Burschenschafter-Vortrag

Linzer Grüne schalten Staatsanwalt ein

5. Mai 2010, 13:35
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    Die Wörter "Marxismus" und "Hochfinanz" im Original wurden bei der Einladung

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    durch "Globalisierung" und "Fremdherrschaft" ersetzt.

NSDAP-Sujet "nur geringfügig verändert", "Hakenkreuz lediglich übermalt" - Kritik an Burschenschafter und FP-Stadtrat Wimmer

Linz - Die Linzer Grünen haben nach einer Vortragsveranstaltung der Burschenschaft Arminia Czernowitz in Linz am Mittwoch eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft übermittelt. Sie sehen einen Verstoß gegen das Verbotsgesetz, denn die Einladungskarten würden das lediglich geringfügig veränderte Sujet einer NSDAP-Veranstaltung zeigen. Konsequenzen verlangen die Grünen auch vom Linzer FP-Stadtrat und Arminia-Czernowitz-Mitglied Detlef Wimmer. Dieser war vorerst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Die Burschenschaft lud am 30. April 2010 zu einem Vortrag mit dem Publizisten Richard Melisch - laut Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes Verfasser antisemitischer Agitationsschriften - mit dem Titel "Der letzte Akt". Die Einladungskarte zeigte einen Arm, um den sich eine Schlange windet (derStandard.at berichtete) Als Vorlage sei eindeutig ein NSDAP-Sujet verwendet worden, das laut Landesarchiv Baden-Württemberg unter anderem für eine Parteiveranstaltung 1931 warb, berichteten die Grünen in einer Presseaussendung. Sie legten beide Motive vor.

"Hakenkreuz wurde lediglich übermalt"

"Für die Einladungskarte der Arminia Czernowitz wurde das NSDAP-Sujet nur geringfügig geändert", so der Linzer Bezirkssprecher Severin Mayr. Die Worte "Marxismus" und "Hochfinanz", die 1931 den Körper der Schlange zierten, seien durch "Globalisierung" und "Fremdherrschaft" ersetzt worden. "Selbst das Hakenkreuz wurde mit Hilfe eines Grafikprogramms lediglich übermalt", das sei in der Vergrößerung noch eindeutig zu erkennen.

"Für uns besteht der dringende Verdacht, dass es sich hierbei um einen ganz klaren Verstoß gegen das Verbotsgesetz handelt", erklärte Mayr. Seine Partei habe daher eine entsprechende Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft übermittelt. "Klare Worte" fordern die Grünen von Wimmer: "Ein Stadtrat, der zum wiederholten Mal mit Rechtsextremismus in Verbindung gebracht wird und zu solchen Vorfällen schweigt, sollte eigentlich von sich aus die nötigen politischen Konsequenzen ziehen."

"Verfilzung von FPÖ und rechtsextremen Gruppierungen"

Kritik an Wimmer im Zusammenhang mit der Veranstaltung kam auch von der KPÖ: "Veranstaltungen wie die vom 30. April machen die wechselseitigen Verfilzungen von FPÖ, Burschenschaften und eindeutig rechtsextremen Gruppierungen in voller Schärfe deutlich", so Landessprecher Leo Furtlehner in einer Aussendung. Die FPÖ sei "ebenso unfähig wie unwillig", sich vom Rechtsextremismus abzugrenzen. (APA)

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22 Postings
nick morgenland
 
00
19.5.2010, 17:35

der inhaber des gasthauses distanziert sich vom veranstalter und vom inhalt des vortrages.

http://gasthaus-lindbauer.at/files/kla... 052010.pdf

ich muss gestehen, dass ich linz mehr oder weniger nur von der durchreise kenne und entsprechend auch weder das gasthaus noch seinen besitzer. mir tut der betrieb aber trotzdem leid. das kann nämlich im prinzip jedem gastronomie-unternehmen passieren (zumindest ein erstes mal, wenn eine bestimmte person einen saal reserviert). die klarstellung ist lupenrein.


freilife
00
26.5.2010, 22:33
find ich echt gut..

und ja das kann echt fast jedem Wirten passieren, den die div. Organisationen wissen schon das sie es besser vermeiden bei einer Reservierung offen zu legen aus welcher üblen Ecke sie kommen.

alois99
12
infos

über rechtsextremismus in österreich und entsprechende gegenstrategien gibts auch beim antifa-day am 05. juni in wels: http://kvinfoladenwels.wordpress.com/2010/05/0... ntifa-day/

King of Cowards
22
Was zeichnet Österreich aus?

