Merkel will deutsche Elektromobilität anschieben

3. Mai 2010, 17:46
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Nationale Plattform gestartet - China setzt zum Überholen mit Elektroautos an

Berlin/Peking - Deutschland will seine internationale Führungsrolle in der Autoindustrie verteidigen und dazu auch im Markt für Elektroantriebe an die Spitze rücken. Bundeskanzlerin Angela Merkel drängte am Montag die Auto- und Stromkonzerne zum Handeln: "Wer heute nicht die Elektro-Mobilität entwickelt und zur Marktreife führt, der wird in wenigen Jahren hintendran sein. "

Die CDU-Chefin machte den Unternehmen beim "Elektromobilitätsgipfel" in Berlin aber keine Zusagen auf schnelle staatliche Hilfen. Umweltverbände und die Opposition kritisierten das Treffen. Die Grünen sprachen von einer bloßen Inszenierung. Merkel habe es versäumt, der Branche Druck zu machen, um den Vorsprung von China, Frankreich oder Japan aufzuholen. Nach dem Willen der deutschen Regierung sollen 2020 rund eine Million Elektro-Fahrzeuge auf deutschen Straßen unterwegs sein. Dies entspricht etwa zwei Prozent der heutigen Autos.

Der Elektromotor wartet allerdings bereits seit mehr als 100 Jahren auf seinen Durchbruch in Deutschland. Während Experten in der Praxis auf Jahre hinaus keinen durchschlagenden Erfolg sehen, könnte es in China, einem der wichtigsten Absatzmärkte deutscher Fahrzeuge, viel schneller gehen. Erst vor wenigen Monaten kündigte die Regierung an, in den kommenden Jahren umgerechnet rund 33 Mrd. Euro in die Entwicklung von Hybrid- und Elektrofahrzeugen zu investieren. Käufer sollen mit Subventionen von 6500 Euro je Elektroauto gelockt werden. Mit dem Ausbau der Elektromobilität will China in den nächsten Jahren die Abhängigkeit von Erdöl verringern. (Reuters, apn, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 4.5.2010)

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