Regierung billigt Czech-Airlines-Sanierung

3. Mai 2010, 16:58
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330 Arbeitsplätze sollen abgebaut werden

Prag - Die tschechische Regierung hat einen dreijährigen Plan beschlossen, mit dem die finanziell angeschlagene staatliche Fluggesellschaft Czech Airlines (CSA) saniert werden soll. Wie Finanzminister Eduard Janota auf einer Pressekonferenz mitteilte, sieht der Plan die Reduzierung der Maschinen um ein Drittel und die Zahl der Mitarbeiter um ein Zehntel vor. 2009 erzielte die Airline laut Janota einen Rekordverlust in der Höhe von 3,7 Mrd. Kronen (145 Mio. Euro). Damit fiel der Verlust höher als erwartet aus - im Herbst 2009 hatte man noch mit 2 Mrd. Kronen gerechnet.

Der Sanierungsplan soll darüber hinaus vorsehen, dass die Fluggesellschaft auch einige ihre Nebentätigkeiten verkauft, um sich künftig auf ihre Haupttätigkeit zu konzentrieren - den Betrieb von regelmäßigen Fluglinien. Ziel ist es, die Verluste in diesem Jahr auf 600 Mio. Kronen zu drücken. Die tschechische Fluggesellschaft beschäftigt derzeit rund 3.300 Mitarbeiter und fliegt mit 50 Maschinen. Weitere Hunderte Mitarbeiter fertigen in einer Tochter-Firma die Flugzeuge ab.

Im vergangenen Jahr konnte die zu 91,5 Prozent im Staatsbesitz befindliche CSA nur durch den Kredit einer Staatsfirma in Höhe von 2,5 Mrd. Kronen vor größeren Turbulenzen geschützt werden, berichtete die dpa. Dieses Darlehen wird derzeit von der EU-Kommission überprüft.

Außerdem hatte die Regierung 2009 versucht, die Fluglinie zu privatisieren, allerdings ohne Erfolg. Von den vier Bewerbern wurden zwei in der ersten Etappe der Privatisierung ausgeschlossen. Ein weiterer Bewerber - KLM-Air France - zog sich später selbst zurück und das Angebot des verbliebenen Interessenten, des tschechisch-isländischen Konsortiums Unimex/Travel Service, lehnte dann das Kabinett ab. Die Regierung hatte auf einen Erlös von 5 Mrd. Kronen gehofft. (APA)

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