AUA prüft Schadenersatz wegen Flugverbots

5. Mai 2010, 13:08
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Vorstand: "Keine staatlichen Beihilfen, sondern Entschädigung"

Wien - Die AUA-Vorstände Andreas Bierwirth und Peter Malanik haben am Mittwoch bekräftigt, 2010 trotz der Belastungen aus dem im April verhängten Flugverbot wegen der Island-Vulkanasche einen positiven Cash Flow abliefern zu wollen. 2010 wird aber noch ein Verlustjahr sein. Eine staatliche Kompensation für Verluste aus dem tagelangen Flugverbot vom April lässt die Gruppe nicht aus den Augen.

Allerdings müsste sie nach europaweit einheitlichem Rahmen und Kriterien erfolgen. Verhindert werden sollte nach Meinung der Austrian Airlines auf jeden Fall, dass in Europa einige Gesellschaften Schadenersatz kriegen und andere nicht: "Es wäre schlecht, wenn Schadenersatzregelungen in jedem Land anders ausgelegt würden."

Die AUA legt zudem Wert darauf, Schadenersatz von staatlichen Beihilfen zu unterscheiden. Um Staatsbeihilfen würden sich die AUA und ihre Mutter Lufthansa wegen der Vulkanasche-Belastungen nicht anstellen, wurde bei einer Telefonkonferenz am Mittwoch in Wien versichert. "Wenn uns aber Schaden entstanden ist durch Entscheidungen, die nicht gerechtfertigt waren, werden wir uns mit der Lufthansa-Gruppe und anderen europäischen Fluggesellschaften anschauen, ob wir was fordern können," so Malanik. Weil die EU selber ja keine eigenen Mittel dafür habe, würde Geld freilich von den Staaten kommen.

9/11

Nach den Terroranschlägen in den USA (9/11) im September 2001 hatte die AUA nach dem österreichischen Luftfahrt-Entschädigungsgesetz vom Staat 3,4 Mio. Euro erhalten. Das Geld floss damals im Jahr 2003.

"Das war auch damals Schadenersatz", sagte Malanik. Bis zur Auszahlung habe es zwei Jahre gedauert. "Das Gesetz zu 9/11 passt heute leider nicht ganz auf die derzeitige Situation." Die Vulkanasche-Krise war zwar ein kurzfristiges Einzelereignis, wegen des totalen Flugstopps zugleich aber der "größte Impact aller Krisen, die wir hatten", sagte Vorstand Bierwirth.

Europas Verkehrsminister haben erst gestern getagt, sind dabei laut AUA zum Thema Vulkanasche-Schadenersatz für die Flugbranche aber relativ vage geblieben. "Wie nicht anders zu erwarten war", wie Malanik hinzufügte. Die EU werde noch daran arbeiten müssen. Dies werde schon noch ein paar Monate dauern.

Welcher Verlust der AUA aus dem mehrtägigen Flugverbot heuer im April erwuchs (die Normalisierung ist noch im Gange), bezifferte der Vorstand heute nicht. Die Konzernmutter Lufthansa bezifferte ihren Schaden bisher mit rund 200 Mio. Euro. Dass daraus ein zweistelliger Millionenschaden für die AUA ableitbar ist, wollte der AUA-Vorstand heute nicht kommentieren.

Die Vulkanasche-Verluste der Airlines setzten sich primär aus Umsatzverlusten und Kosten für Umbuchungen/Ersatztransporte zusammen, abzüglich eingesparter Fix-Kosten, weil man ja nicht fliegen durfte. (APA)

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