0:2 - Salzburg stolpert in Kapfenberg

4. Mai 2010, 23:23
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Leader gegen dezimierten Gegner erst verschlafen, dann ideenlos - Janko verschießt Elfer. Titelrennen nimmt wieder etwas Fahrt auf

Kapfenberg - Nach 22 Spielen kam das Serien-Ende. Salzburg hat am Dienstag in der 34. und drittletzten Runde der Fußball-Bundesliga wieder einmal verloren. Und zwar in Kapfenberg. Die Steirer besiegten den Tabellenführer 2:0 (1:0). Sollte es am Mittwoch im Wiener Derby einen Sieger geben, könnte der Titelkampf seinem Namen vielleicht doch noch seinem Namen gerecht werden. Trotz des Ausrutschers führen die Salzburger, die zuvor 22 Runden unbesiegt waren, nämlich aktuell noch sechs Punkte vor den Rapidlern und sieben vor den Austrianern.

Kapfenberg ging durch Sencar (11.) in Führung, doch kurz vor der Pause schien die Partie zu kippen. Schönberger sah die Rote Karte (37.) und wenig später bekam Salzburg einen Elfmeter zugesprochen, doch Janko scheiterte am an diesem Abend hervorragend haltenden Kapfenberg-Keeper Wolf (40.). Nach dem Wechsel ließen sich die leidenschaftlich kämpfenden Steirer trotz Unterzahl nicht bezwingen und führten aus einem Konter durch Alar die Entscheidung herbei (71.).

Es wurde schnell klar, dass der Underdog nach dem 3:5 gegen Rapid auch den Titelfavoriten unbedingt ärgern wollte. Die aggressiven und defensiv gut organisierten Hausherren, die auf Tabellenrang neun einzementiert sind, gingen auf dem rutschigen Rasen schnell in Führung. Nach Flanke von Alar (Schiemer sah untätig zu) gewann Pavlov das Kopfballduell gegen Schwegler und der ungedeckte Sencar hatte aus kurzer Distanz keine Mühe zu verwerten (11.).

Die Salzburger versuchten Ordnung in ihr Spiel zu bekommen und ein ähnliches Kunststück wie am vergangenen Samstag gegen Wr. Neustadt zu vollbringen. Da war es nach einem 0:1-Rückstand 25 Minuten später 4:1 gestanden. Doch diese Partie war eine härtere Nuss, bis auf einen Opdam-Schuss übers Tor (20.) gelang Salzburg lange Zeit gar nichts Auffälliges.

Bis zur 37. Minute, in der der bis dahin völlig unauffällige Janko von Schönberger niedergerungen wurde. Schiedsrichter Schörenhofer interpretierte das als Torraub und schloss Schönberger aus. Den Freistoß von knapp außerhalb des Strafraums zog Janko an der linken Stange vorbei (39.). Nur Sekunden später brachte Schmid im Kapfenberger Strafraum Svento zu Fall, beim von Janko schwach geschossenen Elfmeter ins rechte Eck war Wolf zur Stelle (40.). Der junge Deutsche hatte bereits am 13. März beim 0:1 in Salzburg einen Elfer des Teamstürmers pariert.

Nach der Pause waren die Fronten klar abgesteckt. Kapfenberg verteidigte mit  Leidenschaft , Salzburg baute deutliche Überlegenheit auf. Cziommer (48., 55., 59.), Janko (51.) und Tchoyi (68.) scheiterten entweder an Wolf oder verfehlten überhaupt das Tor. Weiterhin ließ der Tabellenführer allerdings die nötige Durchschlagskraf vermissen. Ein unbedingter Siegeswill war der Mannschaft von Huub Stevens nicht zu unterstellen.

Kapfenberg blieb trotz Unterzahl im Konter gefährlich und kam in der 71. Minute tatsächlich zu seinem zweiten Tor. Schiemer und Ulmer patzten in der Salzburger Abwehr und Alar bezwang Salzburg-Goalie Arzberger im zweiten Anlauf. Stevens brachte mit Wallner eine zweite Spitze und tauschte Zickler für Janko - doch seine Mannschaft rannte weiter ideenlos an. Der steirische Abwehrbeton hielt. (APA/rob)

Kapfenberger SV Superfund - Red Bull Salzburg 2:0 (1:0). Kapfenberg, Franz-Fekete-Stadion, 2.500, SR Schörgenhofer.

Torfolge: 1:0 (11.) Sencar, 2:0 (71.) Alar

Kapfenberg: Wolf - Schmid, Schönberger, Fukal, Gansterer - Stadler (46. Gollner), Hüttenbrenner, Sencar, Felfernig - Alar (87. Tieber) - Pavlov (46. Siegl)

Salzburg: Arzberger - Schwegler, Afolabi, Opdam (63. Wallner), Ulmer - Schiemer - Tchoyi (79. Vladavic), Leitgeb, Cziommer, Svento - Janko (73. Zickler)

Rote Karte: Schönberger (37., Torraub)

Gelbe Karten: Gansterer, Sencar, Felfernig

  • Restprogramm der Titelkandidaten:

Salzburg (73 Punkte): Austria (h), Sturm (a)

Rapid (67 Punkte): Austria (a), Sturm (h), Mattersburg (a)

Austria (66 Punkte): Rapid (h), Salzburg (a), Ried (h)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Feierabend in Kapfenberg

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