Ameisen können gefährliche Pilzsporen rechtzeitig erkennen

5. Mai 2010, 18:54
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Bei genetischer Verarmung geht diese Fähigkeit allerdings verloren

Sozial organisierte Gesellschaften sind für viele Arten von Lebewesen von Vorteil. In solchen Gesellschaften könnten sich aber auch Krankheiten schneller ausbreiten - aufgrund des häufigen und regelmäßigen Kontakts zwischen den einzelnen Individuen. Eine Forschungsgruppe vom Institut für Zoologie der Universität Regensburg konnte bei Ameisen bereits beobachten, dass einzelne todkranke Tiere sich aktiv isolieren, den Kontakt mit den anderen Nestbewohnern vermeiden und das Nest verlassen, um abseits ihrer Artgenossen zu sterben. Nun hat die Gruppe um Jürgen Heinze und Sylvia Cremer eine weitere Verteidigungsstrategie gegen die Verbreitung von Krankheitserregern bei den sozial organisierten Lebewesen entdeckt.

Wie die Forschungsgruppe herausgefunden hat, waren die untersuchten Ameisen (Cardiocondyla obscurior) in der Lage, gefährliche Pilzsporen schon vor einer Infektion der Brut zu erkennen und die Sporen darüber hinaus durch intensives Putzen frühzeitig zu entfernen. Die Forscher und Forscherinnen konnten darüber hinaus zeigen, dass Ameisen diese Fähigkeit verloren geht, wenn sie - beispielsweise durch Inzucht - genetisch verarmen. Diese Beobachtungen verdeutlichen der Regensburger Gruppe zufolge die Notwendigkeit von genetischer Vielfalt für sozial organisierte Lebewesen bei der Bekämpfung von Epidemien und gefährlichen Krankheitserregern. Die Untersuchung ist im Journal "Proceedings of the Royal Society B" erschienen. (red)

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