Methoden der Schadensbegrenzung

03. Mai 2010 16:36

Wie versucht wird, das Ölleck einzudämmen

Washington - Die US-Regierung und der Energiekonzern BP versuchen seit dem Unglück auf der Bohrinsel "Deepwater Horizon" am 20. April, das Ölleck einzudämmen, aus dem täglich 800.000 Liter Öl in den Golf von Mexiko strömen.

Folgende Methoden kommen zum Einsatz:

Abdichten des Lecks - Das Hauptaugenmerk der Rettungshelfer richtet sich darauf, das Leck direkt am Meeresboden abzudichten. In 1.500 Meter Tiefe befindet sich eine Sicherungsvorrichtung, die eigentlich bei einem Unfall zum automatischen Verschluss des Pumpventils führen sollte. "Wir wissen nicht, warum diese nicht aktiviert wurde", räumt BP-Sprecher John Curry ein. Vier Unterseeroboter sind seither im Einsatz, um die Sicherung zu aktivieren. Währenddessen strömt Öl aus dem Bohrloch am Meeresboden und aus dem Aufstiegsrohr, das die Quelle mit der Bohrinsel verband.

Abdeckkuppel - Kurz nach dem Unglück begannen BP-Ingenieure mit dem Bau einer Kuppel, die auf das Leck im Meeresboden gestülpt werden soll. In dieser Kuppel soll das ausströmende Öl aufgefangen und dann abgepumpt werden. Dieser "Deckel" könnte nach Angaben von BPs US-Chef Lamar McKay in der nächsten Woche fertiggestellt werden.

Neue Bohrlöcher - BP wollte noch am Wochenende mit Entlastungsbohrungen beginnen. Durch neue Bohrlöcher, aus denen das Öl wieder kontrolliert fließen könnte, würde der Druck innerhalb der bestehenden Ölleitung und damit der Durchfluss reduziert. Schließlich könnte durch die neuen Bohrlöcher eine Art Spachtelmasse gespritzt werden, die die Ölquelle endgültig versiegeln würde.

Absaufen des ausgetretenen Öls - Rund 68 Schiffe befinden sich an der Unglücksstelle und saugen das verschmutzte Wasser ab. Bisher wurden 3,8 Millionen Liter Wasser-Öl-Gemisch abgepumpt.

Auflösende Mittel - Aus Schiffen und Flugzeugen wurden 540.000 Liter Dispersionsmittel ausgebracht.

Kontrollierte Brände - Ein kleiner Teil des Ölteppichs wurde in der vergangenen Woche kontrolliert abgefackelt, eine Fortsetzung war aber wegen der hohen Wellen nicht möglich.

Schwimmbarrieren - Rund 84 Kilometer schwimmende Barrieren wurden bisher ausgebracht, um die Küste vor dem Ölteppich zu schützen, 100 weitere Kilometer sollen noch ausgelegt werden. Die Wirksamkeit dieser Methode ist angesichts des Wellengangs und des Umfangs des Ölteppichs von 960 Kilometer jedoch fraglich.

Helfer - Laut US-Präsident Barack Obama wurden 1.900 Bundesbeamte für die Bekämpfung der Ölpest bereitgestellt, BP hat eine Telefonleitung eingerichtet, über die Freiwillige sich melden können. Das Verteidigungsministerium genehmigte die Bereitstellung von Reservisten der Nationalgarde, nannte allerdings keine Zahl. Der Gouverneur von Louisiana, Bobby Jindal, hat 6.000 Nationalgardisten angefordert. (APA)

acca acca
04.05.2010 15:36

An die Experten. Warum baut man eine Abdeckkuppel erst jetzt. Sollten solche Dinger nicht auf Vorrat liegen. dann wären sie in ein paar Tagen am Unglücksort.

joow
04.05.2010 12:57
Abdichten des Lecks

Welches Sicherheitsventil? Laut Aussagen der Schweizer Leasingfirma wurde ein geplantes Sicherheitsventil aus Kostengründen (ca. 400.000 Dollar) gar nicht eingebaut, da BP es auf Grund der Tiefe der Bohrung als technisch nicht kontrollierbar hielt.
Ausserdem halten Experten ein Verschließen des Bohrlochs (durch eine Sicherungsvorrichtung) nach so langer Zeit für unmöglich, da die Austrittsöffnung verschlammt.

Sorry - aber - all das klingt wie eine beschwichtigende Aussendung von BP nach dem Motto: Schaut nur wie bemüht wir sind...

taul
 
04.05.2010 13:56
experten

und von welchen experten haben sie das?

soviel ich weiß durchschlägt ein BOP normalerweise auch das bohrgestänge.

Le parapluie a un motif floral
04.05.2010 07:04
Absaufen des ausgetretenen Öls

lol

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