Fingierte Parktickets: 170.000 Euro ergaunert

5. Mai 2010, 21:09
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Parkgaragen-Trick: Verdächtiger stellte Parkkarten, die maximal drei Tage gelten sollen, für ein Jahr aus und verkaufte sie

Wien - Mit Parktickets lässt sich viel Geld machen. Nicht nur, wenn man Finanzstadtrat ist und für das Abstellen von Fahrzeugen in der Innenstadt kassiert, sondern auch, wenn man in einer Parkgarage beschäftigt ist. Ein Verdächtiger in Wien soll 170.000 Euro mit illegal ausgestellten Tickets ergaunert haben.

Eigene Tickets für Dauerkartenbesitzer

Sein Trick: Er stellte Parkkarten, die maximal drei Tage gelten sollen, für ein Jahr aus und verkaufte sie. "Es gibt bei uns für Dauerkartenbesitzer, die ihre Karte vergessen haben, eigene Tickets, damit sie nicht zurück nach Hause fahren müssen, um sie zu holen", erklärt Wolfgang Richter, Sprecher der betroffenen Firma Wipark.

Günstiges Angebot

Der verdächtige Mitarbeiter, stellvertretender Chef der Garage in Wien-Alsergrund, hat Stammkunden über ein Jahr lang dann offenbar Angebote gemacht. Statt der regulären 1500 Euro pro Jahr stellte er ihnen die unrechtmäßig verlängerten Kurzzeitkarten um 750 Euro aus. Über 200 Kunden ließen sich dieses Angebot nicht entgehen. "Zumindest bei einem Teil dieser Kunden sind wir ziemlich sicher, dass sie wussten, dass das nicht legal ist", ist Richter überzeugt.

Vorgang durch Abrechnung aufgeflogen

Warum der Mann erst nach über einem Jahr aufgeflogen und gemeinsam mit einem mutmaßlichen Mitwisser angezeigt worden ist? "Der Vorgang ist bei der Abrechnung entdeckt worden, da die Zahl der verkauften Karten nicht mit den Einnahmen übereinstimmten." Das System wurde mittlerweile umgestellt, der Kartentyp wurde aus dem Verkehr gezogen. Bedrohlich ist der Schaden für das Unternehmen aber nicht - dessen Umsatz liegt bei zehn Millionen Euro.(Peter Mayr und Michael Möseneder, DER STANDARD Printausgabe 6.5.2010)

 

 

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