Freddie Mac braucht weitere Staatshilfe

6. Mai 2010, 09:13
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Um überleben zu können, braucht der US-Baufinanzierer erneut eine Milliardenspritze aus Steuergeldern

McLean - Nach einem weiteren herben Milliardenverlust zu Jahresbeginn bittet der US-Baufinanzierer Freddie Mac neuerlich um Steuergelder. Der Staat soll dem schwer angeschlagenen Unternehmen noch einmal 10,6 Milliarden Dollar zustecken. Zwar gebe es Anzeichen einer Stabilisierung auf dem US-Häusermarkt, sagte Firmenchef Charles Haldeman am Mittwoch in McLean (US-Bundesstaat Virginia). Doch liege die Zahl der Zwangsvollstreckungen auf einem historischen Höchststand.

Freddie Mac verlor im ersten Quartal unterm Strich 8,0 Milliarden Dollar. Viele Menschen sind in der Wirtschaftskrise arbeitslos geworden und können deshalb ihre Raten nicht mehr zahlen. Vor einem Jahr war die Situation sogar noch dramatischer gewesen. Hier hatte Freddie Mac einen Verlust von 10,4 Milliarden Dollar eingefahren. Wie bei anderen Banken auch, geht die Zahl der faulen Kredite aber seit einigen Monaten zurück.

Freddie Mac und der größere Bruder Fannie Mae spielen für die Stabilisierung der US-Immobilienmärkte eine entscheidende Rolle. Sie stehen direkt oder indirekt hinter der Mehrzahl der Hypotheken des Landes. Deshalb hatte die Regierung sie in den Turbulenzen des Jahres 2008 aufgefangen und später unbegrenzt Kredit gewährt. Mit der neuerlichen Zahlung stiege die Summe auf 62,3 Milliarden Dollar. Dafür fallen Zinszahlungen von etwa 10 Prozent im Jahr an. (APA)

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