Wissenschaftsfonds vergibt erstmals Kunstpreis

4. Mai 2010, 18:17
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Neuer Call zur Förderung künstlerischer Forschung

Ein Foto einer Baustelle, genauer gesagt des entkernten 20er-Hauses mitsamt Schutt und Baggern, ziert das Cover des aktuellen Jahresbericht des Wissenschaftsfonds FWF. Das Bild stammt von Marcus Geiger, dem Gewinner des FWF-Kunstpreises, welcher - mit 10.000 Euro dotiert - heuer erstmals bei der Kunstmesse Viennafair verliehen wird.

Damit setzt die zentrale Institution zur Förderung von Grundlagenforschung ein recht deutliches Zeichen, um auf ihr Programm zur Entwicklung und Erschließung der Künste (PEEK) aufmerksam zu machen - was durchaus auf "gemischtes Feedback" stieß, wie FWF-Präsident Christoph Kratky einräumt. Dabei sei die Baustelle "eine fast perfekte Metapher" für die Förderagentur, die krisenbedingt mit erheblichen Budgetkürzungen zu kämpfen hat.

Mit der Vergabe eines Preises und der Präsenz auf der Viennafair will der FWF engere Bande zur Kunst-Community knüpfen. Die kann noch bis 12. Mai Projekte für den zweiten PEEK-Call einreichen. Rund 1,5 Millionen Euro stehen zur Verfügung, um künstlerische Forschung und Innovation nicht nur zur fördern, sondern auch zu stimulieren, wie Gerald Bast, Rektor der Universität für angewandte Kunst, betont. "Wir sind bisher in einer Situation, wo die Entwicklung der Künste in Wahrheit vom Kunstmarkt gesteuert wird" , sagt Bast, der sich über die "Erfolgsgeschichte" des 2009 gestartete PEEK-Programm freut.

Als "kleines Wunder für österreichische Verhältnisse" bezeichnet auch der Medienkünstler Peter Weibel das Bekenntnis des FWF zu Art-based Research. Weibel leitet eines von sieben Projekten, die bei der ersten Ausschreibung von einem internationalen Board den Zuschlag bekamen. Seither loten nun auch Künstler neben Wissenschaftern mit FWF-Mitteln ihre Grenzen aus. (kri/DER STANDARD, Printausgabe, 5. 5. 2010)

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