Kim Jong-il in China

5. Mai 2010, 16:39
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Erste Auslandsreise seit Sommer 2008 - Bitte um wirtschaftliche Hilfe und Investitionen als Grund vermutet

Peking - Ein Staatsbesuch der besonderen Sorte ist die Reise des nordkoreanischen Machthabers King Jong-il ins große Nachbarland China. Statt öffentlichen Auftritten im Blitzlichtgewitter und Händeschütteln mit dem chiniesischen Staats- und Parteichef Hu Jinatao, werden nur verschwommene Fotos und jede Menge Mumaßungen von der ersten Auslandsreise Kims seit dem Sommer 2008 überliefert.

Am Mittwoch ist er offenbar zu einem Treffen mit Hu Jintao in Peking eingetroffen. Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen fuhr ein Autokonvoi, in dem Kim Jong-il vermutet wurde, ins Staatsgästehaus Diaoyutai, wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo beobachtete. Über eine Zwischenstation in der Hafenstadt Tianjin 150 Kilometer südöstlich von Peking war der nordkoreanische Führer mit seinem Sonderzug aus Dalian gekommen.

Es ist seine erste Auslandsreise seit seinem mutmaßlichen Schlaganfall im Sommer 2008 und der erste Besuch in China seit vier Jahren. Wie schon bei seinen früheren Besuchen bestätigte die Regierung in Peking - offenbar auf nordkoreanischen Wunsch hin - nicht einmal, dass Kim Jong-il überhaupt im Land ist.

Hilfsersuchen Kim Jong-Ils als Grund für Besuch vermutet

Wegen der desolaten Lage der nordkoreanischen Wirtschaft wurde erwartet, dass Kim Jong-il bei seinem befreundeten, wirtschaftlich starken Nachbarn um Hilfe und Investitionen bitten wird. Ob er im Gegenzug zu einer Wiederaufnahme der Sechser-Gespräche über ein Ende seines Atomwaffenprogramms bereit sein wird, scheint aber offen. Nordkorea hatte die Gespräche mit China, den USA, Südkorea, Japan und Russland im vergangenen Jahr einseitig abgebrochen.

Die Aussichten für eine Rückkehr an den Verhandlungstisch haben sich allerdings durch die Spannungen um den mysteriösen Untergang eines südkoreanischen Kriegsschiffes an der umstrittenen Seegrenze verschlechtert. Nach ersten Untersuchungen verdächtigt Südkorea den Nachbarn im Norden, etwas damit zu tun zu haben. Nordkorea hat den Verdacht zurückgewiesen. (red/APA)

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    Kim Jong-il verlässt sein Hotel im nordchinesischen Dalian

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    Ist er's oder ist er's nicht? Beobachter in Peking vermuteten am Mittwoch den nordkoreanischen Führer Kim Jong-il hinter den verdunkelten Scheiben einer Luxuslimousine.

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