Sonnen besser ausnützen

5. Mai 2010, 18:00
  • Parabolspiegel: neue Receiverrohre nehmen mehr Energie auf und lassen weniger Wärme entweichen.
    foto: siemens

    Parabolspiegel: neue Receiverrohre nehmen mehr Energie auf und lassen weniger Wärme entweichen.

Der Wirkungsgrad von solarthermischen Kraftwerken, die mit Parabolspiegeln arbeiten, lässt sich mit neu entwickelten Receiverrohren steigern

Receiverrohre verlaufen im Zentrum von Parabolrinnen - Spiegeln, wo das fokussierte Sonnenlicht bei solarthermischen Kraftwerken auftrifft. Aufgenommen wird die Energie über ein synthetisches Thermo-Öl, das über einen Wärmetauscher Wasser erhitzt und Dampf erzeugt, der eine Turbine zur Stromerzeugung antreibt. Die Effizienz eines Solarkraftwerks hängt stark davon ab, wie gut die Receiver die Sonnenstrahlen absorbieren und verhindern, dass gespeicherte Wärme nach außen entweicht. 

Spezielle Beschichtungen

Neue Solarreceiver von Siemens verfügen über spezielle Beschichtungen, die mehr als 96 Prozent der Sonnenenergie absorbieren, und gleichzeitig - je nach Temperatur im Rohr - weniger als neun Prozent der Wärme entweichen lassen. Das Öl erhitzt sich auf rund 390 Grad Celsius und fließt dabei durch ein Edelstahlrohr, das von einem Glaskolben umschlossen ist. Ein Vakuum im Zwischenraum sorgt für zusätzliche thermische Isolierung. Eine 50-MW-Anlage kann mit den neuen Komponenten im Vergleich zu herkömmlichen Lösungen etwa 6500 MW pro Jahr zusätzlich erzeugen. 

Derzeit befinden sich nach Angaben der Internationalen Energie Agentur Anlagen für rund 15 Gigawatt elektrische Leistung Solarkraftwerke in Entwicklung oder im Bau. 2050 könnte Solarthermie zwölf Prozent des weltweiten Strombedarfs decken. Parabolrinnen-Kraftwerke sind die am weitesten entwickelte Technik. Sie erreichen im Schnitt Gesamteffizienzen von gut 25 Prozent.

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"Eine 50-MW-Anlage kann mit den neuen Komponenten im Vergleich zu herkömmlichen Lösungen etwa 6500 MW pro Jahr zusätzlich erzeugen."

Naja, Journalisten und Physik. Man kennt das ja...

Ein bisserl mitdenken könnten sie schon ;-)

Eine 50MW Anlage erzeugt im Jahr etwa 438GWh Arbeit. Und die 6500MW=6,5GW sind dann im Jahr insgesamt ca. 445GWh, also 1,5% mehr. Aber das ist theoretisch. Angenommen ein durchschittlicher Haushalt braucht 5000kWh (5MWh) im Jahr, dann kann man mit dieser Methode 1.300 Haushalte zusätzlich beliefern. Klingt doch gleich viel besser. Aber sie haben recht, dass hier wieder mal schlechter Journalismus durch einfaches abschreiben aus Fachpublikationen gefördert wird.

Wenn die Einheiten eh nicht wichtig sind - wie viel wäre das in Fussballfeldern bzw. Elefanten?

Was in dem Artikel auch ein bisschen komisch ist, das sind die 15 GW die angeblich in Planung oder Bau sind.

Das wäre 21 mal die Leistung die das AKW Zwentendorf gehabt hätte.

15 GW: Warum nicht?

Kommt es dir zu viel oder zu wenig vor? Weltweit!
Nicht zu vergessen: Nennleistung und Jahresertrag!
Bei Photovoltaik rechnet man in Deutschland etwa 900 Volllaststunden pro Jahr. Und ein Jahr hat 8760 Stunden. Die "mittlere Leistung" beträgt nur etwa 10 Prozent der Nennleistung.
Bei einem Solarturmkraftwerk bei Sevilla sieht die Sache schon günstiger aus: 11 MW Nennleistung liefern 23 GWh/a, das sind etwa 24 Prozent Volllast bzw. 2,6 MW Durchschnitt.
Sind wir sehr optimistisch (Sahara-Standorte, neueste Technik) ergeben die 15 GW einen Jahresertrag von 44 TWh (weniger als der österreichische Verbrauch). Zwentendorf hätte mit 80% Verfügbarkeit 4,8 TWh/a gebracht. Also: Bestenfalls 10 mal Zwentendorf, vermutlich deutlich weniger.

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