Homosexueller Asylwerber soll abgeschoben werden

4. Mai 2010, 11:25
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Initiativen fordern Anerkennung von Homosexualität als Asylgrund

Wien - Widerstand gegen die Abschiebung des Asylwerbers Cletus B. regt sich in Wiens Homosexuellen-Initiativen. Der Trainer des afrikanisch-österreichischen Fußballvereins "FC Sans Papiers" und gebürtige Nigerianer soll in ein "Scharia-Gebiet" abgeschoben werden, was für den bekennenden Homosexuellen ein Gefahr für Leib und Leben darstellt, so Interessensvertretungen. Der Sprecher der Grünen Andersrum Marco Schreuder: "Cletus B. ist aus dem Norden Nigerias geflohen, einem Gebiet in dem die islamistische Scharia gilt. Einen schwulen Asylwerber in ein Land mit Scharia-Recht abzuschieben, kann für homosexuelle Menschen das Todesurteil bedeuten. Das ist völlig inakzeptabel."

Die Abschiebung von Cletus B., der während eines Fußballspiels von der Exekutive vergangene Woche verhaftet wurde, soll in den kommenden Stunden oder Tagen stattfinden. Schreuder betonte in einer Aussendung, dass Homosexualität in vielen Ländern bereits als Asylgrund gelte, etwa in den Niederlanden, Großbritannien oder Kanada. Österreich dürfe seine Augen vor dieser Tatsache nicht verschließen und Trans- und Homosexualität als Asylgrund endlich anerkennen.

Auch die Schwulen- und Lesbenberatung in der Rosa Lila Villa hat sich zu dem Fall geäußert. In einem offenen Brief fordern sie Bundespräsident Heinz Fischer dazu auf, aktiv zu werden. In dem Brief kritisieren sie die Asyl- und Abschiebepolitik des Innenministeriums, welche die Arbeit von NGOs massiv behindere: "Sukzessive wird die Arbeit von NGOs gestört, die versuchen die Zeit des Asylantrages zu erleichtern und sinnvoll zu gestalten."  (red)

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