Pilotversuch gestartet

Stromtanken an der Telefonzelle

4. Mai 2010, 14:00
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    foto: apa

Aus den gut 13.500 Telefonzellen sollen bis Jahresende 30 zu Stromtankstellen umgebaut werden, in Wien steht der Prototyp

Wien - In Österreich gibt es derzeit etwa 13.500 Telefonzellen der Telekom Austria (TA), die allerdings wegen des Handybooms immer seltener benutzt werden. Nun hat die TA doch Verwendung gefunden: Bis Jahresende will sie 30 Telefonzellen zu Stromtankstellen umbauen. Der erste Prototyp steht vor der TA-Zentrale in der Lassallestraße in Wien. Im Probebetrieb können Elektrofahrzeuge kostenlos aufgeladen werden, künftig soll die Bezahlung via Handyrechnung erfolgen.

Wie viele Telefonzellen insgesamt umgerüstet werden, werde man erst "ausloten", sagte TA-Boss Hannes Ametsreiter am Dienstag vor Journalisten. Die Kosten für den Umbau bezifferte er mit etwa 1.500 bis 3.000 Euro pro Ladestation. Sinn mache die Umrüstung nur bei Telefonzellen, bei denen es entsprechende Abstellplätze für Elektrofahrzeuge gibt. Die TA sei schon in Gesprächen mit Kommunen, damit Parkplätze fürs Stromtanken reserviert werden.

Um ein E-Auto voll aufzuladen, muss es etwa 6,5 Stunden an der Ladestation hängen. Ein E-Scooter braucht 80 Minuten, ein E-Fahrrad 20 Minuten, erläuterte Ametsreiter. Kostenpunkt für eine Auto-Tankladung: ein "einstelliger Eurobetrag".

Kleiner Markt

Der Markt für Elektroautos ist in Österreich freilich "noch ein zartes Pflänzchen", sagte Martin Blum vom Verkehrsclub Österreich (VCÖ). Im Jahr 2009 waren in Österreich gerade einmal 223 E-Autos zugelassen, weitere 3.559 Pkw - von insgesamt 4,36 Mio. - hatten einen Hybridmotor. Bis zum Jahr 2020 sollen laut VCÖ-Prognose 405.000 Elektro- und Hybridautos auf Österreichs Straßen unterwegs sein. Wie schnell sich Elektroautos durchsetzen werden, hänge von den Treibstoffpreisen, den CO2-Werten für Neuwagen und der Batterieentwicklung ab.

Da in Österreich zwei Drittel aller Autofahrten kürzer als zehn Kilometer seien, sieht der VCÖ großes Umstiegspotenzial. Die geringe Reichweite der strombetriebenen Autos - derzeit 150 bis 200 Kilometer - sei daher "eigentlich kein Thema", so Blum.

Im Gegensatz zu den E-Autos erleben strombetriebene Fahrräder einen regelrechten Boom. Im Vorjahr wurden 12.000 E-Bikes verkauft, heuer soll die Zahl auf 20.000 ansteigen. Im Jahr 2015 könnten es 75.000 werden, so Blum. Vor allem für ältere Personen und Business-Leute - "damit man nicht im Anzug verschwitzt ans Ziel kommt" - seien die motorisierten Zweiräder attraktiv. Im Jahr 2015 könnte es dem VCÖ zufolge außerdem 50.000 bis 60.000 Elektromopeds und -motorräder geben. Ende Dezember 2009 waren 1.955 zugelassen.

Während des Stromtankstellen-Testbetriebs können sich Fahrzeugbesitzer via SMS oder RFID-Chip, der in den Fahrzeugstecker eingebaut wird, identifizieren. An der Ladestation selbst ist dann keine Anmeldung mehr erforderlich. Nach der Pilotphase soll per paybox bezahlt werden. Die direkte Abrechnung übers Handy, für die etwa 19 Euro an Gebühren im Jahr anfallen, funktioniert laut Ametsreiter für alle Mobiltelefonbesitzer außer für "3"-Kunden. Die paybox austria GmbH gehört mehrheitlich der TA, knapp 17 Prozent hält Orange. (APA)

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Bergdolm
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Das wird lustig

wenn eine größere Anzahl an Verkehrsteilnehmer auf E-Autos umgestiegen ist.

