UNO schlägt Alarm

Niger droht neue Hungerkrise: Lage "schlimmer als 2005"

3. Mai 2010, 19:16

Laut UN-Koordinator brauchen in Niger acht Millionen Menschen nach ausgebliebenen Regenfällen und schlechten Ernten Hilfe

Nairobi/Niamey - Fünf Jahre nach der Hungersnot in Niger droht dem Sahelstaat eine neue Krise. "Die Lage ist bereits jetzt schlimmer als 2005", sagt der UN-Sonderbeauftragte für humanitäre Hilfe, John Holmes, der gerade vor Ort war. In weiten Teilen des Landes sei die gesamte Ernte ruiniert, gut acht Millionen Menschen - 60 Prozent der Bevölkerung - bräuchten umgehend Hilfe.

"Wir sind diesmal besser vorbereitet, deshalb hoffe ich, dass das Schlimmste vermieden werden kann", so Holmes. "Und wir haben diesmal die Unterstützung der Regierung." Dass es sich bei der Regierung um eine Militärjunta handelt, die sich Mitte Februar an die Macht geputscht hat, spielt für Holmes keine Rolle. Immerhin bestand eine der ersten Amtshandlungen von Putschistenchef Salou Djibou darin, den humanitären Ausnahmezustand zu erklären.

Die Fernsehbilder aus Niger, die vor fünf Jahren um die Welt gingen, lösten Entsetzen aus: Sie zeigten abgemagerte Kinder mit aufgeblähten Bäuchen. So etwas hatte man zuletzt 1984 in Äthiopien gesehen. Kaum jemand half, vor allem deshalb, weil die Regierung des damaligen Präsidenten Mamadou Tandja immer wieder beteuerte, dass es keine Krise gebe. Kritische Journalisten wurden ausgewiesen, zweifelnde NGOs abgemahnt. Als endlich Hilfe zugelassen wurde, kam sie oft zu spät. "Diesmal sind mehr Organisationen bereits in Niger aktiv", erklärt Gianluca Ferrera vom Welternährungsprogramm (WFP) in Nigers Hauptstadt Niamey. Man habe zudem "früh genug bemerkt, dass eine Krise droht".

Löhne gesunken

Nach drei schlechten Ernten in Folge und ausgebliebenen Regenfällen im Vorjahr sind Silos und die meisten Felder leer. Während die Getreide- und Gemüsepreise um mehr als ein Drittel gestiegen sind, sind die Löhne um die Hälfte gesunken: Zu viele Farmarbeiter konkurrieren um knappe Arbeitsmöglichkeiten. Da Viehzüchter in Panik versuchen, ihre Rinder zu verkaufen, bevor sie verdursten, sind auch die Viehpreise stark gefallen. Rinder stellen für die meisten Nigrer aber die einzige Form von Ersparnis dar. Der Preisverfall hat sie über Nacht arm werden lassen. "Kaufkraft ist ein Kernindikator für Nahrungssicherheit", erklärt Malik Allaouna, Regionaldirektor des Kinderhilfswerks Save the Children. "Ernteausfälle allein liefern noch kein komplettes Bild der Lage."

Auf vielen Märkten gibt es Lebensmittel aus Nachbarländern - nur sind sie unleistbar. Allaouna sagt daher: "Wir brauchen Aktivitäten, mit denen die Leute Geld verdienen können. Das hilft deutlich schneller."

Von der Hungersnot bedroht sind vor allem Kinder. Laut Save the Children sind mehr als 1,2 Millionen unterernährt, jedem dritten Kind drohe der Hungertod, da auch die Versorgung in Spitälern mangelhaft sei. Den UN und Hilfsorganisationen fehlen hingegen noch mehr als 100 Millionen Euro für ausreichende Hilfe. (Marc Engelhardt/DER STANDARD-Printausgabe, 4.5.2010)

 

 

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Posting 1 bis 25 von 60
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Adolf Ogi
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Macht der Demographie

Anfang der 1960er Jahre hat Niger etwas über 3 Millionen Einwohner gehabt, 1990 wurde die 8 Millionen-Marke überschritten und heute leben dort 15 Millionen Menschen, wovon nach dem Artikel hier 8 Millionen vom Hunger bedroht sind. Dabei heißt es, dass sich die Sahara gerade nach Norden zurückzieht und der nutzbare Teil der Sahelzone größer wird. Das hängt doch irgendwie zusammen.

Ravenhorst
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Niger zur EU

Jetzt , sofort!! Hurra, wir retten nicht nur Griechenland, nein wir retten die Welt (Originalzitat. Werner F.,)

Fritz Wunderlich
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das ist nicht witzig

tedi
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...und zur hungersnot als garnitur bio obst gleich darunter...

globalisierung macht ausbeutung globaler und einfacher...

