Neue Initiative will Bewusstsein für Wissenschaft heben

05. Mai 2010 17:09

Initiative "Mehr Forschung 2020" mit prominenten Unterstützern - Fordern Anhebung der Bildungs- und Forschungsausgaben

Wien - Die neue Initiative "Mehr Forschung 2020" will in der Bevölkerung das Bewusstsein für die "überragende Bedeutung von Wissenschaft und Forschung und den absoluten Vorrang ihrer Förderung" heben. Dazu haben prominente Unterstützer aus der Forschungsszene ein Gründungsmanifest unterzeichnet, im Internet und auf Facebook wird nun um weitere Unterstützungserklärungen geworben.

Hinter der Initiative steht der Verein "Initiative Mehr Forschung", als Ansprechpartner wird auf der Homepage der langjährige Pressereferent der früheren steirischen Landeshauptleute Josef Krainer und Waltraud Klasnic, Ex-VP-Bundesrat Herwig Hösele, genannt. Dieser erklärte, dass es sich um eine rein private Initiative handle, auf der Homepage ist von einer "zivilgesellschaftlichen Internetplattform" zu lesen. Die Idee dazu sei bei einem Symposium mit den "Wissenschaftern des Jahres" Anfang März in Graz entstanden.

Prioritäten spiegeln sich "nicht im Handeln wider"

Während in öffentlichen Stellungnahmen immer wieder die Bedeutung von Bildung, Wissenschaft und Forschung für die Zukunft des Standortes Österreich betont werde, spiegle sich diese Priorität "bedauerlicherweise nicht im realen Handeln wider", heißt es im Gründungsmanifest. Als Ziele der Initiative werden deshalb die raschest mögliche Anhebung der Forschungsquote auf über drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), der Ausgaben für den tertiären Bildungssektor auf zwei Prozent des BIP bis 2020 sowie der Ausgaben für Forschung, insbesondere für die Grundlagenforschung gefordert.

Weiters wird eine "konsistente österreichische Strategie für den gesamten tertiären Bildungssektor und für die Forschung" eingefordert. Schließlich sollte die öffentliche Auseinandersetzung mit Wissenschaft und Forschung verstärkt werden, wobei die Initiative den Medien einen besonderen Stellenwert zuschreibt. "Insbesondere der ORF hat seinen öffentlich-rechtlichen Auftrag in diesem Zusammenhang wahrzunehmen", heißt es im Manifest.

Rektoren und Forscher Unterzeichner

Erstunterzeichner sind u.a. zahlreiche "Wissenschafter des Jahres" wie Anton Zeilinger, amtierende und ehemalige Rektoren-Chefs wie Hans Sünkel und Christoph Badelt, Forschungsrats-Chef Knut Consemüller, Akademie-Präsident Helmut Denk, Wissenschaftsfonds-Präsident Christoph Kratky, der Chef des Institute of Science and Technology (IST) Austria, Thomas A. Henzinger, und die Präsidentin des European Research Council (ERC) Helga Nowotny. (APA)

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10 Postings
Longear Productions
 
06.05.2010 21:14
Forschungspolitik gehört auf ein internationales Niveau

Dies erscheint mir als die wichtigste aller forschungspolitischen Initiativen in den vergangen Jahren. Aber: Auch wenn Wissenschaft und Forschung von national-staatlicher Seite finanziert und verwaltet werden muß, sollte man die für Wissenschaft natürliche internationale Dimension mitdenken. Das wissen Zeilinger und Nowotny. Viele österreichischen Forschungsfördereinrichtungen wie FFG oder FWF stellen sich dem internationalen Vergleich durch div. angesehene Initiativen. Wir müssen jetzt nur mehr die Forschungspolitik auf ein internationales Niveau heben.

Allmächtiger Satan
06.05.2010 01:04

Ui, mehr Bildung, das wird die SPÖ gar nicht wollen - wer kognitive Fähigkeiten erwirbt, wählt die ja nicht mehr.

smea_gol
08.05.2010 17:48

jaja... weil die övp sich ja bemüht wissenschaft und forschung für die gesamtbevölkerung zugänglich zu machen. selten so nen unfug gelesen.

Allmächtiger Satan
08.05.2010 17:53

Die ÖVP als Unternehmerpartei braucht gebildete Angestellte, damit die Unternehmer noch reicher werden können. Die SPÖ hingegen ungebildeten Mob, den sie gegen die kapitalistischen Unternehmer hetzen kann. Somit hat schon allein aus den Eigeninteressen der Parteien heraus die ÖVP mehr von höherer Bildung als die SPÖ. In sozialistisch regierten Ländern herrscht immer ein Bildungsdefizit, weil jede Bildung zu Klassen in der Gesellschaft führt, deren natürlicher Feind der Sozialismus ist in dem alle gleich zu sein haben.

Mario23
13.05.2010 14:20
Darum haben viele US-Amerikanische Mediziner einen Teil ihres Studiums in Kuba absolviert...

Pannonia Jack
08.05.2010 23:10

Glauben sie das, was sie schreiben?

thafritz
06.05.2010 13:31

naja, nachdem die boku und die wu davon auch unterdurchschnittlich profitieren, wird sich auch die övp nicht dahinterstellen

Pannonia Jack
06.05.2010 09:34
Ja ja!

Strache, Pröll, Glawischnig, Dörfler und Co. - da fühlt sich der Gebildete richtig vertreten und er kann sich mit diesen Politikern auch noch identifizieren!

feeling eyes
05.05.2010 20:08
Eine noch schönere Überschrift wäre vielleicht:


"Neue Initiative will Bewusstsein IN Wissenschaft heben."

Das könnte an vielen Ecken und Enden ganz und gar nicht schaden...

Zenon
06.05.2010 09:48

Sehr recht. Nicht alles (obwohl einiges), was in der Wissenschaft mangelhaft funktioniert, lässt sich durch einen Mangel an Geld erklären!

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