Warum ein Hefepilz gefährlich wird

7. Juni 2010, 17:16
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Wien - Die molekularen Ursachen der Verwandlung des meist harmlosen Hefepilzes Candida albicans in einen gefährlichen Krankheitserreger haben Wissenschafter um Karl Kuchler im Christian-Doppler-Labor für Infektionsbiologie an der Medizinischen Universität Wien aufgeklärt. Die Forschungsergebnisse wurden in der Wissenschaftszeitschrift "PLoS Pathogens" veröffentlicht. (DER STANDARD, Printausgabe, 8. 6. 2010) 


Körpereigener Stoff wirkt gegen bestimmte Ängste

Washington - Mit einem körpereigenen Stoff lassen sich bestimmte Ängste vermindern. Das haben US-Forscher entdeckt und hoffen, mit der Substanz künftig posttraumatische Belastungsstörungen und andere Angsterkrankungen besser behandeln zu können. In Versuchen mit Ratten zeigten sie, dass die Gabe von BDNF, so der Name der Substanz, angstbeladene Erinnerungen verblassen lässt. BDNF lösche das Angstgedächtnis nicht aus, sorge aber dafür, dass es durch angstfreie Erinnerungen überschrieben werde. Die Forscher berichten im Fachmagazin Science über ihre Arbeit. (dpa)

Grund für Ausbreitung der Grippeviren entdeckt

Washington - US-Forscher haben Mutationen im Erbgut von Grippeviren entdeckt, die hinter der Ausbreitung resistenter Erreger stecken. In der Grippesaison 2007/2008 war es weltweit zu Fällen gekommen, bei denen das Medikament Tamiflu nicht mehr half. Die Gruppe um Nobelpreisträger David Baltimore hofft, dass ihre im Magazin Science publizierten Erkenntnisse dazu beitragen, bei bestimmten Viren die Zeichen einer künftigen Medikamentenresistenz zu entdecken. (dpa/DER STANDARD, Printausgabe, 04.06.2010)


Hautalterung ähnelt Krebsentwicklung

Altern und Krebs erzeugen in Hautzellen ziemlich identische Spuren im Erbgut. Mit dem Alter nimmt nämlich die Zahl krebstypischer chemischer Veränderungen im Erbgut von Hautzellen zu, bewiesen jetzt Wissenschafter des Deutschen Krebsforschungszentrums und des Forschungszentrums der Beiersdorf AG. Die oberen Zellschichten werden dünner, die Produktion des straffenden Kollagens versiegt, die Durchblutung verschlechtert sich. (APA)

Frühere Menschenarten liebten Wassertiere

Frühere Menschenarten ernährten sich wesentlich gesünder als bisher bekannt. Ein Forscherteam vom archäologischen Institut der Universität Kapstadt entdeckte am Turkana-See in Kenia die Überreste von Wassertieren. Die Vorliebe dafür dürfte die Evolution des menschlichen Hirns beschleunigt haben, berichtet der deutsche Online-Nachrichtendienst wissenschaft.de. (red)

Kunst im städtischen Raum erfassen

Mit zwei geförderten Projekten war die Akademie der bildenden Künste in Wien die Siegerin beim letzten Arts & Science Call des Wiener Wissenschaftsfonds WWTF. Die weiteren Fördernehmer: Die Forschungs- und Beratungsstelle Arbeitswelt (Forba), die Vereine Xperiment sowie Science Communications Research und die Uni Wien. Bei einer Projektpräsentation am Dienstagnachmittag betonte der Wiener Wissenschaftsstadtrat Andreas Mailath-Pokorny, dass die Wissenschaft eine ideale Möglichkeit sei, um die Bedeutung von Kunst und Kultur im städtischen Raum zu erfassen. Bisher wurden in zwei Calls zum Thema aus über 120 Anträgen zehn Projekte und drei Fellowship-Vorhaben mit 2,77 Mio. Euro gefördert. (red/DER STANDARD, Printausgabe, 02.06.2010)


