Zum Denken der sexuellen Differenz

3. Mai 2010, 15:48
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Die Schweizer Theoeretikerin Tove Soiland ist zu Gast im Wiener Depot

Luce Irigarays Theorem der sexuellen Differenz wird vorgeworfen, einer normativen Ordnung der Zweigeschlechtlichkeit das Wort zu reden und dabei insbesondere mit ihrem Postulat einer weiblichen Subjektposition jegliche Subjektkritik des 20. Jahrhunderts zu ignorieren. Die Autorin zeigt, dass Irigaray mit ihrem Theorem der sexuellen Differenz in eine spezifisch innerfranzösische Kontroverse (um Lacan) interveniert, die allgemein als "Dekonstruktion der Psychoanalyse" bezeichnet wird. Vor diesem Hintergrund erweist sich die Kritik an Irigaray als wenig stichhaltig. Sie wird umgekehrt an das in den Cultural Studies entstandene dekonstruktive gender-Verständnis zurückgegeben, für das im deutschsprachigen Raum paradigmatisch die Schriften Judith Butlers stehen. Die Kontroverse zwischen den beiden Standpunkten, dem Anliegen einer Dekonstruktion der Zweigeschlechtlichkeit, und dem Bemühen, die sexuelle Differenz allererst zu denken, steht deshalb im Zentrum der Buchvernissage.

Die Autorin Tove Soiland (Universität Zürich) stellt im Gespräch mit Birge Krondorfer die wichtigsten Thesen ihrer Publikation vor. Anschließend Lesung und Diskussion mit den BesucherInnen.

Eine Kooperation von Frauenhetz und Turia + Kant (red)

Tove Soiland: Luce Irigarays Denken der sexuellen Differenz. Eine Dritte Position im Streit zwischen Lacan und den Historisten.
Turia + Kant: Wien/Berlin 2010.
480 Seiten,
EUR 40,-

Buchpräsentation:
19. Mai 2010
19.00 Uhr
Depot,
Breite Gasse 3,
1070 Wien

  • Artikelbild
    foto: turia und kant
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