Favoriten: Rote Arbeiter-Hochburg unter blauer Bedrängnis

4. Mai 2010, 09:57
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    Der Anteil der Personen über 60 ist in Favoriten höher als im restlichen Wien.

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    Ergebnis Favoriten Gemeinderatswahl 2005. Quelle: wien.gv.at

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    Ergebnis Favoriten Bezirksvertretungswahl 2005. Quelle: wien.gv.at

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    Eissalon Tichy am Reumannplatz.

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    Werner Faymann (SPÖ) warb vor der Nationalratswahl 2008 am Viktor-Adler-Markt um Stimmen.

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    Auch Heinz-Christian Strache (FPÖ) absolviert traditionellerweise Wahlkampfauftritte am Viktor-Adler-Markt.

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    Bezirksvorsteherin Hermine Mospointner (im Bild mit Vizebürgermeisterin Renate Brauner) bei der Grundsteinlegung für die "Therme Oberlaa Neu".

In Favoriten regiert die SPÖ - Die FPÖ buhlt um dieselben Wähler: Arbeiter und Pensionisten

"Bitte eine Tüte mit Schokolade, Pistazie und Erdbeer!" Am Reumannplatz stehen die Menschen vor dem Eissalon Tichy Schlange und bestellen Eis oder die berühmten Eismarillenknödel. Die ersten Frühlingstage sind eingekehrt und das merkt man, wenn man abends in der Fußgängerzone in der Favoritenerstraße spazieren geht. Es sind Gruppen von Jugendlichen und verliebte Pärchen unterwegs. Ältere Frauen haben auf den Parkbänken Platz genommen und beobachten das emsige Treiben.

Wahlkampfauftritte am Viktor-Adler-Markt

Die Gegend um den Reumannplatz ist das Zentrum des 10. Wiener Gemeindebezirks, der sich auf ein Areal von fast 32 Quadratkilometer erstreckt. Hier bei der Endstation der U1 befinden sich die meisten Geschäfte, das bekannte Amalienbad und der Traditionseissalon, der auch Menschen aus den anderen Wiener Bezirken nach Favoriten lockt. Nur wenige Meter weiter die Fußgängerzone entlang gelangt man zum Viktor-Adler-Markt. Auch den kennt man nur zu gut: von zahlreichen Wahlkampfveranstaltungen, die hier unter Aufmerksamkeit der medialen Öffentlichkeit abgehalten werden - sei es von SPÖ oder in den letzten Jahren auch von der FPÖ. Untertags wird Gemüse verkauft.

Bezirk der Arbeiter und Pensionisten

Favoriten ist seit jeher ein von der SPÖ dominierter Bezirk. Es gibt mehr als 170.000 Einwohner. Rund ein Zehntel aller Wiener lebt in Favoriten. Das SPÖ-Stammklientel ist mit den Arbeitern und Pensionisten vorhanden. Die Zahl der Menschen im Alter von über 60 liegt mit 22,8 Prozent über dem Wiener Wert von 21,7 Prozent. Seit 1946 werden die Bezirksvorsteher von der SPÖ gestellt.

Blaue Bedrängnis

Die FPÖ buhlt in Favoriten um dieselbe Wählerschaft wie die SPÖ - und konnte in der Vergangenheit der SPÖ immer wieder Wählerstimmen abnehmen. Zum Beispiel 1996, als die FPÖ unter Jörg Haider bei den Gemeinderatswahlen 30,8 Prozent der Stimmen erreichte. Die SPÖ kam auf 45,5 Prozent. Spitzenkandidat der FPÖ war der mittlerweile verstorbene Rainer Pawkowicz. Er warb damals wie schon 1991 mit dem Spruch "Wien darf nicht Chicago werden".

Bei der letzten Wien-Wahl behauptete die SPÖ allerdings ihre Vormachtstellung. 56,7 Prozent wählten rot. Die FPÖ blieb, nachdem sich kurz davor das BZÖ abgespalten hatte, mit 19,5 Prozent weit hinter ihrem Rekordergebnis von 1996 zurück. 

