Präsident sieht Griechenland "am Rande des Abgrunds"

5. Mai 2010, 21:00
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Finanzminister: Gehen keinen Schritt zurück - Eine der Toten war schwanger

Athen - Nach den gewaltsamen Ausschreitungen mit drei Toten in Athen steht Griechenland nach Auffassung von Präsident Karolos Papoulias "am Rande des Abgrunds". Er habe keine Worte, um seinen Schmerz und seinen Zorn angesichts der Todesfälle auszudrücken, sagte Papoulias in einer am Abend herausgegebenen Erklärung. Die drei Bankmitarbeiter seien Opfer "abstoßender Gewalt" geworden. Eine der beiden ums Leben gekommenen Bankangestellten war nach Angaben von Kollegen schwanger.

"Es ist die Verantwortung von uns allen, nicht in die Leere zu fallen", erklärte Papoulias - auch mit Blick auf die maroden Staatsfinanzen in Athen. Die Rolle des Präsidenten ist in Griechenland eher repräsentativer Funktion, wird aber auch als Garant der Institutionen wahrgenommen.

Finanzminister Giorgios Papakonstantinou erklärte, Griechenland werde von von seiner drastischen Sparpolitik nicht abrücken. Die sozialistische Regierung sei bereit, "einen hohen politischen Preis" zu bezahlen, um das Land aus der Schuldenkrise zu führen, sagte der Minister am Mittwoch vor dem Parlament. "Wir werden nicht einen Schritt zurückgehen", fügte er hinzu. Seiner Ansicht nach könnten andere Länder der Eurozone mit ähnlichen Problemen wie Griechenland konfrontiert werden. (APA//Reuters)

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