... und das Gasthaus Lindbauer wusste von all dem natürlich nichts.

Jetzt hätte ich einen Auftrag für die Finanzkrise.
Adresse:
Linke Brueckenstr. 2
4040 Linz, Österreich

Tscheina Wild
00
22.5.2010, 20:07
der tut mir leid...

ausdrückliche Distanzierung vom Wirt...


http://gasthaus-lindbauer.at/files/kla... 052010.pdf

Christian ***
00

eine Adresse, die ich in Zukunft meiden werde, meine Bekannten werden auch informiert.

huz1
23

danke - jetzt weiß ich, wo ich nicht mehr hingehen werden!

With Fear I Kiss The Burning Darkness
21
das wird immer schlimmer

Ksindl

Raubkopierer
13

und in zehn, fünzehn jahren wird der betreffende akt bei staatsanwaltschaft unbearbeitet skatiert. kennen wir schon.

Seria
13

dergelernte Ösi erwartet sich nichts von einer Anzeige

Mongolischer Schweinsbiber
03
Double Facepalm

"When one Facepalm doesn't cut it":
http://tinyurl.com/yd6svnl

Die Gezeichneten
26

Die Frage, ob diese Einladungs-Karte gegen das Verbotsgesetz verstößt, ist ziemlich interessant - ich bin gespannt auf den Ausgang des Verfahrens. Es wird sicher zu prüfen sein, ob ein "durchschnittlicher" Betrachter auch ohne die historische Vorlage zu kennen, einen Konnex zum NS findet.

johnny_what
43

den konnex sollte man allein durch die burschenschaft schon erkennen können...

Die Gezeichneten
22

Das schon, sicher, aber dies ist noch kein Verstoß gegen das Verbotsgesetz (denn sonst wäre diese Burschenschaft grundsätzlich verboten). In diesem konkreten Fall geht es ja um die Einladungskarte - und da interessiert mich die juristische Begründung, warum/warum nicht ein Verstoß vorliegt. Ohne das Original gesehen zu haben, hätte ich persönlich eher an das Stichwort "Klassenkampf" (geballte Faust...) gedacht und auf den ersten Blick keinen Zusammenhang zum NS gefunden. Die Frage wird sein, wie groß die Verkehrsgeltung des Originals ist bzw. ob eine Verfremdung eines NS-Sujets schon den Tatbestand erfüllt.

Failure
10

...sollte nicht eher die wichtigere Frage behandelt werden:
Wieso verwenden diese Burschenschaften solche Symboliken? Es ist davon auszugehen, dass dem Ersteller dieser Einladung (und den Eingeladenen) der historische Hintergrund absolut bekannt ist.
De facto lassen sich diese Herrren auf Veranstalltungen dieses Hintergrundes ein. Ist nun alleine der Ersteller/Verteiler der Einladungen oder derjenige der dieser Einladung nachkommt zu belangen?

Lexibald
42
Und unabhängig davon

ist das ein grottenschlechtes Sujet, das jeden halbwegs vernünftigen Menschen einfach nur abschrecken muss, oder?
Zudem ist ja die gängige Ausrede der im rechten Lager agierenden Bald-wieder-mal-Nazis, dass die Aussagen/Bilder/Pamphlete ja bereits vor den Nazis existiert hätten und schon damals allgemein akzeptiertes Gedankengut gewesen seien. Allerdings, und NUR DAS zählt: erst die Nazis haben dafür eine ganz gezielte Begrifflichkeit geschaffen und nur SO UND NICHT ANDERS kann das heute verstanden werden! Aller andere ist Verharmlosung.

josefkrenn0987
21

Wenn irgendwas irgendjemandem net passt dann kann man dies auch kundtun: http://www.arminia.at/kontakt.html
Des ist etwas muehseliger halt als hier herumzuposten, hat aber bestimmt mehr Sinn. Alsdann...trauts euch.

Angelika70
31

Das Gasthaus Lindbauer, in dem diese rechtsextreme und antisemitische Veranstaltung stattfand, hat mittlerweile sein Gästebuch vom Netz genommen, in dem zahllose Gäste ihrem Ärger Luft machten.

Chien de Pique
00

Vor dem Skandal gab es eh keinen einzigen Eintrag.

reisepass
06
nein

nur den link dorthin entfernt:

http://bit.ly/cdeU8K

Lexibald
00
Dort

kann man offenbar auch keine neuen GB-Einträge mehr vornehmen.

Mongolischer Schweinsbiber
01

Als Lausbub sollt' man halt wenigstens gscheit sein!

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