"Positive Signale" ohne zweisprachige Ortstafeln

3. Mai 2010, 16:59
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Kärnten gibt 1,2 Millionen Euro für die Jubiläumsfeiern zur Volksabstimmung aus

Klagenfurt - Es soll ein Fest werden, bei dem das Gemeinsame vor dem Trennenden steht. Das jedenfalls behaupten die Kärntner Organisatoren des heurigen Jubiläums anlässlich der 90. Wiederkehr der Kärntner Volksabstimmung am 10. Oktober, bei der sich eine überwiegende Mehrheit im zweisprachigen Südkärnten für einen Verbleib bei Österreich aussprach. Da nun der letzte Abwehrkämpfer verstorben ist, wollen Landeshauptmann Gerhard Dörfler und Kulturreferent Harald Dobernig (beide FPK) das Jubiläum unter das Motto "Gestern, heute, morgen" stellen und vor allem Jugend und Schulen einbinden.

Im Zentrum der Jubiläumsfeierlichkeiten wird wieder ein großer Festumzug in Klagenfurt stehen. Dabei werden sämtliche Kärntner Traditions-, Heimat- und Trachtenvereine vor der Kärntner und der bundespolitischen Prominenz aufmarschieren.

1,2 Millionen Euro will das hochverschuldete Kärnten für die Umrahmung des Jubiläums ausgeben. Und man erwartet sich vom Bund eine Abstimmungsspende.

Slowenen dürfen mitwirken

Vorgesehen sind auch eine Festsitzung des Kärntner Landtages mit anschließendem Festakt im großen Wappensaal in Anwesenheit von Bundespräsident Heinz Fischer und Kanzler Werner Faymann. Auch die Kärntner Slowenen-Organisationen sollen - mit Ausnahme des Rates, der eine Teilnahme ablehnt - mitwirken.

Marjan Sturm, der Obmann des slowenischen Zentralverbands, der sich mit Josef Feldner vom Kärntner Heimatdienst für eine Versöhnung zwischen deutscher Mehrheits- und slowenischer Minderheitsbevölkerung einsetzt, sieht "positive Signale" für eine gemeinsame Feier. "Von einer Lösung der Ortstafelfrage sind wir aber weit entfernt", bedauert Sturm. Auch Landeshauptmann Dörfler soll sich dafür eingesetzt haben, sei jedoch im Parteivorstand gescheitert. FPK, BZÖ und ÖVP fordern ja erst Aufklärung über eine Serie von Sprengstoffanschlägen in Kärnten bis in die 70er-Jahre, an denen jüngsten Dokumenten zufolge der jugoslawische Geheimdienst UDBA gemeinsam mit Kärntner Slowenen beteiligt gewesen sein soll. (Elisabeth Steiner, DER STANDARD, Printausgabe, 4.5.2010)

  • Auch ohne zweisprachige Ortstafeln - ein Fest, bei dem das Gemeinsame vor dem Trennenden steht.
    foto: carsten steps

    Auch ohne zweisprachige Ortstafeln - ein Fest, bei dem das Gemeinsame vor dem Trennenden steht.

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