Todesopfer

Griechenland im Schockzustand

6. Mai 2010, 12:15

Die gewaltsamen Ausschreitungen in Athen forderten drei Menschenleben, die Streiks gehen weiter

Athen - Nach dem tragischen Tod von drei Menschen am Rande einer Großdemonstration gegen das griechische Sparpaket ist es in Athen in der Nacht ruhig geblieben. Ein Großaufgebot der Polizei sicherte die ganze Nacht über die Straßen im Stadtzentrum und kontrollierte jeden Verdächtigen. Insgesamt 25 Menschen wurden festgenommen. Straßenarbeiter beseitigten die Trümmer der schweren Unruhen des Vortages. Der Verkehr floss am frühen Donnerstag wieder wie gewohnt.

Am Mittwoch war es nach einer friedlichen Großkundgebung gegen das umstrittene Sparprogramm zu Ausschreitungen und Brandanschlägen auf Banken gekommen. Zwei Frauen im Alter von 32 und 35 Jahren und eine 36-jähriger Mann starben in einer brennenden Bankfiliale. Die 32-Jährige war im vierten Monat schwanger. Vergeblich hatten die drei Bankangestellten versucht, sich auf das Dach des mehrgeschossigen Gebäudes zu retten. Sie atmeten giftige Gase ein und fielen in Ohnmacht. Nach Bekanntwerden der Todesfälle ist das Land im Schockzustand.

Die Gewerkschaft der Bankangestellten rief am Donnerstag zu einem 24-stündigen Trauerstreik für die Opfer der blinden Gewalt auf. Auch andere Streiks gegen das Sparpaket gingen weiter. So wurden die Beschäftigen der Müllabfuhr und die Apotheker zur Arbeitsniederlegung aufgerufen.

Griechenland "am Rande des Abgrunds"

Nach Auffassung von Präsident Karolos Papoulias steht Griechenland "am Rande des Abgrunds". Er habe keine Worte, um seinen Schmerz und seinen Zorn angesichts der Todesfälle auszudrücken, sagte Papoulias in einer am Mittwoch-Abend herausgegebenen Erklärung. Die drei Bankmitarbeiter seien Opfer "abstoßender Gewalt" geworden.

"Es ist die Verantwortung von uns allen, nicht in die Leere zu fallen", erklärte Papoulias - auch mit Blick auf die maroden Staatsfinanzen in Athen. Die Rolle des Präsidenten ist in Griechenland eher repräsentativer Funktion, wird aber auch als Garant der Institutionen wahrgenommen.

Finanzminister Giorgios Papakonstantinou erklärte, Griechenland werde von von seiner drastischen Sparpolitik nicht abrücken. Die sozialistische Regierung sei bereit, "einen hohen politischen Preis" zu bezahlen, um das Land aus der Schuldenkrise zu führen, sagte der Minister am Mittwoch vor dem Parlament. "Wir werden nicht einen Schritt zurückgehen", fügte er hinzu. Seiner Ansicht nach könnten andere Länder der Eurozone mit ähnlichen Problemen wie Griechenland konfrontiert werden.

Sparpaket

Das griechische Parlament zieht die ursprünglich für den späten Abend geplante Abstimmung über das umstrittene Sparpaket vor. Bereits heute um 13.30 Uhr soll nun mit einer namentlichen Abstimmung begonnen werdent. Dabei wird über das Gesetz in seiner Gesamtheit abgestimmt. Mit einer Zustimmung wird gerechnet. Anschließend soll es weitere Debatten über einzelne Artikel geben, wobei die Parteien hier vor allem ihre Haltung zu den verschiedenen Punkten erläutern.

Ursprünglich war die Abstimmung erst gegen Mitternacht worden. Das Sparpaket soll das Land vor dem Bankrott retten und ist Voraussetzung für die Hilfen des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Euroländer in Höhe von 110 Milliarden Euro.

Finanzminister verteidigt Sparkurs

Der griechische Finanzminister Giorgos Papakonstantinou hat vor dem Parlamentsvotum über das Sparpaket der Regierung den strengen Sparkurs verteidigt. Er sei der "einzige Weg, einen Bankrott zu vermeiden", sagte Papakonstantinou am Donnerstag in einer Debatte vor den Abgeordneten. Das Parlament sollte im Laufe des Tages über die Sparpläne abstimmen, die nach den Worten des Finanzministers die "letzte Karte" sind, die das Land ausspielt. "Kein Opfer wird umsonst sein", versicherte Papakonstantinou seinen Landsleuten.

Sorgen über eine Ausweitung der griechischen Schuldenkrise haben auch die Börsen am Morgen weltweit nach unten gerissen, gegen Mittag drehten die wichtigsten Indizes allerdings wieder ins Plus. Nach einem Jahrestiefstand pendelte sich der Euro hin der Früh bei 1,28 US-Dollar ein, auch der Brent-Ölpreis war bei 82,58 Dollar wenig verändert. (APA/red)

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warp.faktor
03
Die einzige Sparmaßnahme ...

... die in Griechenland notwendig ist, ist eine Personalaufstockung bei den Finanzfahndern.

Laut "To Vima" "betreiben 75 Prozent der Ärzte, Anwälte und Industriellen Steuerhinterziehung.

news.orf.at/100430-50723/50724txt_story.html

mundll
00
Erhöhung Mwst, Kürzung Rest......

Nichts von Vermögenssteuer, Grundsteuer, Finanztransaktionssteuer usw,.... Nur die Kleinen....

