Führerscheinentzug als Drogenprävention

Michael Möseneder, 06. Mai 2010 18:04

Die Zahl der Drogenanzeigen stieg im Vorjahr kräftig an - Bures kritisiert Vorgehensweise von Fekter

Wien - Von "all diesen träumerischen Ideen" hält Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) nichts: Ideen wie Legalisierung von Drogen oder die Einrichtung von öffentlichen Konsumräumen. Sie setzt lieber auf härtere Konsequenzen: Wird bei einem Fahrzeuglenker der Konsum illegaler Drogen nachgewiesen, auch wenn er überhaupt nicht beeinträchtigt ist, soll ihm der Führerschein abgenommen werden, analog zu deutschen Gesetzen.

Die Vorgehensweise der Innenministerin hat am Donnerstagnachmittag Verkehrsministerin Doris Bures kritisiert. Sie habe nichts von dieser Überlegung gewusst, lade allerdings zum Gespräch ein. Für "Wünsche" im Bereich des Suchtmittelgesetzes, Strafprozessverfahrens und bei Drogendelikten verwies Bures auf Justizministerin Claudia Bandion-Ortner. Man hätte eigentlich glauben können, die Innenministerin habe aus der Causa Eberau gelernt, "dass es nicht gut ist", wenn man etwas "heimlich" mache und "mit niemanden redet", meinte Bures.

Amtsarzt  nur bei Verdacht auf Beeinträchtigung

Derzeit muss ein Polizist einen Verdacht auf Beeinträchtigung haben, um einen Autofahrer zum Amtsarzt schicken zu können. Weist der nur noch minimale Spuren im Körper nach, etwa wenn der Joint am Vortag geraucht wurde, passiert nichts.

Konsequenzen gewünscht

"Die Änderung wünschen wir uns als Präventionsmaßnahme, um den Probierkonsumenten klarzumachen, dass es Konsequenzen gibt", sagt Fekter-Sprecher Gregor Schütze. Die für eine etwaige Gesetzesänderung zuständige Doris Bures (SPÖ) zeigt sich etwas überrascht. "Sollte die Exekutive dafür einen Bedarf erkennen, kann man darüber diskutieren, aber bisher ist das Innenministerium nicht an uns herangetreten", sagt ihre Sprecherin Susanna Enk.

Anzeigen anstiegen

Zahlenmäßig war die Polizei im Vorjahr im Kampf gegen illegale Drogen recht erfolgreich. Die Zahl der Anzeigen stieg um gut 13 Prozent, auch die sichergestellte Menge fast aller Substanzen stieg an. Teils dramatisch, was der Exekutive Sorgen bereitet.

Amphetamine: Gesetzgeber komm mit dem Verbieten kaum nach

So stieg der Wert bei Amphetaminen um 384 Prozent auf fast 64 Kilogramm. In dieser Sparte kommt der Gesetzgeber mit dem Verbieten kaum nach. Denn bei der Produktion aus legalen Ausgangsstoffen genügen bereits kleine Änderungen, um einen neuen Stoff zu schaffen, der nicht dezidiert verboten ist. Das Problem dabei: Die Auswirkungen sind dadurch ebenfalls nicht immer vorhersehbar. Eine gesamteuropäische Entwicklung: Europol und die EU-Drogenbeobachtungsstelle registrierten 2009 eine Rekordzahl an neuen "Designerdrogen".

Kokain ist ab 20 Euro zu haben

Über die Erfolge der Polizeiarbeit lässt sich allerdings streiten. In Wien werden "mittlerweile in der gesamten U-Bahn" Drogen verkauft, findet sich in einem am Dienstagabend von Fekter präsentierten Bericht. Durch die verstärkte Videoüberwachung sei die Szene lediglich an die Oberfläche ausgewichen. Auch die Verkaufspreise auf den Straßen - Kokain ist ab 20 Euro zu haben - sind in den vergangenen Jahren nicht gesunken, sagt Wolfgang Preiszler, Drogenfahnder in Wien. Obwohl seit 2003 16.600 Dealer in Wien festgenommen worden sind.

