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Schon als Säugling saß die Erbinformation in seinen Genen
Jedem zweiten europäischen Mann droht Haarausfall - als Krankheit kann man das Phänomen nicht bezeichnen. "Es ist eine Variante des Erscheinungsbildes", so formuliert es Hans Wolff, von der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie der Ludwig-Maximilians-Universität München. Schuld sind wieder einmal die Gene: Glatzenbildung wird nämlich vererbt und ist unabwendbar bei jedem Zweiten vorprogrammiert. Verschiedene Gene führen ab einem gewissen Lebensalter zu einer Überempfindlichkeit von Haarwurzeln gegenüber androgenen Hormonen wie dem Testosteron. "Schon beim Säugling steht fest, dass er im Alter von 20 Geheimratsecken haben wird", weiß Wolff. Normales Körpertestosteron reicht dann aus um die Haarwurzeln schrumpfen zu lassen.
Ablaufende Zeituhr
Ist die "Haarwurzelsanduhr" abgelaufen, nimmt das zerstörerische Werk seinen Lauf, häufig nach einem Muster: zuerst bilden sich die Geheimratsecken, dann folgt der Wirbel oben am Kopf. Allerdings gibt es auch Männer, bei denen nur eine der beiden Stellen leidet. Bei manchen bleibt der Prozess auch irgendwann stehen, wieder andere haben mit 25 eine Vollglatze - sie weisen eine besonders starke genetische Prägung auf. So wahrscheinlich die Tatsache des Haarverlusts für den Mann ist, so individuell ist der Verlauf. Nur eines steht fest, versichert der Dermatologe: "Die Haare am Hinterkopf rücken nicht von der Stelle, selbst bei einer Vollglatze bleibt der Haarkranz hinten stehen." Ein Trost - doch wirklich ästhetisch interessant nur für jene, die sich später für eine Eigenhaartransplantation entscheiden, ansonsten verschwindet der ungeliebte Rest meist unter Rasiermessern.
Oben wenig, unten viel
Männer mit Glatze sind häufig mit besonders dichter Haarpracht auf der Brust gesegnet - so scheint es zumindest. Und auch der Dermatologe hat den Eindruck, dass dem so ist, man wisse aber nicht genau warum dieses Paradoxon auftritt. Denn diese Männer haben nicht mehr Testosteron als andere. "Die gesteigerte Empfindlichkeit gegenüber Testosteron bedeutet je nach Ort des Wuchs der Haare Unterschiedliches: oben am Kopf Haarausfall, sprich Miniaturisierung, und am Körper Vergrößerung der Haarwurzeln, also stärkeren Haarwuchs."
Lösungen gegen Haarverlust
Das Geschäft mit Haarwuchsmitteln ist immens - die Wirkung - wenn überhaupt - jedoch bescheiden. Fakt ist: "Vitamin-, Koffein- oder Gelantinpräparate können den Haarverlust nicht stoppen", so Wolff, auch wenn die 'Experten' in den Fernsehspots noch so seriös erscheinen. Männer mit Glatze werden in der Werbung als bedauernswert und wenig selbstbewusst hingestellt. Der Dermatologe glaubt, dass tatsächlich nur ein geringer Teil psychische Probleme damit hat und dieser Teil findet dann eben den Weg zu ihm. Wolff ist überzeugt: Nur zwei Mittel können den Haarausfall stoppen - eine Minoxidil-Lösung und eine Tablette mit dem Wirkstoff Finasterid. Beide Wirkstoffe dienen auch noch anderen medizinischen Zwecken: ersterer wird bei therapieresistentem Bluthochdruck angewendet, letzterer diente ursprünglich als Arzneistoff zur Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung. Haarwuchs wurde bei manchen Patienten als Nebenwirkung bemerkt.
Keine Wundermittel
Doch was heißt in dem Fall Wirkung und unter welchen Voraussetzungen? Denn Wundermittel sind auch diese beiden Präparate nicht. "Meiner Einschätzung nach kann man bei 90 Prozent der Männer Haarausfall stoppen, bei etwa 50 Prozent sichtbar verdichten", erklärt Wolff. Allerdings müssen die Mittel kontinuierlich angewendet werden und schon ab Beginn der ersten Anzeichen. Denn einmal verlorenes Haar wächst nur sehr schwer wieder nach, die Medikamente wirken nur, wenn die Wurzeln noch intakt sind. Der Behandlungserfolg ist also umso größer je früher damit angefangen wird. "Es geht ja primär um Prophylaxe, die Vermeidung des Haarausfalls." Es ist also eigentlich mehr ein Konservierungserfolg. Wolff zieht einen Vergleich zur Natur: "In einem Park will man auch lieber die großen alten Bäumen erhalten und sie nicht abholzen und wieder kleine Setzlinge wachsen lassen." Und die Nebenwirkungen? Laut Angaben des Herstellers kommt es in niedriger Dosierung (ein Milligramm pro Tag) bei ein bis zwei Prozent der Männer zu Libido- und Potenzstörungen.