Zuletzt bei der EU-Wahl im Juni 2009 triumphierte wiederum die FPÖ. Sie kam auf 22,71 Prozent (die SPÖ auf 34,12 Prozent) und legte im Vergleich zu 2004 um 16,31 Prozent zu. Viele SPÖ-Wähler waren auch zu Hans-Peter Martin abgewandert, der 18,72 Prozent der Stimmen erreichte.

ÖVP und Grüne chancenlos

Die ÖVP spielt in Favoriten kaum eine Rolle. Bei der letzten Gemeinderatswahl 2005 kam die ÖVP auf 12,3 Prozent. Auch die Grünen liegen weit unter ihrem Wien-Schnitt. Nur 8,5 Prozent der Favoritener stimmten 2005 für sie. 

Ein beliebtes Wahlkampfthema ist in Favoriten die Ausländerpolitik. Der Anteil der ausländischen Einwohner lag 2005 bei 20,2 Prozent (Wien-Durchschnitt: 18,7 Prozent) und weist gegenüber 2001 (16,5 Prozent) eine steigende Tendenz auf. 

Bezirksobfrau in Favoriten ist seit 1994 Hermine Mospointner (SPÖ). Ihre Herausforderer, die Bezirksobleute der anderen Parteien, sind Alfred Hoch (ÖVP), Eduard Schock (FPÖ) und Thomas Redl (Grüne).

Streit um "Roten Platz"

Dass der Wahlkampf vor der bevorstehenden Wien-Wahl im Herbst in Favoriten längst Einzug gehalten hat, merkt man an dem Thema, das in den letzten Wochen in Favoriten für Aufregung sorgte: Die SPÖ plant nämlich im Zuge der Sanierung der Fußgängerzone Favoritenstraße den Bereich vor dem Viktor-Adler-Markt mit rotem Gussasphalt einzufärben. Ein Umstand, der den anderen Parteien so gar nicht gefällt. "Nach Moskau bekommt nun auch Wien seinen Roten Platz", ätzte die FPÖ. (rwh, derStandard.at, 4.5.2010)

Infos zum Bezirk: 

Wahlberechtigte: 173.623 (Stand Ende 2008)

Bezirksvorsteherin: Hermine Mospointner (SPÖ)

Bezirksvertretung: SPÖ 36, FPÖ 12, ÖVP 7, Grüne 5

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 314
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Alex M
01
Bei der FPÖ fällt mir immer der Spruch ein:

"Wer Tauben füttert, füttert Ratten!"

fräulein potmesil
01

Als geborene Favoritnerin wünsche ich mir, dass der 10. nicht von den Bobos entdeckt wird! irgendwo muss es weiterhin etwas abseits von Massen und Mainstream geben ... leider eignet sich der 10. genauso wie ottakring zur bobo-hochburg: noch sind mieten dort erschwinglicher, es gibt den viktor adler markt, gut gelegen mit u1 und es gibt genug multikulti und cooles arbeiter-flair mit dem sich bobos gerne schmücken! FAVORITEN VERSTECK DICH!

dejanowitsch
10
Ich sage noch guter Markt und Kultur aber zuwenig Gespräch

zwischen unseren Zuwanderern und denen die noch neu dazu gestoßen sind.
Wir sind ja alle Zuagraste auch wenn es Generationen schon her ist und ich frage mich haben da die Urgroßeltern auch soviel mit machen müssen?
Aus uns ist ja auch etwas geworden!

awien
03
Als Hietzinger sag ich

bestes Eis und schönste Aida in Wien

bleak_vision
010
22.5.2010, 17:46
Schade, dass hier nur Wahlergebnise rezitiert werden.

Für mich als Neowiener, ist der 10. nämlich durchaus ein interessanter Bezirk. Durch die breite geographische Trennung vom Rest der Stadt (diverse Güterbahnhöfe, Hauptbahnhof, Südtirolerplatz) ist der 10. eine eigene Stadt mit ganz eigenem Flair. Auch kommen viel Wiener eigentlich nie dort hin wenn sie nicht dort wohnen oder arbeiten. Viel meinen aber zu wissen, dass es dort grauslich ist und dort die Prolos und die Tschutschen hausen.

