"Wie wenn man Klestil in der Kapuzinergruft bestattet hätte"

Wladyslaw Bartoszewski, polnischer Intellektueller, im STANDARD-Interview

 Wladyslaw Bartoszewski, prominenter polnischer Intellektueller, erörtert im Gespräch mit Erhard Stackl und Josef Kirchengast innen- und außenpolitische Folgen des Todes von Präsident Kaczyński.

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STANDARD: Nach der Katastrophe von Smolensk, bei der am 10. April Staatspräsident Lech Kaczyński und weitere 95 Menschen, unter ihnen zahlreiche hohe Repräsentanten des öffentlichen Lebens in Polen, ums Leben kamen, wird am 20. Juni ein neues Staatsoberhaupt gewählt. Ist die Unfallursache schon bekannt, und wird sie nur aus Pietätsgründen und mit Rücksicht auf den Wahlkampf geheim gehalten?

Bartoszewski: Nein, man kennt die Ursache nicht. Die Untersuchung solcher Flugzeugkatastrophen dauert erfahrungsgemäß mindestens sechs bis acht Monate.

STANDARD: Es gab in Polen, auch von Ihnen, Kritik daran, dass Lech Kaczyński auf dem Wawel, dem historischen Königsschloss in Krakau, beigesetzt wurde. Warum?

Bartoszewski: Bisher war kein polnischer Präsident auf dem Wawel begraben. Nationalhelden, Nationaldichter ja, und Könige, egal ob sie gute oder schlechte Könige waren. Aber jetzt ist das so, wie wenn man in Österreich Bundespräsident Klestil in der Kapuzinergruft bestattet hätte.

STANDARD: Wer hat den Bestattungsort bestimmt?

Bartoszewski: Den sucht man heute. Formell war es der Erzbischof von Krakau (Kardinal Dziwisz, ehemaliger Sekretär von Papst Johannes Paul II., Red.).

STANDARD: Hat es Sie überrascht, dass Jaroslaw Kaczyñski, der Zwillingsbruder des verstorbenen Präsidenten, bei den Wahlen kandidiert?

Bartoszewski: Wenn Jaroslaw Kaczyński – und das hat in den letzten Tagen schon angefangen – den großen Verlust, den er erlitten hat, als Wahlargument verwendet, dann muss ich sagen: Ich bin ebenso gegen Pädophilie wie gegen Nekrophilie jeder Art.

STANDARD: Nach neuesten Umfragen könnte Parlamentspräsident Bronislaw Komorowski von der rechtsliberalen Bürgerplattform, der auch interimistisches Staatsoberhaupt ist, schon im ersten Wahlgang gewinnen.

Bartoszewski: Für mich wäre das eine glückliche Entscheidung, nicht nur aus Sparsamkeitsgründen. Ich kenne Komorowski persönlich sehr gut. Ich war mit ihm zusammen unter Jaruzelski (Staatspräsident und General, der 1981 das Kriegsrecht verhängte, Red.) in einem Lager interniert. Er ist konservativ-liberal, mit Betonung auf beiden Worten. Das sind feine Leute, vergleichbar, in Österreichs jüngerer Geschichte, mit den Kirchschlägers: solid, ruhig, ausgewogen, zuverlässig, verbunden mit dem Volk.

STANDARD: Wie beurteilen Sie die Beziehungen Russlands zu Polen, die sich durch das mitfühlende Verhalten Premier Putins nach der Tragödie vom Smolensk doch wesentlich gebessert zu haben scheinen?

Bartoszewski: Russland zeigt besten Willen. In der Außenpolitik muss man das berücksichtigen. Sie haben auch sehr aktiv bei der Aufarbeitung der Katastrophe mitgewirkt. Sie haben sich entschieden, im Internet gewisse Dokumente zu veröffentlichen ...

STANDARD: ... über die Ermordung tausender Polen bei Katyn in der Stalinzeit ...

Bartoszewski: Ja, der Fachwelt waren sie sowieso bekannt. Schon Walesa hat von Jelzin Kopien bekommen. Aber wichtig war das für die russische Öffentlichkeit. Und die Ausstrahlung des Films Katyn (des polnischen Regisseurs Andrzej Wajda, Red.) im ersten Kanal des russischen Fernsehens war eine Sensation wie Stalins Tod oder wie die Rede Nikita Chruschtschows (1956 über Stalins Personenkult) auf dem 20. Parteitag der KPdSU. Dass sich Präsident Medwedew und Putin entschieden haben, das zu tun, ist natürlich gut.

