Apple im Visier der Kartellbehörden

4. Mai 2010, 10:36
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Richtlinie, wonach Entwickler nur noch von Apple zugelassene Programmierwerkzeuge verwenden dürfen, hat ein Nachspiel

Apple soll Berichten der New York Post zufolge ins Visier der Handelskommission FTC geraten sein. Insidern nach werde zurzeit geprüft, ob gegen den Konzern Ermittlungen aufgenommen werden sollen. Anlass dafür gebe eine neue Richtlinie, wonach Entwickler nur noch von Apple zugelassene Programmierwerkzeuge verwenden dürfen, wenn sie Applikationen für iPhone, iPod Touch und iPad schreiben wollen. 

Wettbewerbsschädigend

Die Regulatoren seien noch "Tage" von einer Entscheidung entfernt, heißt es. Man werde sich auf die Frage konzentrieren, ob Apples seit vergangenem Monat in Kraft gesetzte Auflagen den Wettbewerb behindern. Programmierer würden damit vor die Wahl gestellt, ob sie entweder speziell für Apples Endgeräte entwickeln oder ihre Software plattformneutral für konkurrierende Systeme von Google, Microsoft oder RIM umsetzen. Denn systemübergreifende Werkzeuge will Apple nicht mehr zulassen. Aus Budgetmangel könnten Entwickler auf diese Weise gezwungen werden, auf Kosten alternativer Versionen nur für iPhone und Co. zu schreiben.

Stellungnahmen seitens der Behörden und Apples blieben bislang aus.

Neue Ausgangslage

Jahrzehnte lang galt Apple als Underdog im Wettbewerb mit größeren Mitstreitern wie Microsoft. Doch mit dem Erfolg des iPods und anschließend des iPhones ist der Hersteller aus Cupertino mittlerweile aus dem Schatten seiner Rivalen herausgewachsen und gerät bei einem Marktwert von 237,6 Milliarden Dollar zunehmend aufs Tableau der Wettbewerbshüter. Wie stark mittlerweile der Einfluss des Konzerns auf den Markt ist, zeigte sich vergangene Woche, als CEO Steve Jobs sich abermals gegen die Nutzung Adobes Programmiersprache Flash aussprach, die für ein Großteil der im Web auffindbaren Videos und Spiele genutzt wird. Unmittelbar nach Veröffentlichung der Stellungnahme sank Adobes Aktienkurs um 2 Prozent.

Schuss ins Knie

Wie ein ehemaliger Apple-Mitarbeiter, Shaun Meredith von InfoBridge, gegenüber der New York Post meinte, könnten Apples Vorschreibungen auch dazu führen, dass Softwareentwickler sich von den "i-Gerätschaften" abwenden und sich künftig auf den größeren Teil des Marktes konzentrieren. Zwar kann Apple mit Abstand die meisten Apps für seine Endgeräte aufweisen. Im Smartphone-Bereich führt in den USA aber nach wie vor klar RIM (BlackBerry) mit 42 Prozent Anteilen vor Apple mit 25 Prozent und Microsoft mit 15 Prozent Marktanteilen. Stark im Wachsen begriffen - insbesondere auf Kosten von Microsoft - ist Googles Plattform Android, mit aktuell 9 Prozent Verbreitung. (zw)

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    Steve Jobs könnte sich bald mit einer Kartellrechtsklage konfrontiert sehen.

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