Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte

Abschiebung aus Österreich nach Griechenland verhindert

5. Mai 2010, 16:25

Heftige Kritik an Griechenland im Umgang mit Flüchtlingen - Zweiter derartiger Fall in Österreich - Anwalt rechnet damit, dass Mandant bis zu drei Jahre auf eine Entscheidung warten muss

 Wien - Im Zuge der Proteste gegen die Abschiebung zweier Nigerianer aus Österreich ist auch der Fall eines jungen Afghanen bekannt geworden, der aufgrund der Dublin-II-Verordnung nach Griechenland überstellt werden sollte. Seine Abschiebung stoppte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) vor wenigen Wochen durch eine "interimistische Maßnahme". Es handelt sich laut Angaben des Innenministeriums um den zweiten derartigen Fall in Österreich.

Kritik an Griechenland im Umgang mit Flüchtlingen

Basierend auf der Dublin-II-Verordnung dürfen Asylwerber nur noch im ersten EU-Staat, in den sie einreisen, einen Antrag stellen. Demnach sei für den Asylantrag des jungen Mannes aus Afghanistan Griechenland zuständig. Das Land wird aber nicht erst seit der Finanzkrise von NGOs für seinen Umgang mit Flüchtlingen kritisiert.

Entscheidung kann Jahre dauern

Der Anwalt des Asylwerbers brachte deshalb eine Beschwerde beim EGMR ein, woraufhin dieser mit einer Art "einstweiligen Verfügung" die Überstellung in das südeuropäische Land stoppte, berichtete der ORF "Report". "Wir warten nun ab, wie der EGMR entscheidet", erklärte Anwalt Herbert Pochieser. Er rechnet damit, dass im Fall seines Mandanten bis zu zwei, drei Jahre auf eine Entscheidung zu warten ist.

Abschiebung vorerst ausgesetzt

Die geplante Abschiebung des Afghanen ist jedenfalls vorerst ausgesetzt. "Das ist für uns verbindlich, derzeit gibt es keine Überstellung", erklärte Ministeriumssprecher Rudolf Gollia.

Es handle sich um den zweiten so gelagerten Fall in Österreich. Bei dem zeitlich etwas zurückliegenden zweiten Fall habe der Betroffene Österreich mittlerweile selbst verlassen. Eine "Reihe von anderen Staaten" habe bereits ebenfalls Mitteilungen des EGMR bekommen - es gehe dabei immer um Abschiebungen nach Griechenland. Generelle Auswirkungen habe die aktuelle Maßnahme aus Straßburg nicht, da jeder Fall einzeln geprüft wird.

7.900 Dublin-Fälle geprüft

Vom Bundesasylamt wurden im Vorjahr insgesamt 7.900 Dublin-Fälle geprüft. Bei 5.464 handelte es sich um sogenannte Dublin Out-Verfahren (für das Asylverfahren ist ein anderer Staat zuständig). 2.436 Fälle waren Dublin In-Verfahren (in diesem Fall ist Österreich zuständig). Im Jahr 2009 fanden laut Angaben des Innenministeriums 1.424 Überstellungen statt. In den ersten drei Monaten 2010 waren es 438. Die meisten Dublin-Verfahren seien mit den Ländern Polen, Ungarn, Griechenland und Italien zu führen.

Forderung: Keine Überstellungen mehr nach Griechenland

Anny Knapp, Obfrau der asylkoordination Österreich, forderte: "Das Innenministerium sollte diese Entscheidung des Menschenrechtsgerichtshofes ernst nehmen und keine Überstellungen von Flüchtlingen nach Griechenland mehr durchführen, sondern selbst in das Asylverfahren eintreten. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 65
1 2
mistvieh666
 
04
19.5.2010, 11:54

was ich jetzt nicht versteh:
ist jetzt oesterreich das faschistischste, rassistischste, nationalistischste land der welt oder nicht?

Der Zwersch
41
20.8.2010, 06:14

Es gibt so vieles was sie nicht verstehn.

jo eh
12
22.8.2010, 23:36

ihre inneren widersprüche zb, die in ihren postings ganz deutlich zum vorschein kommen

wiesengarten
101
11.5.2010, 22:34
Österreich schiebt noch immer Menschen nach Griechenland ab!

Die IM MF tut so als ob es keine europäischen Richtlinien für Mindeststandards gäbe, sie bezeichnet alle Länder als sichere Drittländer, wohl wissend, dass Asylsuchende in Griechenland auf der Straße dahinvegetieren müssen. Kein europäisches Land schiebt derzeit Asylsuchende nach Gr. ab, Österreich ist anders.
Es gibt kaum eine gehässigere Person als die derzeitige IM.

yokoOno
18
12.5.2010, 12:14
wenn Griechenland 20 Mrd. als Hilfspaket bekommt...

kann es auch ihre Pflichten <endlich wahrnehmen.

Wir sind selber total verschuldet, oder ist das
in ihr Wolkenkuckucksheim noch nicht durchgedrungen.
http://derstandard.at/127137642... Milliarden

Der Zwersch
21
20.8.2010, 05:53

Was haben 20 Milliarden damit zu tun, wenn Flüchtlingen ihre Rechte verweigert werden?

gogosch der Grosse
00
31.10.2010, 23:02
Die Rechte können sie auch in Griechenland wahrnehmen!

