Ein Fünftel weniger Gage für ATX-Vorstände

3. Mai 2010, 15:50
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Post-Manager auf Gewinnerseite, 42 Prozent mehr Gehalt

Wien - Die Wirtschaftskrise hat sich auch bei den Vorstandsgagen von Österreichs ATX-Unternehmen bemerkbar gemacht: Die Vorstände der Top-20-Unternehmen haben 2009 im Schnitt um ein Fünftel weniger verdient als 2008. Am stärksten fiel der Rückgang der Bezüge bei Banken und Versicherungen aus. So mussten die Vorstände der Erste Group ein Minus von 56 Prozent hinnehmen. In absoluten Zahlen ging deren Gehalt von 10,8 auf 4,7 Mio. Euro zurück. Auf der Gewinnerseite stehen die Post-Manager, die 3,4 Mio. Euro abkassierten und damit 42 Prozent mehr als 2008. Den teuersten Vorstand im ATX leistete sich mit 10 Mio. Euro die OMV, geht aus einem Bericht des heutigen "WirtschaftsBlatt" hervor.

Verantwortlich für den Rückgang der Gehälter waren vor allem die Finanzkonzerne. Neben Erste Group mussten auch Raiffeisen-International-Chef Herbert Stepic und seine Vorstandskollegen im Vorjahr kräftig Federn lassen. Ihr Einkommen verringerte sich von 9,3 auf 5,0 Mio. Euro. Das Management der Vienna Insurance Group (VIG) verdiente mit 4,2 Mio. Euro um 42 Prozent oder 3,1 Mio. Euro weniger als noch 2008.

Flughafen-Wien-Chefs mit Gagen-Plus

Aber nicht alle Unternehmen haben in der Krise die Bezüge der Manager gekürzt. Die Flughafen-Wien-Chefs haben im Vorjahr 1,4 Mio. Euro bekommen, ein Plus von 7 Prozent. Das war allerdings auf den Vorstandswechsel - Ernest Gabmann folgte Christian Domany nach - zurückzuführen. Domany hat laut "WirtschaftsBlatt" 340.800 Euro erhalten, obwohl er bereits im Februar 2009 ausgeschieden ist. Mehr kassiert haben 2009 auch die Vorstände von Wienerberger (+8 Prozent auf 2,7 Mio. Euro), OMV (+5 Prozent auf 10 Mio. Euro) und Semperit (+4,5 Prozent auf 2,3 Mio. Euro).

Nach der OMV war es im Vorjahr für Vorstände am lukrativsten, bei der Strabag oder Andritz beschäftigt zu sein. Die Strabag-Vorstände kassierten 8,7 Mio. Euro, die Andritz-Manager erhielten 7,9 Mio. Euro. 2008 verdiente man noch bei der Erste Group am besten. Die Vorstände rund um Andreas Treichl cashten 10,8 Mio. Euro ab. Im Zuge der Krise sind teure Boni an Banken-Manager aber immer mehr zum öffentlichen Reizthema geworden.

Stabil entwickelten sich die Spitzengehälter beim Baugiganten Strabag. Miteigentümer und Vorstandschef Hans Peter Haselsteiner verdiente etwas mehr, das gesamte Management etwas weniger. Auch bei Bwin und Mayr-Melnhof blieben die Gagen mit 1,1 Mio. Euro bzw. 3,7 Mio. Euro gleich hoch wie 2008. (APA)

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