Wien, Wien nur du allein

5. Mai 2010, 13:47
1 Posting

SP-Umfrage zeigt weibliche Zufriedenheit mit der österreichischen Hauptstadt - Jede Fünfte wünscht sich aber mehr Polizei

Wienerinnen fühlen sich in ihrer Heimatstadt wohl, besagt eine SPÖ-Umfrage zum Thema "Frauen leben in Wien. Frauen prägen Wien", die am Mittwoch von Vizebürgermeisterin Renate Brauner präsentiert wurde. Mehr als 90 Prozent der etwa 6.500 befragten Frauen leben gerne in der Bundeshauptstadt. Wesentlich zum Wohlbefinden tragen dabei die Sicherheit (49,1 Prozent) und die Wohnqualität (40,1 Prozent) sowie das öffentliche Verkehrsnetz (36 Prozent) bei. Die Umfrage wurde von der Partei im März durchgeführt.

Hohes Sicherheitsbedürfnis

Aus der Sicht der befragten Frauen spielen auch die Grünflächen (77,7 Prozent) die Luftqualität (52,1 Prozent) und die Radwege (38,3 Prozent) eine wichtige Rolle in punkto Lebensqualität. Ein besonders wichtiges Thema für Wienerinnen scheint die Sicherheit zu sein: Rund 80 Prozent gaben an, sich in der Großstadt zumindest "eher sicher" zu fühlen. Gleichzeitig würde sich jede fünfte Frau mehr Polizei beziehungsweise mehr Sicherheit in ihrem Bezirk wünschen.

"Eher gute" Jobchancen

Trotz Wirtschaftskrise positiv bewertet wurde die Arbeitsmarktsituation. Knapp mehr als 70 Prozent stuften ihre Jobchancen als zumindest "eher gut" ein. "Eher nicht so gut" beziehungsweise "gar nicht gut" beurteilte insgesamt mehr als ein Viertel (27,2 Prozent) die Lage.

Für Sanktionen

Um im Job eine Verbesserung der Gleichstellung zwischen Mann und Frau zu bewirken, halten es etwa 80 Prozent der Befragten für sinnvoll, Unternehmen Geldstrafen zu erteilen, die Frauen für die gleiche Leistung schlechter bezahlen. Zustimmung erhielten auch die Vorschläge, Gehälter intern transparent zu machen (78,5 Prozent) und eine verpflichtende Frauenquote für politische Gremien einzuführen (80,8 Prozent).

Selbstbestimmte Gesundheit

In Sachen Gesundheit ergab die SPÖ-Umfrage, dass sich die Wienerinnen selbstbestimmt darum kümmern wollen. Knapp mehr als die Hälfte der Frauen (54,2 Prozent) befand die Förderung von Alternativmedizin als wichtig, ebenso wie Vorsorgeuntersuchungen (46,7 Prozent). Für Frauen der Generation 60 plus ist das Angebot an niedergelassenen ÄrztInnen besonders wichtig (59,7 Prozent).

"Eher" pro Gratiskindergarten

Als zumindest "eher positiv" wird der Gratiskindergarten von rund 88 Prozent der Befragten bewertet. Als häufigster Verbesserungswunsch wurde die Ausbildung des Personals genannt. Auch das Bioessen in Kindergärten, Schulen und Spitälern scheint gut anzukommen: Mehr als die Hälfte der Frauen (53, 8 Prozent) hält dieses Angebot für sehr wichtig.

Grün-Schwarze Kritik am Ergebnis

Kritik zur Umfrage der Stadtregierung kam aus den Reihen der ÖVP und der Grünen. In einer Aussendung bewertete VP-Mandatarin Barbara Feldmann das Ergebnis als "inhaltsleer": "Die Umfrage eignet sich einzig für die Rundablage." Grünen-Stadträtin und Frauensprecherin Monika Vana betonte in einer Aussendung, dass von über 200.000 ausgeschickten Fragebögen und zusätzlicher Internetbefragung nur 6500 Fragebögen retour gekommen wären: Eine Rücklaufquote von mageren drei Prozent. "Die SPÖ muss jetzt mehr tun, als bloß Schönfärberei betreiben", so Vana abschließend. (APA/red)

Share if you care.