US-Regierung ignorierte Warnungen

5. Mai 2010, 16:05
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Ozeanografiebehörde hatte Sicherheitsbedenken - Erstes von drei Öllecks geschlossen - An der auslaufenden Ölmenge ändert sich nichts

Dallas/New York/Washington - Wie jetzt bekannt wurde, soll die US-Regierung, die für die Ölförderung verantwortlich ist,  Warnungen der Wetter- und Ozeanografiebehörde der Vereinigten Staaten (NOAA) ignoriert haben. Die NOAA veröffentlicht laufend Berichte über die Risiken von Öl-Bohrungen und empfahl der Regierung "eine gründlichere Analyse" und meldete große Sicherheitsbedenken an. Vor und nachdem Obama am 31. März 2010 weite Teile der amerikanischen Küste für Bohrungen freigeben hat, wurden die NOAA-Warnungen aber heruntergespielt und alte Untersuchungen als Grundlage für die Berechnungen der Sicherheitsrisiken genommen, berichten US-Medien.

Auch der Betreiber der gesunkenen Ölplattform sorgte sich im vergangenen Jahr um die Sicherheit auf den Bohrplattformen. Wegen vier tödlicher Unfälle wurde den Topmanagern der Firma Transocean sogar der Bonus gestrichen, wie aus amtlichen Dokumenten hervorgeht, die am 1. April eingereicht wurden. Transocean ist ein Spezialist für Bohrplattformen und hatte die "Deepwater Horizon" an BP verliehen. Mit dem Wegfall der Boni wollte man dem Management ein Anreiz gegeben werden, um für mehr Sicherheit zu sorgen.

Erstes von drei Öllecks geschlossen

Dem britischen Ölkonzern BP ist es am Mittwoch gelungen, eines der drei Lecks zu schließen, aus denen Öl ins Wasser sprudelt. Wie der Sender CNN berichtete, handelt es sich dabei um die kleinste undichte Stellen die in 1.500 Meerestiefe liegt. Allerdings wird sich durch dieses abgedichtete Loch am Ölaustritt ins Meer kaum etwas verändern, erklärte BP-Manager Doug Suttles.

Die weiteren Arbeiten zur Eindämmung des Ölzuflusses würden aber erleichtert. Man könne sich jetzt auf die zwei großen Problemstellen kümmern. Aber diese Prozedur werde  bis zu drei Monate dauern.

Günstige Winde

Der Ölteppich im Golf von Mexiko bleibt der US-Küste vorerst fern. Die Natur scheint den Einsatzkräften bei der Bekämpfung der Ölpest zu helfen. Zwar sprudeln weiter jeden Tag schätzungsweise 700 Tonnen Rohöl ins Wasser. Aber dank günstiger Winde wurde das Öl auch am Dienstag noch nicht am Festland angeschwemmt. Die Einsatzleiter vor Ort schätzen, dass es in den nächsten drei Tagen so bleibt.

Der Wind gibt den Einsatzkräften Zeit, Säuberungsarbeiten und Schutzmaßnahmen für die Küstenregion mit Hochdruck voranzutreiben.

Hoffnung Stahlkuppel

Hoffnung setzt der Konzern auf eine 70 Tonnen schwere riesige Metallkuppel. Sie soll noch am Mittwoch (Ortszeit) aufs Meer gebracht werden und dann über die ständig sprudelnde Ölquelle am Meeresboden gestülpt werden und das Öl auffangen. Das Öl will BP dann auf ein Schiff ableiten.

Metallkuppel soll Öl absaugen

Der Anschluss der nötigen Leitungen wird erst in der kommenden Woche  möglich sein. Wenn alles klappt: BP betont, eine solche Kuppel sei noch nie so tief im Meer eingesetzt worden.

Öl wird von der Wasseroberfläche abgeschöpft

Dank des besseren Wetters arbeiteten Experten zur Zeit daran, Öl von der Wasseroberfläche abzuschöpfen und durch das Versprühen von Chemikalien aufzubrechen. Das Mittel, das einer Seifenlauge ähnelt, wurde erneut mit Hilfe von Roboterfahrzeugen unter Wasser eingesetzt.

Häftlinge werden bei Rettungsarbeiten eingesetzt

Häftlinge sollen nun eingesetzt werden, wenn Tierschützer an der Küste des US-Bundesstaats Louisiana versuchen, Vögel vom klebrigen Öl zu befreien.  Das Gefieder der Tiere mit viel Wasser und Seife zu reinigen, sei aber Arbeit der "Profis". Die Gefangenen sollen den Helfern jedoch für Zimmerer- und Installateur-Arbeiten in den Tierstationen zur Seite stehen .(APA)

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    Ein von drei Lecks soll am Mittwoch (Ortszeit) geschlossen werden. An der Ölmenge, die ins Meer gelangt wird sich aber nichts ändern. Weiterhin sprudeln schätzungsweise 700 Tonnen Rohöl ins Wasser

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    Häftlinge sollen nun eingesetzt werden, wenn Tierschützer an der Küste des US-Bundesstaats Louisiana versuchen, Vögel vom klebrigen Öl zu befreien. Das Gefieder der Tiere mit viel Wasser und Seife zu reinigen, bleibt aber Arbeit der "Profis".

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