Da wird's toll auf den Straßen - innerstädtisch, überland und auf Autobahnen.

Wenn man doch nur kurz Zeit hatte, und den Ladezyklus kurz halten musste, weil man ohnehin nur (mehr) ein Stück zu fahren hat - und dann kommt was dazwischen (Stau - im Winter, wo man doch heizen muss, eine Umleitung, ....).
Und schon ist man ein tolles Verkehrshindernis.

Klar, kann mit Diesel und Benzin auch passieren, aber bei 600 - 1000 km Reichweite mit Volltank, bei einem Tankvorgang, der ca. 5 Minuten dauert, kommt das doch eher selten vor ...

Jetzt kommt mir nicht mit einer sauteuren Hybridlösung.

Fox-Didl
01
www.elektroroller24.com

Ich erlebe selbst seit Monaten die elektrische Fortbewegung über meinen Elektroroller und in unserer Firma fahren wir auch eine Elektroauto. Diese Elektrotankstellen sind schon alleine wichtig damit die Leute erkennen hier tut sich was.

Über meine Elektroerfahrung in der Praxis berichte ich auf www.elektroroller24.com. Für alle die sich das Thema interessieren.

nodiesop
00
ausnahmsweise mal eine interessante Eigenwerbung ;)

e-roller sind ja interessant, aber wie lädt man die in Wien auf, wenn keine Telefonzelle in der nähe ist und man in einer Wohnung wohnt - es also nicht möglich ist das Ding direkt anzustecken?
Abnehmbare Batterie zum Aufladen mit rein nehmen? Das gibt's (glaub ich) bei Roller leider (noch) nicht...

Was interessierte Leute mit Wohnung betrifft, sind die derzeit noch gezwungen zu warten...

Fox-Didl
00
Roller mit mitnehmbarer Batterie

Vom Hersteller meines Rollers (Solar Mobil GmbH) kommt in Kürze der erste Roller mit abnehmbarer Batterie raus. Alle Infos dazu habe ich schon, nur noch nicht auf dem Blog publiziert. Folgt jedoch in Kürze...

Sand
00
"Das gibt's (glaub ich) bei Roller leider (noch) nicht..."

Unglaublich aber wahr.
Das Batteriepaket ist kinderleicht abnehmbar. Startschlüssel ins Schloss stecken, Startschlüssel drehen und Paket abheben.
Bleibt nur die Frage:
Glaubst du, dass du die 5 - 15 kg tragen kannst?

Bergdolm
10
Das derzeitige E-Auto Konzept ist absoluter Schwachsinn


Aufladen - "Tanken" - von Batterien "im Auto" ist absoluter Schwachsinn!

Das ganze Konzept kann nur mit kompletten, voll-automatisiertem Batterientausch funktionieren. Dazu müssten alle Autos das gleiche Batterienkonzept haben, vergleichbar mit USB-Stecker für Computer und Peripherie nur: da sind ganze Batterien mit weit über 100 kg für eine vernünftige Reichweite zu händeln - und das auch im Sonntagsgewand.

Mich wundert, dass sich bis jetzt die Auto-Konzerne diesbezüglich noch nicht zusammengeschlossen haben.

Mit den jetzigen unausgegorenen Konzepten wie "Stromtanken an der Telefonzelle" produziert man einen mind. 10-jährigen Rückschlag für das E-Auto. Eigentlich schade ....

Nitram1988
11
Die Akkus sind nur das teuerste am E-Auto.

Und die meisten E-Autos kann man in 1-2Stunden tanken. Wenn man die Zeit auf 30 Minuten reduziert reicht aus. Nach 4 Stunden Autofahrt sollte man sowieso eine Pause machen.

nodiesop
00
für ihren Optimismus gibts grün

aber praktisch ist das noch nicht wirklich...

auch das Argument, daß 2/3 der Fahrten kürzer als 10km sind zieht nur, wenn man wirklich niemals mit dem Ding weiter fahren muß - was macht man sonst, wenn man dann die Familie in der Steiermark von Wien aus (am Muttertag beispielsweise) besuchen will? Auto ausborgen? scheint mir mühsam... und wenn man dann vllt. auch in Urlaub mit dem Auto fahren will, teuer...

Nitram1988
00
Die Steiermark ist keine 400km entfernt.