STANDARD: War das eine direkte Folge der Katastrophe, oder wäre das auch so gekommen?

Bartoszewski: Es kann sein, dass man den Menschen erklären will, was jetzt passiert ist. Das kann der Anfang neuer Beziehungen sein. Am 9. Mai wird Komorowski übrigens als amtierendes Staatsoberhaupt bei der Siegesparade in Moskau (65 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs) teilnehmen. Auch Andrzej Wajda wird da sein, als Gast von Putin.  (DER STANDARD, Printausgabe, 6.5.2010)

Zur Person

Wladyslaw Bartoszewski (88), von Beruf Historiker, ist Staatssekretär und Bevollmächtigter von Premier Donald Tusk für den internationalen Dialog. Er war Botschafter in Österreich (1990–1995) und danach zweimal Außenminister (1995, 2000/2001). Für seine Verdienste um die Rettung von Juden im Zweiten Weltkrieg erhielt er die Ehrenstaatsbürgerschaft Israels.

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Ein paar Minuten mit Wladyslaw Bartoszewski

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Klestil hätte es aber verdient in der Kapuzinergruft beerdigt zu werden ;-)

wie ich sehe posten hier sehr viele auslandspolen

und vor allem pis anhänger und "radio maryja"

Alter Mann und seine Krankheit

W. Bartoszewski hasst Kaczynskis somatisch. Er ist von seinem Hass unheilbar krank. Jaroslaw Kaczynski hat sich über den Tod seines Bruders oder anderer Insassen der Tupolew niemals missbräuchlich gesagt. Ganz im Gegenteil - er hat sich erst gestern (!) überhaupt öffentlich geäußert - in aller Ruhe, ohne Emotionen. Alles, was Bartoszewski erzählt, existiert nur in seinem kranken Kopf. Er lügt. Er ist übrigens kein Autorität für Pole, er hat nicht mal Matura. Er ist ein Niemand, der von kommerziellen Medien zum quasi-Guru, tatsächlich aber in Intelligenzkreisen zur Lachnummer, gemacht wurde.

Bartoszewski hat Magister Titel. Er ist große Autorität.
Alles was hat gesagt stimmt!

Bartoszewski hat keinen Magistertitel. Er hat seine Magisterarbeit ja geschrieben, aber Herr Turski, Rektor von der Warschauer Universitaet, hatte ihm rausgeschmiessen, bevor er den Titel bekommen koennte.

Sie haben Recht. Kein Pole wuerde sich erlauben

Kein Pole wuerde sich erlauben, ein anderes Volk wegen der Wahl der Ruhestaette seines tragisch verstorbenen Praesidenten so ordinaer zu ATTACKIEREN, wie es "Prof" Bartoszewski tut.
Er zeigt in diesem Artikel, dass er keine Kultur, keine Epmphatie mit den Hinterbliebenen, und KEIN NIVEAU hat. Ich wuundere mich, auf welcher Weise kann er SO INTENSIV in der Mediensphaere der von mir verehrten KULTURNATION Oesterreichs als "Quelle fuer die polnischen Angelegeheiten" funktionieren. ER HAT naemlich KEINE Ahnung, was jetzt WIRKLICH in Polen passiert, was die Menschen denken und fuehlen. Spuken und beleidigen KAN JEDER, dass aber muss nich fuer ein anderes Volk massgebend sein.

Und wo bleibt Ihre Bildung? Ihr historischer Einsatz?

Matura hat er schon, worauf Sie hier wohl anspielen ist sein Universitaetsabschluss. Wenn man im Warschauer Aufstand mitgekaempft hat (dies unterbrach sein Studium an der im Untergrund fortgefuehrten Uni Warschau), und schliesslich von Kommunisten verfolgt und von 1949 fuenf Jahre eingesperrt war (und danach sporadisch alle Jahre wieder...) - wieder unterbrochen, haelt einen das wohl vom Studium ab. Aber keine Sorge, er hat Ehrendoktorate von so ziemlich jeder bedeutungsvollen Uni auf der Welt, und hielt sogar einen Lehrstuhl in Oxford. Bartoszewski zeichnet sich damit aus, historisch immer auf der richtigen Seite gekaempft zu haben, und auf der richtigen Seite ist er jetzt auch.