Transport von A nach B
Als einzige dritte seriöse Alternative sieht Wolff die Eigenhaartransplantation: Dabei werden Haare aus dem Haarkranz am Hinterkopf herausgeschnitten und an anderer Stelle wieder eingesetzt: Sinn macht die Prozedur allerdings nur, wenn der Haarverlust schon weitgehend abgeschlossen ist. Die transplantierten Haare wachsen dann auch weiter. Wolff rät aber zur Vorsicht: nur einige wenige Anbieter sind gut.
Hilft alles nichts und leidet Mann darunter, bleibt letztlich nur der Griff zum Toupet. Zum Trost: gar nicht so wenige Frauen leiden ebenfalls unter erblichem Haarausfall. Wolff schätzt die Zahl der Betroffenen auf zehn bis 20 Prozent, die meisten trifft es vor den Wechseljahren. Die Haare werden dann insgesamt schütterer, die charakteristischen männlichen Muster gibt es bei Frauen nicht. (derStandard.at)
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gleichzeitig sind auch viele "Graue" gekommen...
als ich durchs Burnout halbwegs durch war, sind viele Graue wieder verschwunden, aber leider nicht alle...
meine Friseurin meinte auch, daß die lichteren Stellen wieder dichter geworden sind...
ganz ohne Mittelchen und Tablettchen - drauf achten, daß man nicht zu viel Stress hat und möglichst viel für die Gesundheit machen...
also zB Sport anfangen, mit dem Rauchen aufhören, Alkohol vermeiden, mehr Sex (ja... noch mehr ;), usw...
..dafür, dass jeder zweite eine haben müsste, sieht man verdächtig wenige glatzen auf der straße ;-). ich bin übrigens (bei mir wird's keine vollglatze, das weiß ich aus der familie) auch betroffen, aber es gibt nichts, was mir mehr egal wäre. die geldgierige kosmetikindustrie, die vom mangelnden selbstwertgefühl so mancher auf äußerlichkeiten versessener westwelt-zivilisationsopfer profitiert und dieses manko frevelhafterweise auch noch schürt, bekommt von mir jedenfalls keinen cent. wer den kampf gegen die zeit aufnimmt und die alterung aufzuhalten gedenkt, verschwendet aus eitelkeit vollkommen sinnlos energien, denn auf lange sicht kann nichts das unabwendbare aufhalten. alles nur ver**sche, das ganze und keinen weiteren gedanken wert.
ich finde es tragisch, dass männer mit haarausfall selbstwertprobleme bekommen. und ich finde, dass nichts blöder ausschaut als ein toupet. bei mir wirds altersbedingt auch bald soweit sein, dass ein gepflegter kurzhaarschnitt auf 2mm fällig wird.
der Schmarrn ist halt wenn man als Baby gerne immer auf der selben Seite gelegen ist. Dann ist das Kopferl eben nicht ganz symetrisch und das sieht man mit Glatze viel mehr.
Weiters hat auch nicht jeder auf der Glatze eine Haut wie ein Babypopo, mancher schuppt auch ohne Haare noch vor sich hin und andere sind am Kopf übersähr mit Muttermalen.
Es nur au "steht zu eurer Glatze" zu reduzieren ist zu einfach. Leider.
... dass ich Haare nicht verliere, sie verteilen sich nur anders über den Körper! (Nase, Ohren, Rücken ...)
.-)
Vorteil einer Glatze (die ich nicht habe):
Die Frauen sehen sich beim Liebesspiel wie in einem Spiegel und werden dadurch noch erregter!
(sagte man über Kojak) :-)
meinem 22. Lebensjahr fortschreitenden Haarausfall und nun mit 35 eine Zinedine-Zidane-Prachtglatze.
Diese möchte ich nicht mehr missen.
Besonders im sonnengebräunten Zustand findet sie auch in der Damenwelt großen Anklang.
Ab einem gewissen Testosteronspiegel ist volles Haupthaar physikalisch unmöglich, es sei denn man hat superstarke Haarwurzeln, die durch die Schädeldecke ins Gehirn hinein wachsen - aber das führt dann zu ganz anderen Problemen.
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