Hochschulen sollen sich mehr um Innovation kümmern

5. Mai 2010, 17:11
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Soll dritte Säule neben Lehre und Forschung werden - Wirtschaftskammer-Vizepräsident: Haben ein Transferproblem

Wien - Die österreichischen Hochschulen sollen sich mehr um Innovation kümmern. Das verlangte Wissenschaftsministerin Beatrix Karl (ÖVP) am Mittwoch bei der von der Außenwirtschaft Österreich (AWO) in Wien organisierten Tagung "Tech Force 2010" von den Universitäten und Fachhochschulen. Neben Lehre und Forschung müsste die Innovation als "dritte Säule" der Hochschulen anerkannt werden.

Wissenstransferzentren geplant

Zur Stärkung des Technologietransfers aus den Hochschulen brauche es Drehscheiben, weshalb Karl einmal mehr auf die von ihr geplanten Wissenstransferzentren an den Unis hinwies. Diese sollen sicherstellen, dass "die vielen neuen Ideen, die an den Hochschulen entstehen, in innovative Produkte umgesetzt werden", so Karl. Notwendig seien "neue Verwertungsstrategien", die auch Gegenstand der Leistungsvereinbarungen zwischen Bund und Unis sein sollen.

Kontaktstelle für Eigentumsrechte

Karl verwies in diesem Zusammenhang auf die neue "Nationale Kontaktstelle für IPR-Angelegenheiten" (IPR: Intellectual Property Rights; Geistige Eigentumsrechte) in ihrem Haus. Dieses Plattform soll Unis und Forschungseinrichtungen etwa bei Kooperationsprojekten beim Umgang mit IPR beraten und gemeinsam mit allen Beteiligten Leitlinien erarbeiten, erklärte Simone Mesner vom Wissenschaftsministerium. An den Unis sei zwar seit einigen Jahren das Bewusstsein für Patente gestiegen, sie bräuchten aber Hilfestellungen bei den Verhandlungen mit der Wirtschaft.

USA als Vorbild

Auch der Vizepräsident der Wirtschaftskammer, Hans Jörg Schelling, ortet in Österreich ein "Transferproblem" und verwies auf das Massachusetts Institute of Technology (MIT) in den USA. Rund um dieses seien 30.000 Unternehmen entstanden, die von Wissenschaftern gegründet wurden. In Österreich fehle ein Bindeglied, wie es Deutschland etwa mit der Fraunhofer-Gesellschaft habe. Die Zeitspanne vom Grundlagenwissen bis zur Anwendung müsse verkürzt werden. Notwendig sei auch "Marketing für die Forschung": Es passiere so viel, nur wisse kaum jemand etwas davon. "Und die Forscher müssten so reden können, dass man sie auch versteht", so Schelling. Denn für Unternehmer sei die Sprache der Forscher nicht verständlich. (APA)

  • Der Lehre und Forschung nicht genug - Wissenschaftsministerin will, dass sich die Unis verstärkt auf Innovationen konzentrieren.
    foto: standard/cremer

    Der Lehre und Forschung nicht genug - Wissenschaftsministerin will, dass sich die Unis verstärkt auf Innovationen konzentrieren.

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