Software verarbeitet Tierstimmen

Braunschweig - Kühe sind eher wortkarg. Sie kennen nur zehn verschiedene Laute und Rufe, um Stimmungen auszudrücken. Schweine sind dagegen viel lebhafter und kommunikativer, weiß der Agrarforscher Gerhard Jahns aus Wendeburg bei Peine. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der computergestützten Erkennung von Tierstimmen. Der Bioakustiker Jahns hat eine Software entwickelt, mit der verschiedenste Tierstimmen und -stimmungen verarbeitet werden können. Sie basiert auf Methoden der Spracherkennung beim Menschen. Das macht deshalb Sinn, weil die Lauterzeugung bei Wirbeltieren - vom Frosch über die Kuh bis zum Menschen - physiologisch sehr ähnlich ist. (DER STANDARD, Printausgabe, 1. 6. 2010)


Viren im Blut jugendlicher Diabetiker

Dass der Typ-1-Diabetes, der meist bei Kinder- und Jugendlichen erstmals auftritt, eine Autoimmunerkrankung ist, weiß man. Der Körper hält die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse für Fremdkörper und zerstört sie. Patienten müssen lebenslang Insulin spritzen. Über die auslösenden Faktoren dieser Krankheit hat man aber bisher gerätselt. Wissenschafter der italienischen Universität Insubria in Varese haben nun eine statistisch signifikante Verknüpfung zwischen dem Auftreten von viralen Infektionen und Typ-1-Diabetes entdeckt. 83 Prozent der insgesamt 112 getesteten, zwei- bis 16-jährigen Kinder, die eben erst den Befund "zuckerkrank" erhielten, wiesen Spuren von Enteroviren auf. (pi)

Testosteron macht Menschen skeptisch

Testosteron macht Menschen offensichtlich skeptisch. Das wollen nun niederländische Forscher der Universität Utrecht herausgefunden haben: 24 im Durchschnitt 20-jährigen Frauen wurde entweder das männliche Geschlechtshormon oder ein Placebo injiziert, während sie die Fotos fremder Personen betrachteten und nach Vertrauenswürdigkeit bewerteten. Das Ergebnis: Die Skepsis wuchs. Testosteron könnte demnach ein Gegenspieler des vertrauensfördernden Hormons Oxytocin sein. (red/DER STANDARD, Printausgabe, 26.05.2010)


Grönland erhebt sich, da Gletscher abschmelzen

Miami - Der Klimawandel lässt nicht nur den Meeresspiel ansteigen, sondern auch die Landmasse Grönlands, wie Forscher um Yan Jiang (Uni Miami) in "Nature Geoscience" berichten. Der schmelzende Gletscher verringern die Last, weshalb sich die Landmasse um jahrlich 2,5 cm erhöht. Sollte die Entwicklung in dieser Form weitergehen, könnte sich der Anstieg auf fünf Zentimeter jährlich erhöhen.

Viagra lässt Risiko eines Gehörverlusts ansteigen

Chicago - Das Potenzmittel Viagra kann bleibende Hörschäden hinterlassen. Die sogenannten PDE-5-Hemmer verdoppeln das Risiko für einen Gehörverlust, zeigt eine Studie an mehr als 11.000 Männern, die im Fachblatt "Archives of Otolaryngology-Head and Neck Surgery" (Bd. 136, S. 481) veröffentlicht wurde. Da Männer in der Vergangenheit wiederholt von Hörschäden nach der Einnahme von Viagra berichtet hatten, müssen Verpackungen in den USA inzwischen einen entsprechenden Warnhinweis tragen.

Hohe internationale Ehrung

Dem evangelischen Theologen und Medizinethiker Ulrich Körtner (Uni Wien) wird von der Pariser Faculté libre de Théologie Protestante ein Ehrendoktorat verliehen. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 22.-24. 5. 2010)


Rotaugenlaubfrösche lassen es zittern

New York - Forscher haben eine neue Kommunikationsfom im Tierreich entdeckt. Wie ein internationales Forscherteam um Michael Caldwell (Uni Boston) im Fachblatt "Current Biology" berichtet, bringen männliche Rotaugenlaubfrösche in Panama die Stengel von Pflanzen, auf denen sie gerade sitzen, durch spezielle Bewegungen zum Vibrieren. Auf diese Weise dürften sie ihren Rivalen Informationen über die eigene Größe und den Aggressivitätsgrad mitteilen. (tasch, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 21. Mai 2010)


Weibliche Prachtlibellen begehren heiße Männchen

Sheffield - Männchen einer japanischen Prachtlibellenart führen verrückte Flugmanöver aus, um Weibchen zu beeindrucken. Nun haben Forscher mit Spezialkameras noch einen zweiten Attraktivitätsfaktor gefunden: Weibchen stehen auf heiße Männchen. Wärme bedeutet nämlich Zugang zu sonnigen Plätzchen, die ideal für die Eiablage sind, so die Biologen im Fachblatt "Behavioral Ecology and Sociobiology".

