Mit verbesserter Diagnostik Leben retten

4. Mai 2010, 09:46
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Kanadische Initiative will in Entwicklungsländern Leben retten - Schnelle, einfache und günstige Untersuchungen im Fokus

Toronto - Weltweit sterben jährlich neun Nillionen Kinder vor der Erreichung ihres fünften Geburtstages. Die neue kanadische Initiative "Grand Challenges Canada"  will in Entwicklungsländern mit einfachen, aber effektiven Mitteln Menschenleben retten. Dazu soll eine schnelle, einfache, kostengünstige und richtige Diagnose für Kranke - selbst in entlegenen Gebieten - möglich gemacht werden.

"In den Entwicklungsländern sind viele Werkzeuge nicht vorhanden", erklärt Peter Singer, CEO von Grand Challenges Canada und Direktor des McLaughlin-Rotman Centre for Global Health. "Wenn ein Kind Fieber hat, ist es nicht schnell genug diagnostizierbar, ob es sich um Grippe, Lungenentzündung oder um Malaria handelt", so der Experte. Jede dieser Erkrankungen erfordere allerdings eine andere Medikation. "Das bedeutet, dass wir dringend Schnelltests brauchen, die auch in abgelegenen Dörfern vorhanden sind."

Innovationen retten Menschenleben

Nach einer erst kürzlich veröffentlichten Studie könnte ein tauglicher Malaria-Test mehr als 100.000 Menschenleben jährlich retten und zusätzlich 365 Mio. falsche Behandlungen sparen. Das würde nicht nur die Kosten senken, sondern auch die Resistenzen gegen Medikamente eindämmen und Arzneimittel für jene liefern, die sich wirklich brauchen. Die kanadische Regierung beteiligt sich mit 221 Mio. Dollar für die kommenden fünf Jahre am Projekt.

"Eines der größten Probleme ist die richtige Diagnose, um mit einer effektiven Behandlung zu beginnen", so Singer. Das bedeute, dass es die richtigen technischen Hilfsmittel gibt, um rasch, kostengünstig und einfach zu beurteilen, was einem Patienten tatsächlich fehle. "Die Diagnose ist der Auftakt einer erfolgreichen Behandlung", so der Experte.

"Wenn die Diagnosewerkzeuge ans Bett der Patienten gebracht werden, gibt es bessere Möglichkeiten, geringere Kosten und schnellere Heilung als etwa beim Versenden einer Probe in ein 100 Kilometer entferntes Labor", meint Singer. "Grand Challenges Canada wird mit der Bill & Melinda Gates Stiftung kooperieren, um auf diesem Gebiet einen Durchbruch zu erreichen."

Strukturierte Hilfe als einzige Möglichkeit

Als ersten Schritt wird Grand Challenges Canada die Herausforderungen erkunden, was für die Umsetzung nötig ist. Danach will man im zweiten Schritt mit Finanzierung und Unterstützung weltweit Forscher ansprechen, um die Probleme zu lösen. Ansprechpartner werden auch Wissenschaftler in Entwicklungsländern sein. "Denn sie kennen die Problematik von einer anderen Seite", erklärt der Wissenschaftler.

Im dritten Schritt - sobald Lösungen gefunden wurden - sucht man Geldgeber sowohl im privaten Sektor als auch bei Philanthropen. Die Hilfe soll jene Menschen erreichen, die sie am dringendsten benötigen. Neu ist die Initiative, da sie verschiedener Elemente verknüpft wie etwa wissenschaftliche, technologische, soziale und wirtschaftliche Innovationen.   (pte)

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