Wäre nett gewesen zu lesen, wie das Leben dort wirklich ist, zwischen alten Backsteinfabriken, riesigen Gemeindebaus, Erholungsgebieten, ganzjährig bewohnten Gartensiedlungen und schönen neuen Wohnanlagen auf dem Wienerberg mit vielen jungen Familien....

shepherd
00
vollste zustimmung

auch wenn der statistische teil bezüglich der ständig steigenden ausländerquote 100% zutrifft

auch die spinnerin am kreuz, der böhmische prater, der wasserturm und der eisring süd (und die roten gründe, warum er so schlecht beieinander ist und deshalb "leider" weiteren wohnsiedlungen weichen "muss") wurden ausgespart ... :(

bissl mehr realität wäre wünschenswert

Lorelei Sonnenschein
02
...sehe ich genauso...

...eine Bürgerin des X. :-)

Ruskij
10
27.5.2010, 16:44

Für die ist Favoritner gleichgesetzt mit Mundl Sackbauer.

vonHoltum
03
24.5.2010, 13:37
Danke

Ich stimme ihnen voll und ganz zu.
Auch der Antonsplatz samt wunderschöner Kirche, sollte nicht unerwähnt bleiben.

ibindes arbeitet
23
12.5.2010, 15:58
blau getrantes braunes hat in Wien nichts zu suchen

Markus Vorzellner
02
17.7.2010, 12:39
Vollkommen richtig!

Dann aber bitte auch die roten Sprößlinge, die um nix gscheiter sind - siehe Laura Rudas!

urbi47
69
10.5.2010, 18:16
SPÖ ebnet den Weg zur FPÖ

Da sich die abgehobenen Herren und Damen der SPÖ
nicht um die Sorgen von Otto Normalbürger kümmern
und nur auf ihren eigenen und den Parteisäckel schauen
rächt sich der kleine Mann. Der Grund: verfehlte Einwanderungspolitik (im 10.Bez. extrem sichtbar),
abzocke durch die Gebühren der Gemeinde Wien
(zuviele Bedienstete mit zu vielen Privilegien) und Gehältern und Abgehobenheit dem Bürger gegenüber !!

shepherd
10
nicht zu vergessen:

vorgetäuschte bürgerbeteiligungen, bei denen das, was die roten von anfang an wollten großkotzig als das, was die bürger wollen verkauft wird

präpotente aussagen von roten bezirkspolitikern, die bürger, die etwas rotes hinterfragen gleich öffentlich pauschal als "eh nur querulanten" abqualifizieren

aussagen wie: "wir werden jede freie fläche im bezirk verbauen" (aussage von zuvor erwähnter person)
und der damit verbunden versuch, den sportplatz wienerfeld in bauwohngebiet umzuwidmen (vorerst gescheitert), den eisring süd in bauwohnland umzuwidmen um wohnungen und ein einkaufszentrum zu errichten, umwidmungen für ein dafür notwendiges, neues umspannwerk vor dem wasserturm, ...

tja, SO schafft man sich keine wählerstimmen

dejanowitsch
11
Bravo echter tpoller Blodsinn ein Oscar ist Ihnen sicher

oder zumindest den Eintrag in das Buch der Rekorde!
Denken sie nach was ich meine!

Thomas Felder
00

genau, die Kindergärtnerinnen verdienen viel zu viel...

shepherd
00
wer mitdenkt ist klar

im vorteil ...

es geht vermutlich nicht um kindergärtnerInnen sondern um die "spezialposten", die man sich gegenseitig zuschanzt bzw. extra schafft, um nur ja möglischst viele freunde bei hohen bezügen irgendwo unterzubringen

dass kindergärtnerInnen, pflegepersonal etc. einen falschen - weil zu geringen - stellenwert haben und entsprechend falsch entlohnt werden, ist wohl jedem klar

pitviper
13
10.5.2010, 17:46
48:25

Mein Tipp, da weder Wampo und schon gar nicht HCS wählbar sind, und anscheinend nur die Wahl zwischen Pest und Cholera möglich ist, und die anderen im Untergrund umherdümpeln!

