Tom Turbo und der Sport

5. Mai 2010, 11:26
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Meine erste Bekanntschaft mit sportlichen Autos machte ich als Führerscheinneuling mit dem Porsche 944 Turbo S meiner Lieblingstante. Mit dem S-Max gemein hatte er aber nur das Turboloch, wenn auch in anderen Dimensionen.

Hätte es damals schon den "Tom Turbo" im Fernsehen gegeben, der Wagen hätte diesen Spitznamen eindeutig verdient. Irgendein Wahnsinniger in Zuffenhausen hatte nämlich die geniale Idee, auf einen 2,5l-Vierzylinder einen Turbo von der Größe einer Trocknerhaube drauf zu schrauben. Das Ergebnis war ein sensationelles Turboloch bis zu einer Drehzahl, wo moderne Dieselmotoren sich schon bereit machen, bald ihre Ventile abzuwerfen. Meinem S-Max ist so ein Verhalten erfreulicherweise fremd, der zieht gleichmäßig durch, nur ganz unten im Drehzahlkeller braucht's mal eine kleine Turbogedenksekunde, und das Rühren im manuellen 6-Gang-Getriebe flutscht einwandfrei.

Geistig noch immer schwer gezeichnet vom langjährigen Besitz eines Autos mit 4l-V8-Motor (ich war jung, dumm, und brauchte offenbar das Geld nicht) bin ich doch erstaunt, wie gut heutzutage 140 Diesel-Pferde trotz der Größe des S-Max in den Alltag passen. Er macht einfach Spaß, fordert mich aber nicht heraus wie viele andere Autos, und wenn mich der Hafer sticht liegt der S-Max wirklich gut und neutral auf der Straße, da können viele Mittelklasseautos nicht mithalten.

Meine Tante behauptet übrigens ja noch heute, sie hätte den Porsche auch mal unter 20l auf 100km bewegt, ich glaub ihr das nach wie vor nicht. Bei ihrem Fahrstil wurde mir meist beim Ausparken schon schlecht.

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