Blauer Dunst erhöht Asthma-Risiko

4. Mai 2010, 10:27
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Kinder durch Passivrauch besonders gefährdet - Rauchexposition im Mutterleib erhöht Asthma-Risiko um das Sechsfache

Wien - "Aktives, aber auch passives Rauchen erhöht das Risikon an Asthma zu erkranken", warnte der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Walter Dorner, anlässlich des Welt-Asthma-Tages am 4. Mai in einer Aussendung. Besonders Kinder, die dem blauen Dunst ausgesetzt sind, seien gefährdet. Der Experte erneuerte in diesem Zusammenhang seine Forderung nach einem generellen Rauchverbot in öffentlichen Räumen sowie der Gastronomie.

Zwischen 600.000 und 700.000 Menschen in Österreich leiden an Asthma - Tendenz steigend. Bei Kindern stellt diese Atemwegserkrankung bereits die häufigste chronische Erkrankung dar. Zigarettenrauch spielt bei der Entstehung der Krankheit eine bedeutende Rolle. "Es hat sich etwa gezeigt, dass Menschen mit Heuschnupfen, die noch dazu rauchen, eher Asthma entwickeln, als Nichtraucher mit einer Pollenallergie", so Dorner. Der Qualm schädigt nämlich die Innenhaut der Bronchien, sodass Allergene leichter eindringen und Entzündungsreaktionen hervorrufen können, die die Anfälligkeit für Asthma erhöhen. 

Kinder besonders gefährdet

"Kinder sind beim Thema Asthma die großen Verlierer", stellte Dorner fest. Sie seien durch den Passivrauch besonders gefährdet. "Rauchen die Eltern, so nimmt auch die Überempfindlichkeit der Atemwege der Kleinen zu. Das Rauchen im Haushalt sollte zum Wohl der eigenen Kinder sofort eingestellt werden", appellierte der Mediziner. Leide der Nachwuchs bereits unter Asthma, sollten die Eltern darauf achten, dass er in öffentlichen Bereichen nicht mit dem blauen Dunst in Berührung komme. Derzeit gebe es etwa 42.000 asthmakranke Kinder im Alter zwischen zwei und sechs Jahren in Österreich.

Bereits in der Schwangerschaft wirke sich der Qualm einer Zigarette auf die allergische Veranlagung des Babys aus, schlug der ÖÄK-Präsident Alarm. Eine schwedische Studie zeige, dass Kinder, die im Mutterleib Rauchinhaltsstoffen ausgesetzt waren und dadurch auch ein geringeres Geburtsgewicht aufweisen, ein bis zu sechsmal höheres Risiko für die Entwicklung von Asthma hätten. "Diese dramatischen Zahlen zeigen, dass 'Rauchfreiheit' kein Lippenbekenntnis der Politik bleiben darf." (red)

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