Pauli Feuerstein
00
Es wird immer

die Masse besteuert .. da ist was zu holen, der Rest ist unbedeutend! Eine griechische Finanztransaktionssteuer (nur für Griechenland) einzuführen, ist absoluter IRRSINN!

http://www.zpa.at
00

- die obige Tabelle zeigt, dass die Griechen nicht einmal die Hälfte der geforderten Summe werden aufbringen können !

http://www.zpa.at
02

- in den letzten 10 Jahren hat es in Griechenland kaum Proteste der sozialistischen Basis gegeben,
warum ?
- weil sie alle mitgenascht haben !

revolt68
42
eigentlich braucht es nur einen satz

Proletarier aller Länder vereinigt euch

Ex-Spectator
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Lediglich in der Rotte sich stark fühlen

und gemeinsam dann willkürlich junge schwangere Frauen in Häusern verbrennen.

Trauriges Ideologieopfer.

revolt68
20
tote

ich bedauere die todesopfer in GR sehr, vielleicht sogar mehr als Sie, doch bedauere ich genau so die unzähligen Todesopfer des Imperiums USA.

Vietnam, Irak, Afghanistan, Lateinamerika,...

das sind doch a bissl mehr als 3 Tote

buff flyer
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treffpunkt morgen 1/2 10 beim branntweiner?

3ch0
12
ja, ja, sehr tragisch, das Ganze...

Mit Bestürzung stelle ich fest dass sich im Forum zu diesem Artikel viele mit emotionaler Hingabe auf die 3+1/2 Toten stürzen, böswillig oder beschämt;

Das Problem der fortwährenden Streiks, der Gefahr weiterer Opfer der sozialen Unruhe, die Ursachen der Gewalt und seiner Ursprünge werden kaum angeschnitten! So leicht ist medial abzulenken, gelle?
Sucht die Schuldigen! Benennt sie beim Namen! Stellt euch die Zukunft als durchaus berechenbar vor - es wird weitergehen, auch anderswo!

Was in Hellas abläuft, darf man durchaus als 'Krieg' bezeichnen, zumindest als 'Katastrophe', und in beiden Fällen sind Tote nur natürlich. Davon sollte sich der aufgeklärte Bürger nicht vereinnahmen lassen... mehr wollte ich zZ nicht mitteilen.

h.a.n.d.

Ernst Guevara
02
"sind tote nur natürlich"

verstehe, Sie argumentieren im grunde wie die kapitalismus-prediger und systembewahrer, die uns die falschen verhältnisse als unveränderliches naturereignis einreden wollen. dass zur kritik der falschen verhältnisse 1. auch ein gewisses einfühlungsvermögen für die konkreten auswirkungen der falschen verhältnisse gehört, und 2. die falschen verhältnisse die menschen nicht der verantwortung für ihre taten entbinden, und daher die drei todesopfer selbstverständlich nicht "natürlich" sein können, scheint Ihnen entgangen zu sein. für die drei toten ist vor allem der brandsatzwerfer verantwortlich, und nicht irgendeine natur des krieges.

wirdeinlichtleinseinamendedestunnels
21
Jetzt haben die Sozialdemokraten

die womöglich letzte chance zu zeigen, dass sie eine wankende wirtschaft u. gesellschaft sozial-wirtschaftlich(!) stabilisieren können.

von unten, aber hallo!
00
vielleicht braucht es auch was ganz anderes!

lesen:

http://libcom.org/library/p... e-go-round

http://www.zpa.at
00

- dazu müssten sie den Öffentlichen Sektor verkleinern, und das werden sie SICHER NICHT tun.

wirdeinlichtleinseinamendedestunnels
02

das thema ist zu ernst für leilei-polemik.

http://www.zpa.at
00

da stimme ich Ihnen zu, und deshalb haben wir uns mit unserer Webseite sehr viel Arbeit angetan, und wenn Sie die Inhalte auf www.zpa.at als Polemik einschätzen, ja dann

wirdfürsiekeinlichtseinamendedestunnels ;)

wirdeinlichtleinseinamendedestunnels
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- "Grimmi.ge" kärtner u. steirer? ;)
Eine belebung der demokratie ist natürlich erstrebenswert.

Marie Luxemburg
00

welche tragödie !

warp.faktor
02
Bürger wollt ihr ewig zahlen?

Glaubt irgendjemand, dass das organisierte Verbrechen von einem Opfer ablässt, wenn einmal Schutzgeld bezahlt wurde?

Wenn die Gläubiger bezahlt sind, sind die Griechen und die übrigen EuropäerInnen arm und das organisierte Wirtschaftsverbrechen hat eine sichere Einkommensquelle. Dann kommen Portugal, Spanien, Italien usw. an die Reihe.

Den Griechen helfen, JA!
Aber nicht deren Vergewaltigern!

Simplicius Simplicissimus
53
Leider beginnt alles ...

... von vorne. In 70 Jahren werden die Politiker wieder Kränze auf die neuen Soldatengräber legen und weinerlich "nie wieder" spielen. Deshalb: Keine Politiker wählen. Militär abschaffen. Geld abschaffen. Waffen verbieten. Banken meiden. Unsere Energie kann vollkommen anders verwendet werden. Nicht für die Kannibalen, die unsere Kinder fressen. Das sollte als Motivation genügen.
http://nuoviso.tv/kurioses/... ilder.html

Blumfeld
 
01

kriegsgeile schreibtischrevoluzzer...genau das brauchen wir jetzt

LinksSchreiber
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Ja-Woll! Die zeit für allesbesserwissende, rechtsreatktionäre Klug-Scheisser mit ästhetizistischer Pseudoalternativ-Glassur ist nun gekommen! Spieglein, Spieglein. Unserer toten Oma würde das auch schmecken.

die_eidechse
 
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wenn doch alles nur so einfach wäre...einfältig gar!

gk76
10
Aus welchen Löchern kriechen auf einmal

all die Leute wie Sie?

Simplicius Simplicissimus
11
Aus solchen, ...

... in welche Sie bald genau 'reinpassen.

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