Wie oft fahren Sie mehr als 400km durch? Das Problem ist ja das Angebot der TA. Den Tesla Roadstar kann man in 2 Stunden laden und dann 400km fahren und es gibt ja immer wieder Verbesserungen. Eine Stunde Ladezeit sollte möglich sein. Schnner würden die Akkus nicht so lange halten. Wenn ich aber nur 10 mal im Jahr High-Speed lade machts auch nichts. Mann muss halt nur High-Speed Ladegeräte bauen. Aber wenn man so was an die Autobahen hinstellt, alle 100km sind deas keine Kosten braucht man 20 für Österreich. Und für kurze Strecken, unter 200km, läd man einfach zu Hause über die Nacht.
Ich sehe an dem Konzept kein Problem.

Bergdolm
10

Ihre Vorstellungen klingen nicht einmal in der Theorie für den Massenverkehr wirklich praktikabel.

Aber was soll's - der Markt wird's entscheiden.

Mich erinnert das ganze an den SEGWAY Scooter. Der wurde als das genialste Verkehrsmittel für den städtischen Nahverkehrsbereich propagiert, der alles revolutionieren würde. Gescheitert ist das - regelungstechnisch phantastische - Ding an einer Kleinigkeit: den Randsteinen, die in jeder Stadt Fußwege / Bürgersteige von der Fahrbahn trennen. Und alle paar hundert Meter kommt so eine "Hürde", die das Ding eben nicht nehmen kann ...

Nitram1988
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Schon, dass Ihre Argumentation ohne Argumente auskommt.

Bergdolm
00

Es ist doch legitim, dass Menschen zu einem Thema verschiedene Meinungen, Erfahrungen und Zugänge haben.
Ich denke, dass ich in meinen Postings einige Bedenken zu E-Autos klar dargelegt habe.
Ich habe keine Probleme, Ihre Ansichten und Beweggründe zu verstehen, ich kann sie sogar nachvollziehen.

Bergdolm
10

Und Sie glauben, Sie fahren dann zu einer E-Tankstelle und kommen sofort dran.

Wenn da einige vor Ihnen zum "Tanken" angestellt sind, können Sie ein Zelt aufstellen, oder Sie können in einem nahegelegenen Hotel einchecken.

Wenn Sie nach einem Stau mit den letzten paar Amperestunden gerade noch die nächste "E-Tankstelle" erreichen, sind Sie sicher nicht der Einzige dort. Ihr Arbeitgeber wird aber Verständnis haben, wenn Sie einige Stunden - oder gar einige Tage - später kommen.

Oder wenn Sie es eilig haben, jemanden zum Arzt oder ins Spital zu bringen.

Wenn man ans "tägliche Leben" denkt, kann man nur NEIN sagen, zum E-Auto mit E-Tankstellen mit stundenlanger Warte- und Ladezeit.

Nitram1988
00
Wenn ich eine "E-Tankstelle" aufmache, werd ich nicht nur 8 Ladeplätze machen sondern 100.

Bei einer Raststation werden einfach alle Parkplätze zu "Tankstellen", dann geht man gemütlich 1 Stunde was Essen und fährt dann weiter. Man soll nach 4 Stunden fahrt eine Stunde Pause machen.
Die "E-Tankstellen" kosten ja nicht viel. Es ist viel praktischer, jeden Tag sein Auto wenn man zu Hause ankommt aufzuladen, als alle 1000km zu einer Tankstelle fahren zu müssen.
Wo soll da das Problem sein. Sie jammern ja auch nicht, das ihr Handy 4 Stunden zum laden braucht, da sie es Problemlos überall aufladen können.

Und die paar Leute die wirklich meinen, 400km+ durchfahren zu müssen können sich ja einen Diesel oder Benziner kaufen.

Nicht mal die Öl-Lobby ist so engstirnig.

Christian Apl
Christian Apl
00
abgesehen davon

dass ein E-Auto beim Stehen im Stau keinen Strom braucht, werden Stromtankstellen sicher anders genutzt werden als Fossilenergietankstellen. Die Steckdose am Garagenplatz erspart einem z.B. das Suchen nach einer Tankstelle.

Bergdolm
10

Sorry, Sie sind wahrscheinlich wirklich so naiv.

