Der erste Elektro-Golf fährt bereits

6. Mai 2010, 17:37
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Der Deutsche Verkehrsminister tankt seinen Golf schon an der Steckdose. VW denkt sich aber was dabei, ihm das Auto zu geben

Die Ansage von Volkswagen ist mehr als deutlich: "Wir wollen bis 2018 eine neue Art nachhaltiger Mobilität etablieren, weshalb wir Elektrofahrzeuge mit Bestsellern vom Schlage eines Golf aus dem Bereich der Nischenmodelle bringen." Aber um das zu schaffen, braucht Volkswagen ein wenig Hilfe von Seiten der Regierungen: "Wir müssen dafür sorgen, dass die Energie für den Betrieb der Elektroautos aus erneuerbaren Energien erzeugt wird. Da die Automobilhersteller auf die Art der Kraftwerke keinen Einfluss haben, muss die Bundesregierung die Nutzung umweltfreundlicher Energiequellen sicherstellen", sagt der Vorstandsvorsitzende der Volkswagen AG, Professor Doktor Martin Winterkorn, bei der Präsentation des Elektro-Golf mit dem Namen: Golf blue-e-motion.

Um ein wenig Druck auf die Regierung zu machen und gleichzeitig zu beweisen, wie wichtig ein flächendeckendes Netz von Ladestationen ist, übergab VW einen Golf blue-e-motion an Verkehrsminister Peter Ramsauer. 500 Testfahrzeuge möchte VW im kommenden Jahr testen, denn laut VW-Vision sollen ab 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf der Straße fahren.

Der Golf blue-e-motion ist jedenfalls schon ein alltagstaugliches Auto, wenn man erst einmal das Problem der Garagensteckdose gelöst hat: Mit einer Reichweite von bis zu 150 Kilometer ist er in der Lage, die meisten beruflichen Pendler in die Arbeit und zurück zu bringen – laut einer deutschen Studie pendeln über 70 Prozent der Deutschen unter 25 Kilometer weit – also keine Herausforderung für den Elektro-Golf. Dieser schafft eine Spitzengeschwindigkeit von 140 Stundenkilometer, hat eine maximal abrufbare Leistung von 85 Kilowatt – umgerechnet 115 PS – und ein Drehmoment von 270 Newtonmeter, das erwartungsgemäß schon sehr früh anliegt.

Um die Reichweite zu erhöhen, wird im Schiebebetrieb der Motor ausgekuppelt und durch eine Rekuperation sogar Energie zurückgewonnen und in den Akkus gespeichert. Die Batterieelemente befinden sich im Mitteltunnel, unter der Rücksitzbank und im Kofferraum, der im E-Golf noch ein Restvolumen von 237 Liter hat. Der Elektromotor ist vorne untergebracht. Insgesamt wiegt der Golf blue-e-motion 1545 Kilogramm und ist damit um 205 Kilogramm schwerer als der BlueMotion TDI mit DSG, rechnet Volkswagen vor.

Und Volkswagen rechnet sich aus, dass wenn der deutsche Verkehrsminister halbwegs zufrieden ist mit seinem Elektro-Golf, möglichst viele der Million E-Autos 2020 ein VW-Logo tragen. Wann die ersten blue-e-motion Golf nach Österreich kommen, steht indes noch nicht fest – genauso wenig wie fix ist, dass diesen dann Doris Bures fahren wird.

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  • Volkswagen-Vorstand Ulrich Hackenberg und der deutsche Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung Peter Ramsauermit der weltweit erstmals gezeigten Studie Golf blue-e-motion.
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    Volkswagen-Vorstand Ulrich Hackenberg und der deutsche Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung Peter Ramsauermit der weltweit erstmals gezeigten Studie Golf blue-e-motion.

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