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US-Psychologen haben ihn kürzlich an die sechste Stelle der 50 größten Mythen der populären Psychologie gereiht. Nun wurde der Mozart-Effekt einmal mehr und womöglich endgültig als Irrtum entlarvt. "Entdeckt" wurde der Effekt von der US-Psychologin Frances Rauscher 1993: Sie hatte positive Auswirkungen von Mozart-Klängen auf das räumliche Vorstellungsvermögen festgestellt, diese Auswirkungen später selbst aber relativiert.
Nun haben Wiener Psychologen um Jakob Pietschnig 39 bisher durchgeführte Studien zum Mozart-Effekt mit mehr als 3000 Testpersonen einer eigenen unterzogen. Dabei zeigte sich, dass sich keine Steigerung der Intelligenz durch das Anhören von Mozart feststellen lässt, wie die Forscher im Fachblatt "Intelligence" schreiben. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 5.5.2010)
Kultur-Glosse
Mozart macht nicht klüger
(Von Andrea Schurian)
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...dass ein Effekt nicht existiert. Statistik erlaubt nur zu sagen ob ein (experimenteller) Effekt mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit (Signifikanz: 0.05, 0.01, 0.001 etc) auftritt. Ein negatives Ergebnis ist kein Beweis für die Nicht-Existenz. Um das zu erkennen, müssten die Journalisten ein bisschen Statistik beherrschen. "Dass der Mozart-Effekt existiert kann in dieser Studie zum wiederholten Mal nicht bewiesen werden", müsste also die Überschrift lauten.
Die Annahme, dass Mozarts Musik mit einer Steigerung der Intelligenz korrelieren soll, so dass von einem universellen Effekt gesprochen werden kann, wurde doch gerade wegen der verschwindend kleinen Signifikanz ad absurdum geführt, sprich, da muss nichts bewiesen werden. Analoges gilt für Gott.
Was hat Gott damit zu tun? Wenn Musik in gewissen Versuchsmodellen keinen Effekt hat, mag es eventuell schwierig sein ihre Existenz argumentativ nachzuweisen oder zu akzeptieren. Oder man könnte umgekehrt die Existenz von Intelligenz allgemein anzweifeln, da die Musik keinen signifikanten Effekt darauf hat. Wäre Gott ein physikalisches Phänomen, müßte man ihn in der Tat mit jederzeit wiederholbaren Versuchen nachweisen können; damit wäre er aber erklärbar und beschränkt, was wiederum den üblichen menschlichen Annahmen von Gott eklatant widerspräche. Gott kann mit wissenschaftlichen Mitteln nicht nachgewiesen werden, das wäre absurd! Unsere Wissenschaft ist aber unvollständig. Es gibt aber (und das läßt sich zeigen!) unbeweisbare Wahrheiten.
Gott in allgemeinen Fällen, sowie Mozart in diesem speziellen Fall sind willkürlich gewählte oder gar imaginäre Lösungen, welche durch beliebige andere Lösungen ersetzt werden könnten, welche wiederum genau so wenig veri- und falsifizierbar wären...deshalb Gott.
Deshalb dreierlei in aller Kürze:
1. Trotz der Bekanntheit sollte eigentlich "Mozart-Effekt" mit Anführungszeichen verwendet werden.
2. Unsere vielgeliebte Wikipedia gibt in besonderer Kürze schon eine schöne Relativierung der ersten Untersuchung, bei der ja nur Mozart-Musik, eine Entspannungs-CD und Stille verglichen wurden.
http://de.wikipedia.org/wiki/Mozart-Effekt
3. Desungeachtet sollte in der Wissenschaft nicht so bereitwillig von "endgültig" gesprochen werden. Aber in der Schlagzeile macht sich das natürlich besonders gut.
Und wieder mal wurde Korrelation und Kausalität verwechselt. Intelligente Menschen tendieren vermutlich eher zu intelligenter Musik. Stellt man eine Studie an, die Musikgewohnheiten und IQ von Testpersonen in Zusammenhang bringt und verdreht dabei die Kausalkette, kann es schon passieren, dass man der Meinung ist, das Höhren von intelligenter Musik macht die Leute intelligenter.
Kommt leider nur allzu oft vor...
Der Ausdruck "Intelligenz" - eine kanonische Definition davon ist mir nicht bekannt - erweckt als solcher den Eindruck eines einheitlichen Substrates, wo er doch eher auf ein Konglomerat verschiedener Fähigkeiten - zur Lösung verschiedenartiger Probleme (ich selbst bin mir da nicht so sicher, aber ein Psychologe würde es vielleicht so ausdrücken) - hinzielt. Räumliches Vorstellungsmögen ist eine davon. Hitler besaß es in hohem Maße, aber gerade zur Lösung der Probleme, die er sich vornahm, war es ein recht nutzloses Talent.
"Thurstone beschreibt sieben intellektuelle Primärfaktoren (primary mental abilities), die die Grundlage der menschlichen Intelligenz darstellen sollen. [...] Seine Primärfaktoren sind: Umgang mit Zahlen, Sprachverständnis, Raumvorstellung, Gedächtnis, schlussfolgerndes Denken, Wortflüssigkeit und die Auffassungsgeschwindigkeit." (wiki)
Also, wenn ich klassische Musik nicht mag, dann kann auch kein positiver Effekt erkannt werden. Milchkühe geben bei Mozartmusik nachweislich mehr Milch, weil sie entspannt sind. Liebhaber neuerer "Musik" (MP3-Ohrstöpselmusik) jedoch könnte bei gleicher Musik der Stressfaktor steigen.
Studienkollen und ich selbst habe oft bei klassischer Musik (Mozart, Brahms, Schubert) Formeln gelernt und abgeleitet, die ich nach zig- Jahren noch immer nachvollziehen kann. Eine Mehrfachverknüpfung beim Lernen und im Unterbewußtsein fördert m.E. die geistige Leistungsfähigkeit. Und Kinder die eigene Musik machen, sind geistig wesentlich fitter, als Handy- und Dauer-MP3 - Nutzer.
Ist dieses Forschungsteam von "Deutschland sucht den Superstar finanziert
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