Elefanten kühlen sich nicht nur mit den Ohren

Wien - Wiener Forscher um Nicole Weissenböck beschreiben im "Journal of Thermal Biology" einen bisher unbekannten Trick, wie sich Elefanten kühl halten: Sie verfügen über rund 15 "Hot Spots" - das sind blutgefäßreiche Hautgebiete, mit denen sie ihre Temperatur regulieren können. (tasch


Fledermaus-Fellatio sorgt für irischen Uni-Skandal

Ein vor einem halben Jahr veröffentlicher Aufsatz über die kopulationsverlängernde Wirkung oraler Stimulation bei einer asiatischen Fledermausart (erschienen in PLoS ONE) hat an der Uni Cork in Irland ein Nachspiel, wie der New Scientist berichtet. Der Psychologe Dylan Evans hatte den Aufsatz einer Kollegin zum Lesen gegeben, die sich dadurch sexuell belästigt fühlte.

Die Uni-Direktion leitete ein Verfahren ein, das Evans vom Belästigungsvorwurf freisprach, aber einen Witz mit sexuellen Anspielungen konstatierte. Evans wurde für zwei Jahre unter Beobachtung gestellt und erhielt keine Dauerstellung. Das wiederum hat zu einer Petition zugunsten von Evans geführt, die immerhin vom US-Philosophen Daniel Dennett und dem Psychologen Steven Pinker unterzeichnet wurde. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 19.05.2010)


Ab 50 entspannt es sich bei US-Amerikanern

Washington - Zumindest bei den US-Amerikanern wird ab 50 alles "easy", wie eine Befragung von 340.000 Personen ergeben hat: Stress, Ärger und Sorgen nehmen nachhaltig ab. US-Männer sind übrigens in allen Alterslagen zufriedener als Frauen, so eine neue Studie im Fachblatt PNAS. (tasch)

Exner Medaille an Bertil Andersson und Ada Yonath

Wien - Bisher 18 Nobelpreisträger haben die seit 1921 vergebene Wilhelm Exner Medaille gewonnen, einen der wichtigsten Wissenschaftspreise Österreichs. Mit der israelischen Strukturbiologin Ada Yonath (Nobelpreis 2009) kommt heuer eine weitere Laureatin dazu. Der zweite Preisträger 2010 ist der schwedische Biochemiker Bertil Andersson. (tasch, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 18. Mai 2010)


Archaeopteryx konnte nicht richtig fliegen

Washington - Nach Analysen der Federn des Urvogels Archaeopteryx (lebte vor 140 Mio. Jahren) und seines Kollegen Confuciusornis (lebte vor 100 Mio. Jahren) kommen Forscher zum Schluss, dass diese bestenfalls flattern, aber nicht fliegen konnten. Wie die im US-Fachblatt Science (Bd. 328, S. 887) veröffentlichten Untersuchungen zeigen, war der Schaft ihrer Federn dünner als der heutiger Vögel. Deren Schäfte sind viel stabiler und dank eines hohlen Schafts auch noch leicht. (tasch)

Frauen mit gleichaltrigem Partner leben länger

Rostock - Für die Männer gilt weiterhin der Grundsatz "Heirate eine junge Frau, und du lebst länger". Frauen hingegen sollten einer neuen Studie zufolge gleichaltrige Partner wählen, um möglichst lange zu leben, wie Forscher des Max-Planck-Institut für demografische Forschung in Rostock berichten. Nach Auswertung der Lebensdaten von zwei Millionen dänischer Paare zeigte sich nämlich: Je größer der Altersdifferenz zum Partner - egal ob jünger oder älter - desto geringer die Lebenserwartung der Frauen. Bisherige Theorien müssten überdacht werden, betonte der deutsche Demograf Sven Drefahl. (dpa, red/DER STANDARD, Printausgabe, 14.05.2010)