Bitte Bitte
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Wie sagte der Energiekommissär der EU so treffend:

"Von den steigenden Lebensmittelpreisen durch Anbau von ungenießbaren Ölsaaten für Biosprit in den Sahelländern profitieren ja auch die dortigen Bauern."

Marginalnachfrager an Lebensmittel, zum Großteil eben Kinder, scheint dem Herrn ausserhalb seiner Vorstellungskraft zu liegen.

Tatsächlich werden solche Projekte auch im kargen Norden Ghanas als deutsches Entwicklungshilfsprogramm zur Sicherung des heimischen Energiebedarfes verkauft.

Trotz der Ölfunde vor der Küste Ghanas, die für das Land 150 Jahre, für die USA lediglich drei Monate ausreichen würden.

Tschurndorf
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bitte bitte

was machen sie eigenltich in nord-ghana?

sind sie in der northern region oder in upper west, upper east.

und ist der norden mit john atta mills zufrieden? meine ashantis ja nid, aber die haben ihn auch nicht gewählt.

Bitte Bitte
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In Bukere bei Bolgatanga, Upper East.

Hausbauen, bei Afrikids engagieren und auf den Regen warten, weil ich das Land endlich einmal grün sehen will.

Tamale ist schon grün, bei uns dauert es noch. Letzte Woche gab es kurz einen Wolkenbruch mit viel Wind, der uns letztes Jahr 18t Zement nass werden ließ.

Upper East hat in allen Districten Atta gewählt.

Meine Aversion gegenüber den Ashanti habe ich etwas abgelegt, da ich den Nutzen der Logistik von Kriegergesellschaften eingesehen habe.

Die Wirtschaftsdaten sind seit der Abwahl der Konservativen deutlich besser. Der Cedi hat seit Januar gegenüber dem Euro um 10% zugelegt, davor pro Jahr 25% verlohren. Es fließen weniger Gelder ins Ausland ab, Importe und Zement werden billiger, niedrige Löhne steigen. Kein Fest für Ausbeuter.

Tschurndorf
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kufour

wird, nicht nur von ashanti, sondern auch von anderen, schon als der wohl beste afrikanische präsident angesehen (mandela ist ja fast ein heiliger).
der wechselkurs zeigt wohl eher die euro-schwäche. aber ob ndc oder npp, ich liebe ghana, und zur zeit zittern eh alle nur um michael essien in südafrika.

nantie yie

Bitte Bitte
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... und JP II war der beste Papst ;-)

die Resi-Tant Evil
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Ich kann nicht umhin, ad hoc zu assozieren:

http://derstandard.at/127137575... macht-sexy

Gleich in der Nachbarrubrik erzählt uns Omi Moore, wahre Schönheit kommt von innen - und die USD 420.000,- für Schöheits-OPs hat sie wohl nur ausgegeben, weil ihr fad war. Während anderso 8 Mill. Menschen verhungern.

Träume sind Schäume.
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Wenn Leute sich Schönheit's OP's leisten können


was wollen sie tun, kreischen wie ungerecht das ist?
Entwickelte Länder haben ihr Nahrungsproblem nunmal durch Industrialisierung und Mechanisierung gelöst und die Bevölkerung konsumiert einen höheren Lebensstandard.

Wenn's ein Problem damit haben, spenden sie einen Teil IHRER Kaufkraft für die Hilfe oder besorgen sie sich Geisseln um ihm katholischen Sinn mit Selbstgeisselung loszulegen ;)

die Resi-Tant Evil
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Bei allem Respekt, Sie scheinen ein typischer, entsolidarisierter "Asozialer" unserer Zeit zu sein


Also ich für meinen Teil _finde_ es denkwürdig, wenn jemand USD 420.000,- für Schönheits-OPs ausgibt, gleichzeitig beteuert, eigentlich braucht er das ja gar nicht, denn wahre Schönheit kommt von innen ... und daneben verhungern 8 Mio. Menschen.

Ja doch, kommen Sie mir jetzt ruhig mit dem Kindergarten-Totschlägerargument Neid. Ich habe tatsächlich keine USD 420.000,-. Und wenn man sie mir gäbe, ich würde sie nehmen. Freilich, ich würde sie nicht für - nach meiner eigenen Aussage! - sinnlose Schönheits-OPs ausgeben.

Träume sind Schäume.
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Sie verstehen das Problem nicht

Ihre 420 000 USD, ob sie die haben oder nicht, die Leute in Niger könnten die NICHT essen.
Auch wenn sie alle Schönheit's Op im dekadenten Westen aus Selbsthass abstellen würden.