Bevor Sie einen Menschen beleidigen...

und anderen mit lügen (er lügt) bezichtigen.Lebenslauf ... Prof. Dr Bartoszewski Wladyslaw..

geboren am 19. Februar 1922 in Warschau

Während des Zweiten Weltkrieges schloss er sich dem Widerstand gegen Deutschland an. Im September 1940 wurde er ins Konzentrationslager Auschwitz verschleppt und im April 1941 schwer krank entlassen. Sein Studium absolvierte er an der geheimen Warschauer Universität. 1944 nahm er am Warschauer Aufstand teil. Nach kurzer Tätigkeit als Journalist geriet er ins Visier der Staates und verbrachte sechs Jahre im Gefängnis. 1955 wurde er rehabilitiert und konnte als Historiker und Publizist arbeiten. Politisch engagierte sich Bartoszewski in der Gewerkschaft Solidarnosc. Googeln Sie ein bisschen Schwachkopf.

Hallo liebe Redakton !!!

Der Tag ist schon aufgebrochen. Die User schreiben auch in der früh. Also, ein Schluck Kaffee und........ an die Arbeit. Bitte.

"...Googeln Sie ein bisschen Schwachkopf..."

Wie der "Meister" so wie der Schueler.
Das ist die postkomunistische KGB-PO-TUSK-Komorowski -Stasi ART, zu diskutieren.
Machen sie weiter SO und viel Spass am 20. 06.
http://polskaweb.eu/polen-tra... 86733.html
P.S. Die Österreicher hören "Professor" B.
und die Polen hören auf die tapfere Österreichische Jurnalistin Jane Burgermeister:
http://www.youtube.com/watch?v=Lun0kzX84og
Eine Konfrontation von 2 Welten....

Kwasniewski, Walesa, Bartoschewski sowie Polens Milliardäre waren es welche Tusk, Klich und Komorowski an die Macht gebracht haben.

http://polskaweb.eu/russen-fo... 64763.html
Die WSI-Konnektion ist vor allen Dingen im Medienbereich stark ausgeprägt,sie und andere, hierunter auch Politiker wie Kwasniewski, Walesa sowie Polens Milliardäre waren es welche Tusk, Klich und Komorowski an die Macht gebracht haben.Wir dürfen gespannt darauf sein, welches Feedback man hierfür erwartet. Putin hat bereits einen Vertrag über 100 Milliarden Euro Gaslieferungen in der Tasche. Es hat sich für viele gelohnt damals in Moskau "Marxismus und Leninismus" beim Gru oder KGB zu studieren.Sie sind alle wieder im Aufwind. Egal ob sie heute bei der Springer Presse arbeiten,im Sejm oder Bundestag hochoben vertreten,im Vorstand von Banken u. Energiekonzerne...

Ein unglaublicher Blödsinn, der...

findet keine Bestätigung. WSI dankt Macierewicz und seinem krankhaften Russophobie wurde zerstört und dazu beigetragen, dass viele Polen in Irak und Afghanistan ohne Geheimdienstinformationen aufs Messer ausgeliefert wurden. Der Typ soll vor Tribunal landen und sich dafür verantworten. Niemand in Deutschland zweifelt an NAZI Verbrechen, aber auch ohne Erfahrung der dreißiger Jahre (auch mit der Beteiligung der ehem NAZI) nach dem Krieg würde der deutsche Staat kaum im Stande Bundesbehörden neu aufbauen können. Das letzte was man zerstört sind die Brücken. Nennen Sie mir die polnische Milliardäre, die Tusk, Komorowski und Co zu Macht verholfen haben sollen. Alle Sie haben in demokratischen Wahlen den Tyrannen Kaczynski zu recht abgesetzt.

Alle haben in demokratischen Wahlen den President Kaczynski gewaehlt.

Er wudre jedoch bereits getoetet und auch nach seinem TOD wuehlen diverse Nekrophilen in sein Grab und attackieren SEINE Werte. Die sind: Gott, Ehre, vaterland, und Familie. Und das sind DIE WERTE von c.a. 50-60 % Polen. Jemanden scheint es sehr zu stoeren, und Sie zeigen in dieser "Disskussion" ganz genau IHR "Niveau": ZERO Meritum, 100 % Beleidung jeden, der "anders als Sie denkt".
So der Schueler, wie sein Meister, d. h. der alte und mit dem Hass spuckende "Professor" (ubrigens ohne adequaten Studien Abschluss), der Held dieses Interwiews. Ihr "Meister", der einen Polen "ein Stueck Vieh" in den Medien nennt, nur, das er fuer die oben genannte WERTE leben und kaempfen will.

Bedauerlich,

wenn man keine besseren Werte kennt.

@ Idalia Rosina Sch. Alle haben in demokratischen Wahlen den President Kaczynski gewaehlt.

