braucht ein Lenkrad?
Vorweg: Ich finde es gut, dass manche Funktionen vom Lenkrad aus gesteuert werden können, damit die Aufmerksamkeit nicht zur Mittelkonsole (oder sonst wo hin) abgelenkt wird. Aber: Ich glaube auch, dass man die Dichte der Buttons soweit reduzieren könnte, dass der Fahrer am Lenkrad blind den richtigen findet. Der S-Max hat gezählte 16 Buttons am Lenkrad (exklusive Hupe) – Könnte man da nicht ein paar reduzieren?

Und was macht dieser Knopf nun lustiges?
Ich gestehe: Ich bin einer jener Menschen, die keine Bedienungsanleitungen lesen. Ich bin der Meinung, dass ein gerät so intuitiv verständlich sein sollte, dass man keine endlosen Beschreibungen braucht. Viele nicht ganz intuitive Dinge erarbeite ich mir daher mittels Trial und Error oder mit sozialer Unterstützung – Ich frage andere, ob sie das kennen.
Ein Beispiel vom S-Max: Ein Glühbirnensymbol mit einem A darin. In der Nacht ist mir dann die Lösung gekommen: Lichtautomatik, die je nach Umgebungshelligkeit das Licht ein- oder ausschaltet. Aber wenn ich für das Verständnis aller Buttons eine Nacht Schlaf benötige, ist das wohl für eine Autofahrt etwas zu spät.  Was der Button rechts davon zu bedeuten hat, ist mir im Übrigen noch nicht klar: Was hat die Nebelschlussleuchte mit dem Tempomaten zu tun?

Auch wenn ich in diesem Beitrag einige Punkte betont habe, die mich stören, kann ich insgesamt trotzdem ein positives Fazit aus den ersten drei Tagen meiner persönlichen S-Max Tour ziehen. Aber davon ein anderes Mal.

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