Viele Überstunden können dem Herz schaden

Wer täglich drei oder mehr Überstunden macht, riskiert wahrscheinlich ein krankes Herz. Das behaupten britischen Mediziner in der neuen Ausgabe des European Heart Journal auf Basis der Daten von 6000 britischen Beamten zwischen 39 und 61 Jahren, die über einen Zeitraum von elf Jahren untersucht wurden. Zwei Drittel der Studienteilnehmer waren Männer. Nach elf Jahren waren 369 Beamte entweder an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung gestorben oder hatten einen Herzinfarkt erlitten. Die Forscher errechneten ein um 60 Prozent erhöhtes Erkrankungsrisiko für all diejenigen, die täglich drei bis vier Überstunden machten. (APA, red/DER STANDARD, Printausgabe, 12.05.2010)


Nüsse können helfen, Cholesterin zu senken

Loma Linda - Der Konsum von Nüssen könnte zu Verbesserungen des Cholesterinspiegels führen, berichten kalifornische Mediziner in den "Archives of Internal Medicine" nach Auswertung von 25 einschlägigen Studien. Bei insgesamt 583 Probanden sei das "schlechte" LDL im Schnitt um 8,3 Prozent zurückgegangen. (DER STANDARD, Printausgabe, 11. 5. 2010)


Kein Ende des Streits um das Ende der Dinosaurier

Wien - Der Forscherstreit, ob die Dinosaurier nun durch einen Meteoriteneinschlag vor 65 Millionen Jahren oder doch durch starke vulkanische Aktivität auf der Erde ausgestorben sind, geht weiter. Während ein internationales Forscherteam kürzlich neue Argumente für die Meteoritentheorie präsentierten, untermauerte Gerta Keller (Princeton) bei der Generalversammlung der "European Geosciences Union" (EGU) in Wien einmal mehr ihre höchst umstrittene Vulkanthese. (APA, tasch, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 7. Mai 2010)


Weltraumbeben auf der Geowissenschafter-Tagung

Wien - Wenn Kompassnadeln zittern und nicht verlässlich nach Norden zeigen, dann muss kein Erdbeben dahinterstecken: Auch intensive Sonnenstürme können das Erdmagnetfeld erschüttern. Geowissenschafter, die sich gerade zur Jahrestagung der Europäischen Geowissenschaftlichen Union in Wien befinden, wollen dafür den Begriff "Weltraumbeben" einführen - just zu einem Zeitpunkt, als gerade eines der stärksten Beben dieser Art stattfindet. Ebenfalls ein Tagungsthema: die Schwankungen des Meeresspiegels, die früher einmal gewaltige Ausmaße erreichten. In der Zeit vor zwischen 14 und 35 Millionen Jahren gab es rund zehn Zyklen mit Schwankungen um bis zu 100 Metern. (APA, red, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 6. Mai 2010)


Problematische Rückkehr des Weißkopfseeadlers

In den 1960er-Jahren ist der Weißkopfseeadler, das Wappentier der USA, auf den Channel-Inseln vor Südkalifornien ausgestorben. Nun soll er ebenda wieder angesiedelt werden, was zu Umweltproblemen führen könnte, wie Forscher im Fachblatt PNAS befürchten. Isotopenanalysen von Vogelknochen haben ergeben, dass sich die Tiere vor allem von heute geschützten Seevögeln ernährten. Außerdem könnten ihnen die bedrohten Inselfüchse zum Opfer fallen. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 5.5.2010)


Zu viel Fernsehen schadet Kindern langfristig

Montreal - Wer immer schon gewusst hat, dass TV-Konsum für die Kleinen schlecht ist, darf sich bestätigt sehen: Eine neue kanadische Langzeitstudie belegt, dass mehr als zwei Stunden Fernsehen pro Tag in der frühen Kindheit später zu Passivität im Unterricht, Mathe-Problemen und Übergewicht führen kann, so die Forscher im Fachblatt "Archives of Pediatric & Adolescent Medicine" (Bd. 164, S. 425).

Facebook zeigt an, ob Teenager schon Sex wollen

Vancouver - US-Kinderärzte haben herausgefunden, dass die Gestaltung von Seiten bei MySpace und facebook bei Jugendlichen darüber etwas aussagen, ob die Teenager Sex haben wollen oder nicht. In aller Kürze: der Spruch der bellenden Hunde, die nicht beißen, gilt nicht. Eltern sollten Hinweise auf den fb-Seiten ihrer Kinder in angebrachten Fällen zur Sexualkunde-Nachhilfe nützen. (DER STANDARD, Printausgabe, 4.5.2010)

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