Karlsplatz "sauber kriegen"

Heuer, just vor der Wiener Gemeinderatswahl, will man sich polizeilich einem anderen Thema widmen. "Wir werden versuchen, den Karlsplatz diesmal ordentlich sauber zu kriegen", kündigte Preiszler an. Es seien dort zwar vornehmlich Medikamentenabhängige zu finden, die arme Leute seien. Aber man werde versuchen, "ihr Wohnzimmer zu verlagern" - hin zu den Betreuungseinrichtungen der Stadt. Wie es gelingen soll, die Karlsplatzszene nach 30 Jahren aufzulösen, will man im Juni verraten. (APA/Michael Möseneder, DER STANDARD Printausgabe 6.5.2010)

 

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ouh... i want to chop, babe...
14.05.2010 15:55

gut dass ich zwar einen schein aber kein auto hab.


und die fechter kann mir einen.... na, die ist sicher die einzige frau mit einem gleichzeitig unangenehm kalten und trockenen mund... also kanns nur shicen gehn...

mother miles
12.05.2010 19:59
was wird passieren?

ich wette 10dag feinstes outdoorsativa das die spö wieder umfällt und die entsprechende gesetzesnovelle in einem halben jahr beschlossen wird, gemeinsam mit den stimmen von blauorange!

Extrabreit
07.05.2010 21:31
Die Fekter sollt

selber mal ein ordentliches Tüterl rauchen, um runterzukommen.

Daerion
 
07.05.2010 18:01

Weil ichs grad gefunden hab und es hier noch dazupasst:

http://www.tokeofthetown.com/2010/05/c... _sales.php

()
07.05.2010 15:27
Mir haben sie vor 6 Jahren

den Schein genommen, weil ich mit dem Zug Gras geschmuggelt habe.
Ich musste 2 Jahre lang alle 2 Monate Harn abgeben und war immer Negativ. Dann habe ich den Schein befristet bekommen, 2 Jahre lang. Auch diese Zeit musste ich alle 2 Monate Harn abgeben und war immer Negativ. Trotzdem haben sie mir den Befristeten Schein dann nicht verlängert, weil das Psychologische gutachten nicht gepasst hat.
Für das Psychologische gutachten musste ich einen Fragebogen ausfüllen wo ausschliesslich Fragen über Alkohol gestellt wurden. Der Psychologe hat gesagt ich 'antworte im sinne sozialer erwünschtheit' und bin deshalb unglaubwürdig.
Per Anwalt (€ 3000) habe ich Berufen und dann den Schein wieder 2 Jahre befristet bekommen, mit den gleichen Auflagen

www.weicheier.com
14.05.2010 21:50
Habe mir erlaubt, den Dialog auf meinem Blog

zu veröffentlichen.
lg und viel Glück!

frank franki
07.05.2010 18:52

wie geht das, dass sie ihnen schon vor 6jahren den schein genommen haben, wenn diese möglichkeit erst jetzt eingeführt werden soll?!

()
07.05.2010 19:05
genau darauf wollte ich hinaus...

wenn sie jemanden den schein nehmen wollen, dann können sie es mit den jetzigen gesetzlichen bestimmungen auch schon..

()
07.05.2010 15:34
Teil2

Ich habe auch meinen Job dazwischen verloren weil ich ohne Schein natürlich keine Kunden besuchen konnte.
Im Juni ist die Frist vorbei, mal schauen was da rauskommt.

Zu der ganzen Story muss ich anmerken:

Die ganze Aktion insgesamt hat mich um die € 8000 gekostet.
Obwohl ich bei meiner Berufung recht bekommen habe, habe ich trotzdem alle Kosten für den Einspruch selbst zahlen müssen.
UND: Ich bin NIE beeinträchtigt mit dem Auto gefahren!


Also was ist an dem Gesetzesvorschlag von der Fekter neu? Und was redet sie für Bullshit von wegen 'in Deutschland geht das schon aber bei uns nicht'

Festnetzwiederanmelder
07.05.2010 16:32
Gras schmuggeln

ist wahrscheinlich bisher schlimmer geahndet worden als bekifft herumfahren oder bekifft herumhängen...wieviel hast denn dabei gehabt? Und wieso hat man dich erwischt? hast im Raucherabteil geraucht?

()
07.05.2010 17:03
hatte einiges dabei.. und der BGS hat mich bei Routinekontrollen erwischt...

Das ich für diese Straftat im sinne des StGB bestraft wurde, finde ich natürlich nur gerecht.

Aber mit dem Führerschein sollte das ganze nichts zu tun haben.
Vor allem wenn dann immer behauptet wird sie wollen Straftätern helfen sich zu 'resozialisieren'...