Dass Kaczynski in freien Wahlen zum Präsidenten gewählt wurde habe nicht in Frage gestellt. Aber es ist ein Humbug zu behaupten dass alle Polen einen Populisten und Querleger Kaczynski, der wie niemand anderer Polen und die Polen geteilt hat, auch gewünscht war. Ein Präsident der am liebsten Partei seines Bruders und sich selber diente. Ich bin zwar ein Patriot, aber kein Idiot (F. Vranitzky) um zu sehen wie parteiisch ein Präsident in Polen handelte. Ein Präsident, der nicht wissen wollte, dass die Regierung zum Regieren und nicht ein Spielball seiner eigenen (oder besser gesagt seines Bruders) Politik ist. Ich wünsche mir vom ganzen Herzen eine Präsidenten alle Polen, der alle Menschen in diesem Land schätzt und selber geschätzt wird.

Alle? Wirklich alle?

50% - 60%, wirklich?

Ersparen Sie sich die grausamen, beleidigenden Artikeln des Standard, der diese furchtbaren 'spuckenden Professoren' interviewt (auch wenn sie im Warschauer Aufstand kaempften, von Stalinisten eingesperrt wurden, und waehrend des Kriegsrechts interniert waren, ich meine -- wen interessiert das, wenn wir unseren Kaczynski haben? ER ist der WAHRE HELD DER POLNISCHEN NATION!!!!!!!!!!!)

... und drehen Sie lieber Radio Maryja auf und lesen Nasz Dziennik. Denn dort, nur dort, hoeren wir die Wahrheit ueber UNSER VATERLAND, nur dort diskreditieren wir diese VERBRECHER!

FUER EINE BEATIFIKATION VON LECH KACZYNSKI! JAROSLAW KACZYNSKI - KOENIG VON POLEN!

bist du krank?

Alte Devote

*war natuerlich mit Sarkasmus gemeint... wollte nur aufzeigen, in welche Richtung Idalias Wahn deutet....

ihre absurden rechtsextremen postings (hat die ihnen etwa pater rydzyk persönlich diktiert?) können sie sich wo hinschieben...

Das ist IHR ganzes NIVEAU

mein gr. Beileid.

Ihres ist um nichts besser.


Die Österreicher hören "Professor" Bartoschevsky,

und die Polen hören auf die tapfere Österreicherische Jurnalistin jane Burgermeister:
http://www.youtube.com/watch?v=Lun0kzX84og

Eine Konfrontation von 2 Welten....

Gezielite NEKROFILIE ist doch die Schändung von Leichen

die einen gr.Schmerz bei den Hinterbliebenden und ihre Erniedriederung verursachen soll. U. DAS GENAU TUT der Herr "Professor",der in den-vom Blut der Opfern dieses "Unfalls" noch frischen-Gräbern wühlt, die Leidenden beledigt und vom s. g."internatio-nalen" Publikum erniedrigt. Und DASS soll einen "VORBILD" u. Meinungswegweiser für die anschein- end sooo UN-INFORMIERTE Kulturnation Österreich liefern... Die ist nämlich in Augen eines Herren Barschotschevsky nicht im Stande, sich einen Bild von DEM "Unfall" und von seiner (politischen) Folgen in ganz Europa selbständig zu machen...Tja... Kaczynski war ein natürliches Feindblid von manchen histerischen EU-Populisten, weil er für klassische Werte wie Gott, Ehre, Vaterland und Familie vertrat.

Was wollen Sie über Polen erzählen,

wenn Sie nicht ein mal seinen Bartoszewskis richtigen Namen abschreiben können. Die Nationalistin der ersten Stunde. Eine Schande das so was noch im 21 Jahrhundert hat noch ein recht frei zu laufen. Pfui

Eine Schande das so was noch im 21 Jahrhundert hat noch ein recht frei zu laufen. Pfui

Das ist die ganze PO: untolerant und histerisch, wenn man sich erlaubt, andere Meinung zu haben.
Besonders histerisch reagieren die KGB-Agneten, also die Tusk und Komorowski PO-Partei Anhaenger, wenn man die klassisschen Werte wie Gott, Ehre, Vaterland und Familie als ETWAS POSITIVES fuer Europa-Laender haelt. Diese Werte vetreten die beide Kaczynski Brueder, und deswegen sind sie von "gewissen" Lobbys permanennt attackiert. Die Menschen in Polen wollen jetzt DIE WAHRHEIT.
http://polskaweb.eu/polen-tra... 86733.html

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