Zinsausgleich für Geldgeber

3. Mai 2010, 17:35
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Kompensation für Staaten mit hohen Kreditkosten

Brüssel/Wien - Die griechischen Gewerkschaften machen gegen das Sparprogramm mobil. Am Montag begann ein Streik bei der Müllabfuhr. Ab Dienstag protestieren die Beamten, am Mittwoch schließt sich die Gewerkschaft der privaten Wirtschaft GSEE an. Die Fluglotsen wollen dann den griechischen Luftraum für 24 Stunden komplett schließen.

Während also ein großes Fragezeichen hinter dem griechischen Sparplan steht, wurde das Hilfspaket von IWF und Eurostaaten präzisiert. Den Kreditgebern wird dabei kein Gläubigervorrang eingeräumt, sollte Griechenland in der Folge doch pleite gehen. Aber davon geht man in EU-Kommission und IWF nicht aus, denn "dann hätten wir alle ein großes Problem" . Jetzt werde das Land "für eineinhalb bis zwei Jahre vom Markt genommen" .

Die Euroländer haben für ihren 80 Milliarden Euro hohen Anteil einen Ausgleichsmechanismus vereinbart. Damit werden jene Staaten kompensiert, die für die Kreditaufnahme höhere Zinsen zahlen, als sie für die Weiterreichung des Geldes an Griechenland erhalten (fünf Prozent). Derzeit sind das Irland und Portugal.

Bemühungen, dass auch private Geldgeber einen Beitrag leisten, sind nicht weit gediehen. In Österreich sollen die Banken lediglich ihr Griechenland-Engagement aufrecht halten, erklärte Finanzminister Josef Pröll. (tom, red, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 4.5.2010)

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