"Todespolka": Im Würgegriff des Mob

5. Mai 2010, 16:08
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Alexander Pschill als Bad Cop in "Todespolka" – und die weiteren Kinostarts der Woche

"Sigi Heil! Sigi Heil!" , schallt es von den Stammtischen. Österreich erlebt in Michael Pfeifenbergers Politsatire Todespolka einen gewaltigen Rechtsruck: Die neue Bundeskanzlerin, Sieglinde Heil, aktiviert die Geister der Vergangenheit und plant unter anderem, die Todesstrafe wieder einzuführen. Die Polizei greift rigoros und willkürlich durch - bald geraten auch die beiden Freunde Raphael (Stefano Bernardin) und Michael (David Wurawa) in die Defensive.

Der eine stand aufgrund seiner studentischen Attitüde schon länger in der Missgunst der Nachbarn, beim anderen genügt, dass er dunkle Hautfarbe hat. Plakativ, grell und schematisch zu sein, kann man diesem Film wohl kaum vorwerfen, denn das ist wohl alles so intendiert: ein Trash-Manöver, das sich mit sonderbarer Freude dem Niederen, Hässlichen und Gemeinen hingibt, dabei jedoch Stereotype eher verlängert als glaubwürdig zu Boden ringt.

Ewige Untote, eiserne Überflieger

Zombie-Experte George A. Romero kehrt mit Survival of the Dead zu seinen liebsten Untoten zurück - diesmal mit Western-Anklängen. Robert Downey Jr. ist in Iron Man 2 erneut als metallener Superheld im Einsatz. Der unermüdliche portugiesische Regisseur Manoel de Oliveira folgt in Eigenheiten einer jungen Blondine mit großer Präzision den Verirrungen eines jungen Buchhalters.

Ein Porträt der Lyrikerin Friederike Mayröcker hat Carmen Tartarotti in Das Schreiben und das Schweigen angefertigt. Adrián Biniez erzählt in seinem prämierten Gigante von den Machenschaften eines Shopping-Mall-Wärters. Weiters: Sandrine Bonnaire als Die Schachspielerin, die Homeless-Fußball-Doku Kick-Off und die Schmonzette Das Leuchten der Stille. (kam, DER STANDARD/Printausgabe, 06.05.2010)

  • Alexander Pschill als Bad Cop in "Todespolka".
    foto: demmelbauerfilms

    Alexander Pschill als Bad Cop in "Todespolka".

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