Hinterseer und die Dänen

3. Mai 2010, 16:07
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Provinz, weltweit - Von Karl Fluch

Zwar befindet sich Dänemark in keiner mit Griechenland vergleichbaren Krise - dennoch - kaum ist die Vulkanaschenwolke vorübergezogen, bleibt ihnen ausgerechnet Hansi Hinterseer übrig.

Der hat dort oben eine eigens für den dänischen Markt zusammengestellte CD veröffentlicht und führt mit selbiger bereits seit vier Wochen die Hitparade an. Armes Dänemark, seltsames Dänemark.

Wir Österreicher, wir sind das gewohnt. Wer bei uns einmal einen Ball ins Tor gebracht hat oder sternrissfrei einen Hang hinuntergedonnert ist, der bleibt uns auch nach seiner sogenannten aktiven Zeit erhalten. Der singt dann, kriegt eine Fernsehsendung und oder Werbeverträge lebenslang. Brauchtum 2.0.

Wenn derlei Giganten allerdings über die Grenzen hinaus die Welt heimsuchen, wird es immer ein bisserl unangenehm. Deutschland und die Schweiz ausgenommen, die sollen ruhig leiden, das gehört zum gegenseitigen Kulturaustausch. Siehe etwa Thomas Gottschalk oder Gotthard.

Aber bei Dänemark ist das blöd. Die haben uns nichts getan. Das ist vergleichbar mit damals, als DJ Ötzi im Mutterland des Pop, in England, die Charts anführte. Da beschleicht einen immer das ungute Gefühl, dass Österreich international nur mit einem Paradoxon erfolgreich sein kann. Mit der Provinzialisierung der Welt. (Karl Fluch, DER STANDARD/Printausgabe, 04.05.2010)

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