Arbeitslose Gründer: Mehr Erfolg als gedacht

5. Mai 2010, 14:57
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Weitere Motive für Unternehmenserfolg in Notsituation entscheidend

Berlin - Existenzgründungen aus der Arbeitslosigkeit heraus haben größere Aussicht auf wirtschaftlichen Erfolg als bislang angenommen. Zwar sind reine Notgründungen, um nicht länger arbeitslos zu sein, weniger erfolgreich als andere. Wie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) und das Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA) aufzeigen, gelingt der Firmenstart aber auch in diesem Fall, sofern neben der Notsituation weitere Motive wie die gewonnene Selbstständigkeit oder die Entdeckung einer Marktlücke vorliegen.

Unternehmen werden von Arbeitslosen dabei in den seltensten Fällen ohne zusätzliche Motivation gegründet. Nur zwölf Prozent führen reine Notgründungen durch, heißt es von den Experten. Zwar spielt die Überwindung der Erwerbslosigkeit eine Rolle. Bei den meisten Firmengründungen ist jedoch ein zweites Motiv vorhanden, das zum Unternehmenserfolg beiträgt. Der Arbeitsmarkt werde so beflügelt, da fast jeder zweite neue Selbstständige seinerseits Stellen schafft und Mitarbeiter einstellt.

Hartz-Förderungen erfolgreich

Die Firmengründer sind nach Ansicht der Wirtschaftsforscher seit Einführung der Hartz-Gesetze zu einem eigenen Wirtschaftsfaktor in der Bundesrepublik geworden. Mit Überbrückungsgeld beziehungsweise Existenzgründerzuschuss wurden 2004 rund 350.000 Personen unterstützt. Nach der Reform 2006 sank die Zahl auf 150.000 geförderte Gründungen. Rund fünf Jahre später seien zwei Drittel der Betriebe weiterhin im Geschäft. Zurück in die Arbeitslosigkeit seien dem entgegen nur zehn Prozent der Unternehmensgründer gefallen.

Im internationalen Vergleich hinkt Deutschland anderen Ländern bei Firmengründungen jedoch hinterher, wie das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und die Universität Hannover aufzeigen. Die Bundesrepublik belegt dabei nur den 15. Platz, obwohl die Krise offenbar kaum Einfluss auf die Zahl der Unternehmensgründungen nahm. Norwegen, die Schweiz und die USA führen das Ranking an, während Belgien und Japan die Schlusslichter unter den hoch entwickelten Staaten bilden. (pte)

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