Esterhazy-Gruppe kann trotz Krise wachsen

5. Mai 2010, 13:31
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Umsatz legte um mehr als 30 Prozent zu - Gute Chancen in Rumänien - Deutliche Zuwächse im Immobilienbereich

Wien - Das burgenländische Agrar- und Immobilienunternehmen, die Esterhazy-Gruppe, konnte im Krisenjahr 2009 deutlich zulegen. Man sei in soliden Bereichen unterwegs und verfolge eine nachhaltige Strategie, so der Chef der Gruppe, Stefan Ottrubay, am Mittwoch bei der Bilanzpressekonferenz. Umsatzzuwächse habe es in allen Bereichen Forstwirtschaft, Immobilien und Weinbau gegeben. Große Chancen rechnet sich die Gruppe in Rumänien aus, wo unter anderem der Ausbau im Bereich Forstwirtschaft geplant ist.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2009 konnte die Gruppe den Umsatz um mehr als 30 Prozent auf 37,4 (28,5) Mio. Euro steigern. Das Betriebsergebnis erhöhte sich im Jahresvergleich von 2,4 auf 2,8 Mio. Euro. Die Investitionen in das Anlagevermögen stiegen von 9,3 auf 13,0 Mio. Euro. In den vergangenen sechs Jahren hat das Unternehmen fast 60 Mio. Euro investiert, berichtet Ottrubay, der auch Leiter der Esterhazyschen Stiftung im Burgenland ist. Die erstmals erstellte konsolidierte Bilanzsumme beträgt per 31.12.2009 107 Mio. Euro. Darin nicht enthalten sei jedoch der Grundbesitz. Dieser wurde zuletzt 2004 auf 450 Mio. Euro geschätzt. Das kräftige Umsatzwachstum sei unter anderem auf Neugründungen von Unternehmen zurückzuführen.

Mit 20,6 Mio. Euro (2008: 18,7 Mio. Euro) entfällt der Löwenanateil des Umsatzes auf den Bereich Forstwirtschaft und Naturmanagement. Die Esterhazys betreiben über 22.500 ha und erzeugen jährlich 100.000 Festmeter Rundholz. 5.600 ha werden landwirtschaftlich genutzt, davon 1.400 ha für biologische Landwirtschaft. Unter anderem wird mit 72 Bio-Angus-Rindern hochwertiges Biofleisch erzeugt.

Aktivitäten in Rumänien werden ausgebaut

Weiter ausgebaut werden sollen die Aktivitäten in Rumänien, wo derzeit mit einem Partner rund 15.000 ha Wald bewirtschaftet werden. Aufgrund des Erfolgs sind weitere Expansionen in Zentraleuropa angestrebt. Derzeit hat die Esterhazy-Gruppe in Rumänien drei Windparkprojekte in Sfanta Elena, Naidas und Hirlau.

Im Bereich Immobilien und Freizeitanlangen wuchs der Umsatz im Vorjahr von 18,7 auf 20,6 Mio. Euro. Die Nachfrage nach Häusern in den verschiedenen Anlagen sei anhaltend stark, so das Unternehmen. Man spüre den verstärkten Trend in Immobilien zu investieren. Im Krisenjahr 2009 konnte man gut gegensteuern, weil es in der Gruppe keine Spekulationshochs und damit in der Folge auch keine Tiefs gegeben habe, so der für den Immobilienbereich zuständige Hans Christian Karall. Aktuelle Projekte sind derzeit die Lagunensiedlung am burgenländischen Neufelder See mit 70 Wohneinheiten, sowie die Errichtung einer Einkaufsgalerie beim Schloss Esterhazy in Eisenstadt.

In historische Großanlagen, wie das Schloss in Eisenstadt oder die Burg Forchtenstein wurden in den vergangenen Jahren rund 35 Mio. Euro investiert.

Erfolg mit Wein

Das Weingut Esterhazy bewirtschaftet mehr als 65 ha und setzte 2009 2,2 (1,8) Mio. Euro um. Große Erfolge wurden unter anderem in Deutschland, Japan, der Schweiz, Skandinavien, Großbritannien und China erzielt.

Für das laufende Jahr zeigt sich Ottrubay vorsichtig optimistisch. Geplant sei ein Umsatzwachstum von 8 bis 10 Prozent, allerdings wisse man nicht, ob man aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Lage nicht eine Rezession erleben werde. Das erste Quartal war jedenfalls in allen Bereichen sehr stark.

Die Esterhazy-Gruppe beschäftigte zuletzt 271 Mitarbeiter gegenüber 214 im vorangegangen Jahr und ist damit einer der größten privaten Arbeitgeber im Burgenland. Die Personalaufwendungen stiegen im Jahresvergleich von 8,7 auf 10,7 Mio. Euro. Für Kultur und Soziales wurden 6,8 (6,0) Mio. Euro ausgegeben. (APA)

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