Schön ein brennendes Lichterl saugt über Nacht eine konventionelle Auto-Batterie aus.
Heizung(en) (Winter), Klimaanlage (Sommer), Scheibenwischer (Regen), Radio (Unterhaltung, Information), ...., Licht (Sicherheit) - was ist damit?

Und alle haben überall, egal wo sie hinfahren, einen Parkplatz mit Lademöglichkeit und sind der Einzige, der auf so einen Parkplatz wartet.

Für ein 2. od. 3. Auto lass ich mir ein E-Auto einreden, wenn es wirklich nur einige Kilometer am Tag betrieben wird und über Nacht in der eigenen Garage aufgeladen wird.

Mit Verlaub: Das ist aber kein "Verkehrskonzept".

Nitram1988
00
Als wären 400km so wenig.

Bergdolm
00

Dann kaufen Sie doch ein E-Auto (vielleicht haben Sie sogar schon eines).
Solange ein E-Auto nicht zur Pflicht wird, ist mir alles recht.
Dann laden Sie Ihr Vehikel immer brav auf, fahren Sie vorsichtig, und achten Sie darauf, dass Ihnen nirgends "der Saft" ausgeht.

Michel Berger
00
Wenn die Warteschlange an der Stromtankstelle zu lang wird -


so wird wahrscheinlich auf andere vorhandene Außentseckdosen zurückgegriffen.

Die Hausmeister werden mit hochrotem Kopf und mit einer Kneifzange bewaffnet nächtens rund um die Wohnblocks schleichen.

Peter_23
22
Das E-Auto und der PR/Marketing darum dürfte eine der wenigen Blasen sein

welche bereits vor dem Hype als Blase zerplatzt und in sich zusammenfällt. So gesehen eine erstaunliche Steigerung: Im Regelfall platzen diese Blasen erst wenn der Hype los geht.

Beim E-Auto wird, dank der hohen Kosten, langen Ladezeiten, wartungsintensiver Akkus und geringer Reichweiten, der Hype nichtmal mit massiver staatlichen Subventionen und Steuergeld gelingen.

Grisu der kleine Drache
00
10.5.2010, 14:34

Das ist keine Blase. Die Frage ist nicht, ob der Individualverkehr elektrifiziert wird, sondern nur wann.

1. Öl wird mit zunehmender Verknappung immer teurer.
2. Kohleverflüssigung ist ökologischer Wahnsinn und wohl in diesen Größenordnungen (Milliarden Tonnen jährlich) nicht umsetzbar.
2. Agrartreibstoffe sind in ausreichenden Mengen nicht herstellbar, die Erde ist schlicht und ergreifend zu klein für derart riesige Agrarflächen.
3. Wasserstoff ist eher noch schwieriger ials Strom.

Damit bleibt langfristig entweder der Verzicht auf Autos in der heutigen Form oder der E-Antrieb mit Akkus. An die Nachteile des E-Antriebs wird man sich gewöhnen, an die Vorteile auch.

Dr. Prof. Senf
00
Sie denken auch nicht weiter als bis zur Nasenspitze

Das sich auf dem Sektor Baterie was tun kann und auch was tut ist ihnen nicht in den Sinn gekommen, nein. Technischer Fortschritt sowas gibt es nicht.
Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich.

Aber achten Sie bitte darauf das Ihre Blase nicht platzt.

EliasCanetti
 
00

da ist mein posting noch immer nicht da... DIe telefonzellen werden von der firma everynear zu Ladestellen für Elektroautos gemacht. keine ahnung wieso hier nix von steht, aber wenn man das ganze elektroauto geschehen (im gegensatz zu den standard journalisten?) verfolgt weiss man das

elleng
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Na und wenn schon

Es ist gut und wichtig wenn ein Unternehmen mit vielen Standorten - und das ist einmal die Telekom mit den tausenden Telefonzellen - "Stromtankstellen" andenkt. Wer dann den Umbau macht, ist eigentlich nicht wirklich von Interesse .... Das könnte ja vielleicht auch der lokale Elektriker!"

jakov
00

Fraglich, ob der über die technologie verfügt, die es Ihnen ermöglicht, den Strom auch zu bezahlen. Aber bitte, wenn Sie ihn herschenken möchten ;)

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