Mehr EU-Agrar-Fördermillionäre

5. Mai 2010, 17:18
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Gelder an bulgarische Ministertochter, Eislauf- und Akkordeonklubs

Brüssel/Wien - Farmsubsidy, die Brüsseler Non-Profit-Organisation, die jedes Jahr die Agrarzahlungen in den einzelnen EU-Staaten überprüft, hat auch heuer wieder viel zu bemängeln gefunden. Laut Jack Thurston, Leiter von Farmsubsidy, nahmen die hohen Zahlungen über einer Million Euro stark zu. 2009 gab es bereits 1212 solcher "Fördermillionäre" ; im Jahr davor waren es lediglich 1040.

Nicht immer kommen die Subventionen agrarischen Zwecken zugute, wie Thurston unter der Rubrik "Kuriositäten" festhält. In Bulgarien wurden über eine Million Euro an Agrarförderungen direkt an die Stelle ausbezahlt, die die Auszahlung der EU-Förderungen durchführt. Außerdem gingen laut Thurston 700.000 Euro an die 26 Jahre alte Tochter eines früheren Agrarministers. Hinterfragenswert auch Zahlungen an einen schwedischen Akkordeonklub in Höhe von 59.585,20 Euro oder einen dänischen Billardverein.

Die höchsten Zahlungen gingen nicht an Bauern, sondern an industrielle Lebensmittelhersteller. Jeweils weit über 100 Millionen Euro erhielten Zuckerunternehmen aus Polen, Spanien und Frankreich. Die deutsche Nordmilch bekam 50 Millionen Euro.

Wie berichtet, gibt es auch österreichische Firmen, die über eine Million erhielten: Die Vorarlberger Rauch Fruchtsafterzeugung (die Firma stellt auch die Softdrinks für Red Bull her), erhielt 7,2 Mio. Euro (2008: 9,51 Mio. Euro). Agrana erhielt über mehrere Töchter verteilt rund fünf Millionen Euro. Die Rübenbauer Vertretungs- und Übernahme GesmbH bekam 3,4 Mio. Euro. (ruz, DER STANDARD, Printausgabe, 6.5.2010)

 

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