Griechenland ist ein schönes Land. Da fahren sogar viele freiwiliig auf Urlaub hin!

der bunte faschist
02
10.5.2010, 20:58
wieder doppelt falsch entschieden!


saualm -> zusperren.
griechenland -> abschieben.

Jambala Magdalena
311
10.5.2010, 13:52

Griechenland ist ein EU Mitglied und die EU ist eine Wertegemeinschaft. Griechenland bietet den Asylwerbern Mindeststandards und mehr muss es nicht. Österreich sollte die Entscheidung des Gerichtes nicht umsetzen.

Der Zwersch
11
20.8.2010, 06:04

Der europäische Gerichtshof für Menschenrechte ist keine Einrichtung der EU.

Der Zwersch
21
20.8.2010, 05:55

Ja super, Österreich sollte auf internationale Abkommen pfeifen...das kommt immer gut.

Lorelei Sonnenschein
93
11.5.2010, 18:09
...genau...lassen wir Erwachsene/Kinder...

...einfach auf der Strasse ohne Unterkunft und ohne genügend Essen...weil "böse Ausländer"....

Haben Sie noch mehr so schöne Ideen?

Dass wir Menschen zusammenhalten sollten und uns gegenseitig helfen, weil wir Menschen sind, haben Sie zwar gehört, aber nicht verstanden oder es wurden Ihnen abtrainiert , nehme ich an...

Verklagen Sie Ihre Eltern oder wahlweise Lehrer...Sie wurden ganz gemein belogen und betrogen... eine andere Nationaliät ist kein Grund grauslich und bösartig zu sein!

BatoutofHell
21
11.5.2010, 08:08
die EU ist eine Wertegemeinschaft

eine leere Floskel.

Jambala Magdalena
14
11.5.2010, 14:43

Aber seinerzeit hat man damit die Sanktionen gegen Österreich begründet. Also ist die EU eine Wertegemeinschaft.

Der Zwersch
30
20.8.2010, 06:03

Und weil die Eu eine Wertegemeinschaft ist denen Österreich mal Sanktionen zu verdanken hatte, finden sie es eine kluge Vorgehensweise den Eindruck zu erwecken, dass man sich dieser Wertegemeinschaft nicht zugehörig fühlt?

per aspera ad astra
20
10.5.2010, 20:20
Und der Europarat

ist keine Wertegemeinschaft?
Die Urteile des EGMR sind für alle Mitgliedsstaaten bindend. Die kann man nicht einfach nicht befolgen. Urteile von Höchstgerichten nicht befolgen dürfen ungestraft nur Kärntner Landeshauptmänner!
Aber man kann natürlich aus allen Konventionen, aus der UNO, aus dem Europarat, aus der EU austreten, sich im Zwergenstaat isolieren und im Selbstmitleid suhlen!

Jambala Magdalena
28
11.5.2010, 14:41

Die Urteile des EGMR sind teilweise weltfremd und das muss man nicht akzeptieren.

Der Zwersch
21
20.8.2010, 06:04

Ihr Gefasel ist weltfremd.

jo eh
11
22.8.2010, 23:32
eigentor

ich darf sie zitieren (20.8.2010, 06:12)

"weltfremd" ist ein Vorwurf der nur allzugerne von Rechtsknallern gemacht wird."

na daben sie sich aber schnell geoutet.

nach ihrer definition

Kritifaxe
41
12.5.2010, 11:39

Ja, natürlich
und ihr Urteil ist dafür umsomehr aus dem Leben gegriffen..

Lünz
27
10.5.2010, 07:42

Also eine Abschiebung in ein EU Land kann ja wohl überhaupt kein Problem sein. Wer die Kriterien erfüllt, aufgenommen zu werden kann auch Flüchtlinge aufnehmen.

Lorelei Sonnenschein
71
11.5.2010, 18:11
...da haben Sie jetzt was nicht verstanden...

...Griechenland wurde aufgenommen...das ist aber schon ein bisserl her...es dürfte nicht besser geworden sein...warum zum Henker bezahlen wir MRD-Beträge zu deren Sicherung, wenn eh alles super ist? (Achtung Fangfrage!!!)

Mirstetta Toni
05

auch so kann man sich seiner verantwortung entziehen.

Das Land wird aber nicht erst seit der Finanzkrise von NGOs für seinen Umgang mit Flüchtlingen kritisiert.


soll bedeuten: sei schlecht zu den asylwerbern, sie werden dann sowieso von anderen ländern aufgenommen, siehe entscheidung des egmr, und halte trotz lug und trug auf allen linien fest die hand auf, wenn es um rettungsgelder geht.

so! nun ist wieder einmal bewiesen, dass wir wohl zu den blauäugigsten und buckelndsten nettozahlerwastln gehören.

Der Zwersch
21
20.8.2010, 06:07

Das hat mit dem Umstand zu tun, dass die Mittelmeerstaaten den Löwenanteil der Flüchtlinge tragen müssen.

Die anderen EU Staaten verweigern sich dem Wunsch die Flüchtlingsbelastung gleichmäßig auf alle Mitgliedsstaaten zu verteilen.

Ergo gibt es da nicht viel zu wundern.

yokoOno
11
zwei-drei Jahre Aufschub

ob es so lange dauern wird, das Hilfspaket für die Griechen ist schon bewilligt.

http://derstandard.at/127137617... -stimmt-zu

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