AUA und bmi belasten Lufthansa weiterhin

5. Mai 2010, 18:05
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AUA im ersten Quartal mit 64,7 Millionen Euro Verlust

Wien - Die beiden Töchter AUA und British Midland (bmi, wird vom Österreicher Wolfgang Prock-Schauer geführt) machen der Lufthansa weiter Sorgen, denn schwarze Zahlen sind nicht in Sicht. Sogar die Vorzeigetochter Swiss hat erstmals seit 2005 im ersten Quartal einen Verlust von knapp sieben Mio. Euro eingeflogen. AUAund bmi lasten mit einem operativen Verlust von zusammen 111 Mio. Euro auf der Lufthansa-Bilanz. Operativ hat die AUAeinen Verlust von 64,7 (nach 64) Mio. Euro eingeflogen. Im gesamten Lufthansa-Konzern betrug das Minus 330 Mio. Euro.

Zum Jahresultimo erwartet der Konzern von AUAund bmi einen Verlust im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Die Lufthansa hat am Mittwoch den Kurs für die AUA definiert: Ziel der AUA sei es, heuer den operativen Verlust "signifikant" zu reduzieren. Im zweiten Quartal sollen Restrukturierungseffekte bei der AUA ergebniswirksam greifen.

Preisgestaltung

An der Preisfront sieht AUA-vorstand Andreas Bierwirth derzeit "Parallelverschiebungen nach oben und unten" . Auf der - sich belebenden - Langstrecke hofft die AUA, die Durchschnittspreise steigern zu können. Bei den Kampfpreisen auf Europa-Kurzstrecken muss sich die AUA an den Preise der Billigflieger orientieren. Ein Boden dürfte da noch nicht erreicht sein, ließ der Vorstand heute durchblicken: Sinke das Niveau der Mitbewerber weiter, sei man gezwungen mitzugehen. Bmi-Chef Prock-Schauer wiederum glaubt, dass die Airlines wie Ryanair mit ihrer Idee auf Grenzen stoßen, weil die Flugzeughersteller nicht mehr bereit seien, ihnen Flieger so billig wie bisher zur Verfügung stellen.

Prock-Schauer, seit November 2009 bmi-Chef, fährt seither einen Restrukturierungskurs mit der Airline, die etwa halb so groß ist wie die AUA und ähnlich defizitär. Bmi hat derzeit keine Langstrecke. Ihr zentrales Asset sind elf Prozent der Start- und Landerechte in Heathrow. Die Star Alliance kommt in Heathrow in Summe auf 33 Prozent, British Airways auf 40 Prozent. Prock-Schauer, der viele Jahre bei der AUA und zuletzt sieben Jahre bei der indischen Jet Airways war, glaubt, dass die Flüge nach Kontinental-Europa noch ausbaubar seien. (cr, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 6.5.2010)

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