Ich bin für Nahrungsmittelhilfe bei akuter Kanppheit, aus Steuermittel finanziert, sprich die OP wird teuerer.

Was sie übersetzt meinen ist einen Teil der effizienten Agraflächen der 1 Welt für die hungernde Bevölkerung Afrikas bereitzustellen.
Das ist für Afrikaner ein TODESURTEIL.

Die DORTIGEN Landwirtschaftsflächen müssen gepflegt, bearbeitet und weiterentwickelt werden um die Bevölkerung zu ernähren.
Ansonsten versanden die schnell mit irreperablen Schäden.

Wenn sie den Leuten gratis Nahrung austeilen, werden lokale Bauern mit der Produktion aufhören;)

der_kleine_pariser
 
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was wollen's an einer steppe pflegen?

niger ist ein reisen weidegebiet für rindviecher (ein bissl vereinfacht egsprochen), dann gibt's noch ein paar hausgärten und ein paar km rechts und links vom nigerfluss selbst grössere landwirtschaftliche flächen so wie wir uns das hier vorstellen.

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Steppe?

der_kleine_pariser
 
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sahel = steppe und trockensavanne, vorherrschnde landwirtschftsform extensive viehzucht.

Bitte Bitte
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Sahel = semiarider Übergangszohne

zum Teil von Dünen durchzogen mit Niederschlag von 50 mm bis 200 mm pro Jahr zwischen Wüste und Trockensavanne mit Niederschlag im Niger bis zu 500 mm pro Jahr [Sudansavanne].

Der Anteil Nigers an der Trockensavanne ist ein schmaler Streifensüdlich der Höhe Niamey - Zinder. Die Sahel zieht sich nördlich davon bis auf die Höhe Agadez - Ingal. Danach schließt sich das Air-Gebirge und die Ténéré an.

Vorherrschende Viehzucht in der Sahel Nigers: Ziegen.

der_kleine_pariser
 
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jo und wie heisst dann die vegetationsform im sahel, wenn es nicht die trockensavanne ist (die kommt ja südlich, bzw bildet den südl. Rand)? drum habe ich das gebiet hier als steppe bezeichnet, mag nicht ganz richtig sein, gibt aber kaum bäume, nur sträucher, wenn überhaupt.

übrigens hab' ich zwischen Agadez und Zinder hauptsächlich fulbes mit relatv grossen gruppen/herden an rindviechern gesehen, das kann aber auch deshalb sein, weil die einfach mehr auffallen wie die ziegen und die beobachhtungen eines tages sind auch nicht statistisch wirklich relevant.

worum es sich auf alle fälle nicht handelt : um zu pflegende landwirtschaftliche flâchen wie sich das herr >Träume sind Schäume< vorstellt, darauf wollte ich hinweisen!

Bitte Bitte
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Ja, die Übergänge sind eher fliessend

und die Grenzziehung zwischen Sahel und Trockensavanne ist speziell in der Trockenzeit lediglich nur noch am Baumbestand möglich.

Ja, Fulbe sind für ihre Rinderherden bekannt und im gesamten Land bis ins Departement Agadez anzutreffen.

Warum ich so restriktiv mit dem Begriff "Sahel" bin, liegt wohl auch daran, dass der obige Autor in einem Bericht über Ghana dessen Norden zur Sahel gezählt hat.

Dieser liegt aber vorwiegend in der Trockensavane und von der Grenze zu Burkina Faso bis zur eigentlichen Sahel sind es noch gut 400 km.

In der selben Distanz nach Süden wäre ich Mitten im ehemaligen Regenwaldgürtel von Kumasi -Koforidua.

Dr.mumunator
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Niger droht die Hungerswelle

und Österreich die Flüchtlingswelle

füllhornkäfer
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Nicht vergessen, immer schön auf den eigenen Bauchnabel schauen!

Badeschlapferter Warmduscher
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Mamma, ess ma schnöllschnöll heut noch des Schnitzl von Morgn!

... bevur si die Flüchtlingswelle draufstirzt und uns nur den Erdapfisolod üba losst. Ma waas, wie d'Leut werdn kenna, wanns aan Hunger hom!

ente gut alles gut
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Dein lustiger *muahaha* Nick sagt eh schon alles über deinen Geisteszustand aus...

Hellcat
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Im Jahr 2009 gab es in Österreich 15 Asylwerber aus dem Niger, 837 kamen aus Nigeria. Das Pro-Kopf-Einkommen ist in Nigeria fünfmal so hoch wie im Niger.
Mit nennenswerten Flüchtlingsströmen aus dem Niger nach Österreich ist erst dann zu rechnen, wenn der Wohlstand dort deutlich steigt.

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