Island

Vom Vulkan-Gletscher dürfte nicht viel übrig bleiben

04. Mai 2010 16:28

Eruption verstärkt Folgen der Erderwärmung - Island könnte in 200 Jahren nur noch in seinem Namen Eis haben

Reykjavik - Der vor eineinhalb Monaten erwachte Vulkan unter dem isländischen Gletscher Eyjafjallajökull könnte das gänzliche Verschwinden der Eiskappe über dem Vulkanmassiv nach sich ziehen. Der Gletscher-Experte Helgi Björnsson sagte gegenüber der Tageszeitung "Morgunbladid", die jüngsten Lava-Eruptionen hätten ein massives Abschmelzen verursacht. Zusammen mit den prognostizierten Folgen der Erderwärmung könnte dies ein rascheres Ende für den Eyjafjallajökull bedeuten als bisher vorausgesagt.

Nach Meinung von Geologen dürften die großen isländischen Gletscher, die derzeit rund elf Prozent der Gesamtfläche der Insel bedecken, innerhalb von 200 Jahren verschwunden sein, falls der gegenwärtige Trend zu wärmeren Temperaturen so lange anhält. Als letzter wird dann der größte Gletscher Islands gehen, der Vatnajökull mit rund 8.100 Quadratkilometern Fläche und einer Dicke zwischen 400 Metern und einem Kilometer.

Am Wochenende hatten Augenzeugen den Austritt von siedendem Schmelzwasser in eine Lagune vor einer Zunge des Eyjafjalla-Vulkans beobachtet. Der isländische Rundfunk RUV berichtete über Flutwellen von Schmelzwasser im Abstand von zehn Minuten sowie vom Austritt giftiger Gase unter der Gletscherzunge. Die Behörden rieten Touristen daher ab, sich in die Nähe der Schmelzwasserlagune zu begeben. Auch an der Oberfläche des Gletschers wurde ein starker Abfluss von Schmelzwasser beobachtet. Die jüngste Aschewolke aus dem Vulkan bewegte sich indessen nach Angaben des isländischen Wetterdienstes am Dienstag weiter in südöstlicher Richtung weg von der Insel. (APA/red)

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14 Postings
Zhdophanti
06.05.2010 10:47

Dem bösen Vulkan wars halt egal, ob da jetzt ein bedrohter Gletscher ist, wo er ausbricht. Die Natur ist hart.

Hartmut Kong
05.05.2010 22:19
Island schwimmt dann weg!

Glaziologen sagen voraus, das Island im Falle der totalen Gletscherschmelze sehr viel leichter wird, dann aufschwimmt und mit den Islandtiefs nach Süden driftet. Falls die kleine .Insel die Rheinmündung findet, könnte sie über den Main-Donau-Kanal donauabwärts driften und so vor Wien erscheinen

kerling
06.05.2010 13:34

Da wird dann die Donau verstopft weil Island grösser als Österreich ist...

Cuchullain
12.05.2010 14:56
... zumindest als der Donaukanal



;-)

kerling
05.05.2010 14:12

Es ist ein Irrtum, dass es auf Island immer schon Gletscher gegeben hat, also wird man ganz gut ohne auskommen und sich über die Warmperiode freuen, die es seit Landnahme vor 1000 Jahren öfters gegeben hat. Damals war der Eyjafjallajökull noch die Eyjafjöll (Inselberge) ohne jökull (Gletscher, im genetiv werden fjöll zu fjalla :-) und die Gletscherkappe war schon vor dem Ausbruch nur ca. 80 km2. Die ältesten Gletscher sind gerade mal 2500 Jahre alt, keine Reste der Eiszeit wie oft angenommen.

Nick Tameer
05.05.2010 20:28

Es wundert mich, dass das Volk der Skalden so phantasielose und prosaische Ortsnamen verwendet - man sollte meinen unter einem, sagen wir "Ort, wo Siggeir den Troll tötete", was allerdings mit äußerst rätselhaften Metaphern ausgedrückt werden müsste, ginge da nichts. Außerdem müsste doch die Zahl der Eyjafjöllen in Island Legion sein, weshalb der Name sogar unpraktisch ist - oder unterscheidet die isländische Sprache 30 Arten von Inselbergen?

kerling
06.05.2010 13:40

Haarscharf vorbei, der Sagenheld der dort getötet hat (allerdings keinen Troll) vor knapp 100 Jahren hiess Gunnar :-).
Un so viel Berge gibt´s nicht, die vor nicht so langer Zeit Inseln waren... daher der Name. Die schöne flache Küstenlandschaft ist ja auch durch Vulkanausbrüche entstanden.

Nick Tameer
07.05.2010 23:15

Dass es noch vor einhundert Jahren in Island Sagenhelden gab, selbst wenn sie recht unspektakulär Gunnar hießen und nicht gegen Trolle kämpften, versöhnt mich ein wenig, und immerhin scheinen die Isländer normale Inselberge von Bergen zu unterscheiden, die früher einmal eine Insel waren.

NotDarkYet
05.05.2010 13:21
Alles Eis könnte in 200 Jahren weg sein.

Es könnte aber auch in 200 Jahren Eis noch da sein.

So ganz genau wissen wir das nicht, aber weil gerade alle über Island reden, wollten wir halt auch was zu dem Thema sagen.

Andreas Schmidt
05.05.2010 10:47
Der Vulkan ist soooo geil

Er spuckt immer noch und wenn man unser Mai-Wetter betrachtet, könnte man schon Rückschlüsse ziehen.

HansPeter10
05.05.2010 10:39

Hätt mich doch gewundert, wenn der Vulkanausbruch nicht irgenwie mit der Erderwärmung zu tun hätte.

Dass das Eis schmilzt, wenn unter ihm ein Vulkan ausbricht ist aber auch ohne Wissenschaft klar, oder.

larkmiller
05.05.2010 02:12
Konjunktivitis

"Nach Meinung von Geologen dürften die großen isländischen Gletscher, die derzeit rund elf Prozent der Gesamtfläche der Insel bedecken, innerhalb von 200 Jahren verschwunden sein, falls der gegenwärtige Trend zu wärmeren Temperaturen so lange anhält."

So so, in 200 Jahren?
Dieser letzte Ausbruch koennte fuer das Verschwinden eines Gletschers (Zitat: "....könnte das gänzliche Verschwinden der Eiskappe über dem Vulkanmassiv nach sich ziehen.") in nur einigen Wochen sorgen.
Ohne Konjunktiv sind schon mehr als 75% weg. Und das ohne Klimaerwaermungsangstmacherei. Unsere Natur denkt nicht in Konjunktiven.

sanginius
04.05.2010 22:18
Schuld ist der Klimawandel

nächstes Jahr wird der massive Rückgang des Eyjafjallajökull (copy * paste) Gletscher sicher dem ultimativen Bösen, CO2 in die Schuhe geschoben.

Und jeder von uns atmet CO2 aus, ist also an der Erbschuld schon mit dem ersten Atemzug beteiligt.

Jojo07
05.05.2010 13:30
lol - jö, ein armutschgerl ...

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