Christ and the Pale Queens Mighty In Sorrow
1212
10.5.2010, 13:39
wohne im XV. arbeite im X.

und bin heilfroh fernab diverser (klein-)bürgerlicher fadesse, der stadtrandwiener, der bobostan-selbstgefälligkeiten und des musealen miefs inmitten dieser lebhaften vorstadtkulur verweilen zu können. hc kann mit seiner brojanica und seinem kruzifix herumwedeln, was er will. gegen die überzahl der hier friedlich mit- und nebeneinander lebenden leute kommt diese bockwurscht ned an. die urbane zukunft liegt in den vielgeschmähten "ausländerbezirken". ob das dem einen oder anderen passt oder ned.

polsport
25
11.5.2010, 00:57

.... ein bischen mehr diversitaet im 10.ten wuerde aber wohl nicht schaden.

Leider ist die Demographi auf 2-3 Ethnien beschraenkt.

Soviel zu Vielfalt.

Christ and the Pale Queens Mighty In Sorrow
25
13.5.2010, 15:40
2-3 ethnien

nun ja...nebst 78,8 % böhmischstämmiger, deutschstämmiger, ungarnstämmiger "altwiener" wären dann die 5,5 % aus Serbien und Montenegro, weitere 3,9 % türkische, 1,6 % bosnische, 1,3 % polnische, 1,2 % kroatische und 0,6 % deutsche Staatsbürger.

wieviel diversität hätten S' denn gern ?

Donald Kerabatsos
23
27.5.2010, 17:28

Wo stammen denn die Zahlen her?
"Der Anteil der ausländischen Einwohner lag 2005 bei 20,2 Prozent" - diese Zahlen sind ein Schmäh, das weiß jeder, der in Wien offenen Auges durch die Stadt geht.
Oder aber wir haben doppelt soviele illegale wie legale Ausländer.

Lorelei Sonnenschein
21
...wenn Sie statt den Vorurteilen und Ihren...

...Ängsten gegen Fremde/Fremdes, eine Brille aufsetzen...sehen Sie klarer....Sie und der Hinweis auf ein offenes Auge, welches Sie selbst am meisten brauchen würden, ist zwischen Witz und Wahn!

Ich wohne im X....schon ein bissi länger, deswegen weiss ich, dass Sie gemeine Lügen/FPÖ-Propaganda hier verbreiten!

shepherd
00
ich bin im 10. geboren

und leb noch immer hier und von lügen und irgendwelchen propaganda-geschichten kann hier nicht die rede sein

btw. wieviele der "österreicher" im 10. bezirk sprechen kaum deutsch, kaufen nur in ihren ghetto-shops mit deren muttersprache ein, bringen ihren x kindern kein wort deutsch bzw. österr. kultur VOR der schulpflicht bei?

Lorelei Sonnenschein
00
...leider sprechen die meisten Migranten...

...besseres Deutsch, als die Ösis, die diese kritisieren wollen....das ist sicher bitter!

Donald Kerabatsos
22
gemeine Lügen?

aha...glaube keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast.
Die Zahl der Menschen ausländischer Herkunft liegt in Teilen Wiens bei über 50 %, da in die Statistik jene nicht einfließen, welchen die Stadt Wien großzügigst die Staatsbürgerschaft nachgeschmissen hat (um eben die Statistik aufrecht zu erhalten).
Doch diese Wahrheit wird gerne verschwiegen, vor allem vor Wahlen, wenngleich man sie offenen Auges natürlich in beträchtlichen Teilen der Stadt verifizieren kann.
Ich habe auch nicht behauptet, daß das alles böse Menschen sind, diese Lügerei jedoch geht mir auf den Zeiger.

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