Lord Schaumloeffel
07.05.2010 14:15
was ist daran neu?

ich kenn leute, denen wurde schon vor 15 jahren der deckel weggenommen, weil sie beim koksen erwischt wurden - mangelnde zuverlässigkeit.

und das waren keine niemande, sondern mittelgewichtsjournalisten.

salzstreuerIn
07.05.2010 13:10
bis zur minister bures dürfte es sich noch

nicht herumgesprochen haben, dass bei durch suchtgift beienträchtigem lenken eines fahrzeuges, es sich in der regel um eine verwaltungsübertretung handelt und diese aber so gar nicht in den bereich des justizministeriums fällt.

aber sie ist ja nicht die erste ministerin die wenig ahnung hat

Festnetzwiederanmelder
07.05.2010 11:09
Den Deutsch-Aufsatz,

was in der Pause gemacht wird (Ablauf, Szenenbeschreibung) hat unser Söhnchen u.a. so beschrieben:

ich spiele am Gang Fußball, das ist nicht erlaubt, aber noch besser als ich würde wie die anderen kiefen.

Ich hab ihm dann Nachhilfe gegeben:

ich kiffe
du kiffst
er/sie/es kifft
wir kiffen
ihr kifft
wir kiffen

noch Fragen?

Oisa i find des (ned) supa
10.05.2010 16:34
Vielleicht sollten sie selber Nachhilfe in Anspruch nehmen:

"Den Deutsch-Aufsatz,
was in der Pause gemacht wird (Ablauf, Szenenbeschreibung) hat unser Söhnchen u.a. so beschrieben"

Festnetzwiederanmelder
07.05.2010 11:18
...sie kiffen natürlich, sorry Tippfehler.

friedrich wilhelm voigt
06.05.2010 23:46
bin schon gespannt, wie uns das als rechtsstaatlich verkauft werden wird.

man könnte den leuten ja auch noch den wohnungsschlüssel wegnehmen, weil sie ja im drogenrausch ihre mitbewohner/freundin/frau hauen könnten.

und die jahreskarte für die ubahn, weil sie da herumpöbeln könnten!

natürlich auch noch internetverbot, weil... na einfach so, damits angst haben.

Pappi Rossi
11.05.2010 15:18
´´natürlich auch noch internetverbot´´

Bei manchen Postern wäre das wirklich anzudenken.
Die sind aber eher betrunken als bekifft.

Baal Kagan
07.05.2010 11:43
Das wird so argumentiert, dass

jemand, der illegale Drogen nimmt, nicht zuverlässig genug sein kann um im Straßenverkehr ein Kraftfahrzeug zu lenken.

Absurd.

Mahnende Stimme
 
09.05.2010 11:07

Jemand der WoW spielt gehört dann eigentlich sofort eingesperrt......

MarsSonde´
06.05.2010 22:17
vielleicht sollte sie wieder um ihre Busspur kämpfen

http://derstandard.at/125069194... te=4&sap=2

oder sie will jetzt einfach die straße für sich allein ^^

der longe
06.05.2010 21:28
die ständige angstmacherei

geht mir langsam auf den keks. können diese politiker endlich mal vernünftige politik machen, als ständig dem volk eines "drauf" zu geben. ein völliger schwachsinn ein solches vorgehen (über 45.000 anzeigen bei alkohol im strassenverkehr, im gegensatz dazu, gab es knapp 900 anzeigen im bereich smg). ausserdem ist der nachweis der "realen beinträchtigung" durch schnelltester im gegensatz zum "relativ schnell abgebauten" alkohol eine reine farce. mit einem solchen gesetz werden leute bestraft, die in wirklichkeit zum zeitpunkt der fahrt nicht unter einfluss einer droge standen (auf grund langsamen abbaus). die konsequenzen sehen unsere politik granden nicht -> job verlust, etc. etc. und was passiert mit alkoholisierten politikern -> nix.

entity13
06.05.2010 20:17

Liebe Frau Fekter, in Anlehnung an ihre Idee fordere ich regelmäßige und verpflichtende Drogen-, Alkohol- und Medikamententests für Minister und Parlamentarier inklusive fristlosen Kündigungen ohne Abfertigung und Pensionsansprüche bei positiven Testergebnissen.

Jakob der Schwitzer
07.05.2010 11:45
das wirds nie geben

da ist der Strache in allen 3 positiv

entity13
11.05.2010 19:32

Tja .. da wär' er wohl auch kein Einzelfall.

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